Josh Cavallo

Fußball | Homosexualität Australischer Profi mit Coming-out

Stand: 27.10.2021 11:25 Uhr

Der australische Fußballprofi Joshua Cavallo hat publik gemacht, dass er schwul ist. Es sei ein langer Weg zum Coming-out gewesen, mit dem er nun anderen schwulen Fußballern Mut machen wolle.

"Ich bin stolz darauf, bekannt zu geben, dass ich schwul bin", schrieb der 21 Jahre alte Cavallo am Mittwoch (27.10.2021) in seinen sozialen Netzwerken. Später verbreitete sein Verein Adelaide United ein Video, in dem Cavallo über sein Coming-out spricht.

Es habe ihn Überwindung gekostet, aber jetzt sei er befreit und glücklich. Mit dem Coming-out, für das er in den sozialen Netzwerken viel Anerkennung bekommt, wolle er ein Vorreiter sein. Cavallo schreibt, dass er der einzige offen schwule Fußballer sei, der in einer höchsten nationalen Liga spiele.

Das dürfte stimmen, denn im Gegensatz zu Fußballerinnen, die ihre Homosexualität auch während ihrer aktiven Karriere publik machten, rangen sich die ganz wenigen Männer meistens erst anschließend dazu durch. Prominentestes Beispiel ist der ehemalige deutsche Nationalspieler Thomas Hitzlsperger, heute Sportvorstand beim VfB Stuttgart.

Luise Kropff, Sportschau, 28.10.2021 00:03 Uhr

Aufrufe und Ermunterungen

Trotz aller Ermunterungen und Aufrufe, öffentlichkeitswirksam vor allem in der Ausgabe Februar 2021 des Magazins "11 Freunde", ist ein Coming-out unter Fußballprofis zu aktiven Zeiten verschwindend gering. Damals vermuteten 800 Fußballerinnen und Fußballer, die den Aufruf bei "11 Freunde" unterzeichneten: "Die Angst, nach einem Coming-out angefeindet und ausgegrenzt zu werden und die Karriere als Profifußballer zu gefährden, ist offenbar immer noch so groß, dass schwule Fußballer glauben, ihre Sexualität verstecken zu müssen."

Weltmeister Philipp Lahm, der im Präsidium des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) vertreten ist, riet hingegen von einem Coming-out ab, weil die Akzeptanz für schwule Fußballer noch fehle.

"Es war ein langer Weg"

Dass homosexuelle Profis immer noch vor großen Herausforderungen stehen, hatte ein Brief eines anonymen Spielers aus der englischen Premier-League 2020 gezeigt. Darin beschreibt dieser seine Situation als "Albtraum". Er habe Angst, dass die "Wahrheit über mich alles schlimmer machen wird".

Von Ängsten, so schreibt es Joshua Cavallo, sei auch er befallen gewesen. "Es war ein langer Weg, um zu dem Punkt in meinem Leben zu kommen. Jetzt könnte ich nicht glücklicher mit der Entscheidung sein", so Cavallo.

Die Unterstützung seines Vereins, der Teamkollegen und der Funktionäre sei "immens", so der Juniorennationalspieler: "Es ist in Ordnung, schwul zu sein und Fußball zu spielen. Das möchte ich allen anderen Menschen zeigen, die Probleme und Angst haben."