Zwerge unter sich - Gibraltar heiß auf Duell mit San Marino

Simone Benedettini, Torwat San Marino

Nations League, Liga D

Zwerge unter sich - Gibraltar heiß auf Duell mit San Marino

In der Nations League treffen Teams auf Augenhöhe aufeinander. So freut sich Gibraltar schon ganz enorm auf das Zwergenduell mit San Marino am Samstag (05.09.2020).

In Gibraltar sprach man von Losglück, als die Gruppeneinteilung in der Liga D der Nations League bekannt wurde. Das Team vom berühmten "Affenfelsen" trifft in einer Dreiergruppe auf San Marino und Liechtenstein. "Machbar", lauteten die Analysen der Experten vor Ort, immerhin wurden in die Parallelgruppe durchaus hochkarätigere Teams wie Malta und Lettland gelost. Gegen die hätte Gibraltar wohl keine Chance gehabt.

So aber träumen sie am südlichen Zipfel Europas vom Aufstieg in die Liga C, die dem Gruppensieger am Ende der Spiele winkt. Aber klar: Auch Liechtenstein wird genau hinsehen, wenn sich am Samstag (05.09.2020) Gibraltar und San Marino erstmals in ihrer Geschichte in einem Länderspiel gegenüber stehen.

San Marino klarer Außenseiter

Aber selbst in diesem Zwergenduell gibt es noch einen klaren Außenseiter. Die Gäste aus der von Italien umschlossenen Enklave sind laut FIFA-Weltrangliste als 209. die zweitschlechteste Nationalmannschaft der Welt. Knapp vor der karibischen Inselgruppe Anguilla. Und so lässt Gibraltars Torhüter Dayle Coleing keinen Zweifel am Ausgang des Spiels im heimischen Victoria Stadium erkennen. "Ich trage mit Stolz unseren Felsen in der Brust und bin hochmotiviert", sagte der Keeper in Anspielung auf den Affenfelsen an der Südspitze der iberischen Halbinsel.

Schließlich sind die Gastgeber Weltranglisten-196. und blicken nicht nur geographisch nach oben. Ins Fürstentum Liechtenstein, aktuell auf der 180 notiert. Die Entscheidung im Aufstiegskampf dürfte am 17. November fallen, wenn die Untertanen von Fürst Hans-Adam II. in Gibraltar antreten müssen.

0:13-Heimniederlage gegen Deutschland 2006

Wie weit alle drei Teams von der europäischen Spitze entfernt sind, dokumentieren die Länderspielbilanzen. Gibraltar verlor bislang 37 seiner 44 internationalen Begegnungen. Für San Marino steht unter anderem eine 0:13-Heimniederlage 2006 in der EM-Qualifikation gegen die Mannschaft von Bundestrainer Joachim Löw zu Buche. Da kam selbst der DFB-Coach seinerzeit nicht umhin, diese einseitige Partie anschließend mit gesetzter Höflichkeit als "sehr gute Trainingseinheit" zu klassifizieren.

Ähnlich übel wie San Marino kam zehn Jahre zuvor auch Liechtenstein einmal unter die Räder (1:11 gegen Mazedonien). Andere kleine Fußballnationen hingegen erarbeiteten sich schon bei der Premiere der Nations League Selbstvertrauen und Anerkennung. Der Kosovo beispielsweise gewann vor zwei Jahren im Rahmen dieses neuen Wettbewerbs gegen die Färöer (2:0) zum ersten Mal ein Länderspiel - und stieg auf Anhieb in Liga C auf.

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sid | Stand: 04.09.2020, 14:11

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