Liverpool geht als Favorit in den Supercup

Jürgen Klopp

In Istanbul gegen Chelsea

Liverpool geht als Favorit in den Supercup

Jürgen Klopps FC Liverpool spielt in Istanbul gegen den FC Chelsea um den europäischen Supercup. Vor allem nach dem Saisonstart in der Premier League gelten die "Reds" als Favorit.

In der "Battle of Britain" stehen die Vorzeichen für Jürgen Klopp ganz gut. Im Duell um den UEFA-Supercup kann der deutsche Teammanager des Champions-League-Siegers FC Liverpool am Mittwoch (14.08.2019) in Istanbul die nächste große Trophäe im internationalen Fußball gewinnen. Es wäre die erste in dieser Saison, denn im Duell um den Community Shield in England hatten die "Reds" gegen Meister Manchester City im Elfmeterschießen knapp den Kürzeren (4:5) gezogen. "Es hilft immer, Titel zu gewinnen. Das verlangt jeder von uns", sagte Klopp: "Wir sind hier, alles ist vorbereitet, lasst uns loslegen."

Gegner am Bosporus ist Europa-League-Sieger FC Chelsea. Damit stehen sich im Pokalspiel des seit 1972 jährlich ausgetragenen Wettbewerbs erstmals zwei englische Mannschaften gegenüber. Für Klopp nahezu ein Deja-vu-Erlebnis, denn erst im Juni gewann er mit seinen "Reds" gegen Ligarivale Tottenham Hotspur das rein englische Finale in der Champions League.

Sieg würde Selbstvertrauen im Meisterschaftskampf geben

Der Hunger auf den nächsten Triumph ist groß, und ein Sieg würde Liverpools Selbstvertrauen im Kampf um die ersehnte Premier-League-Krone auf der Insel stärken. Sorgen hat Klopp nach der Verletzung von Stammkeeper Alisson (Wade) plötzlich auf der Torhüterposition. Er wird wohl "für eine Weile" ausfallen, verkündete Klopp: "Ich will noch keine genaue Prognose abgeben, wann er zurückkehren wird - ein paar Wochen dauert es bestimmt." Der Spanier Adrian wird im Tor stehen.

Grund zum Jubeln hatten die "Reds", die beim UEFA-Supercup bereits dreimal als Sieger vom Platz gingen (1977, 2001, 2005), immerhin zuletzt im heimischen Stadion an der Anfield Road beim Saisonauftakt gegen Aufsteiger Norwich City. Wenngleich sich Klopp nach dem 4:1-Sieg mit der Vorstellung seiner Mannschaft nicht gänzlich zufrieden zeigte. "Es gibt viel Raum für Verbesserung, das wissen wir", sagte der 52-Jährige.

Chelsea mit schlechtem Start

Mit viel größeren Startschwierigkeiten in der neuen Saison hat aber Chelsea zu kämpfen. Nach dem Abgang des belgischen Star-Stürmers Eden Hazard zu Real Madrid scheinen die "Blues" unter dem neuen Teammanager Frank Lampard die rechte Spieltaktik noch nicht gefunden zu haben. Beim Topspiel gegen Rekordmeister Manchester United kassierten sie mit 0:4 die höchste Niederlage bei einem Trainerdebüt seit den Zeiten eines Danny Blanchflower im Dezember 1978 (2:7 in Middlesbrough). "Das war eine Lektion für mich und die Spieler, aber ich habe auch gute Dinge gesehen", sagte Lampard, der Klopp als "fantastischen Trainer" lobte: "Das wird ein großer Test für uns. Wenn wir das Maximale aus uns herausholen, können wir gewinnen."

Klopp mit Respekt

Klopp gab das Lob zurück. "Frank hat letztes Jahr mit Derby gezeigt, dass er ein sehr, sehr, sehr guter Trainer ist. Er hat Derby quasi über Nacht verändert", sagte Liverpools Coach. Lampard hatte mit Derby County nur knapp den Aufstieg in die Premier League verpasst. "Sie haben einen neuen Trainer, ein sehr interessantes Team. Alles ist neu, alle sind bereit", sagte Klopp und mahnte: "Das ist der erste Titel, den sie gemeinsam gewinnen können". Die Chelsea-Profis "werden 100 Prozent geben".

Frappart sorgt für "geschichtsträchtigen Moment"

Eine Premiere gibt es auf der Referee-Position: Als erste Unparteiische wird die französische Schiedsrichterin Stéphanie Frappart ein bedeutendes Pflichtspiel der Männer pfeifen und damit Fußball-Geschichte schreiben. "Das sind großartige Nachrichten. Ich bin sehr erfreut, dass ich Teil dieses geschichtsträchtigen Momentes sein werde", sagte Lampard. Klopp pflichtete bei: "Endlich, es war an der Zeit, dass es passiert. In einem sehr wichtigen Spiel, vor Millionen Menschen." Die 35-Jährige gilt als das französische Pendant zu Bibiana Steinhaus in Deutschland: Im April kam sie als erste Schiedsrichterin in Frankreichs Ligue 1 der Männer zum Einsatz.

vdv/sid/dpa | Stand: 14.08.2019, 09:26

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