Primera Division - die üblichen Verdächtigen

Barcelonas Zugang Frenkie de Jong (Mi.)

Neue Saison startet

Primera Division - die üblichen Verdächtigen

Von Frank van der Velden

Seit 2013 bilden der FC Barcelona, Real Madrid und Atlético Madrid das Toptrio der spanischen Primera Divison. Auch in der neuen Saison werden sie den Titel unter sich ausmachen. Oder doch nicht? Sportschau.de blickt auf die "großen Drei".

Im europäischen Fußball gab es in diesem Sommer drei Toptransfers, die alles überstrahlen. Zugeschlagen haben aber nicht wie fast schon gewohnt Klubs aus der englischen Premier League, sondern ausnahmslos spanische Vereine: der FC Barcelona, Real Madrid und dessen Stadtrivale Atlético.

Die "großen Drei" wollen auch in dieser Saison, die am Freitag (16.08.2019) mit dem Auftritt des FC Barcelona bei Athletic Bilbao startet, den Titel unter sich ausmachen. Dass es so kommt, daran zweifelt niemand ernsthaft. Das ist schließlich seit 2013 so. Zudem will das Toptrio, und das beweisen diese Transfers, auch in der Champions League weiter kommen als zuletzt.

Barcelonas Schachzug

Den wohl besten Schachzug hat der Meister FC Barcelona ausgeführt. Die Katalanen haben ihrem zuletzt ärgsten Konkurrenten Atlético Madrid dessen Star Antoine Griezmann abspenstig gemacht. Für 120 Millionen Euro wechselte der Franzose das Lager.

Trainer Ernesto Valverde hat im Angriff jetzt die Qual der Wahl. Denn neben Griezmann hat er vorne mit Lionel Messi, Ousmane Dembélé und Luis Suárez drei weitere absolute Topleute zur Verfügung. Für Philippe Coutinho ist da schon kein Platz mehr. Für ihn wird noch ein Abnehmer gesucht. Zudem arbeitet Barcelona hart an der Rückkehr von Neymar von Paris Saint-Germain.  

De Jong der neue Stratege

Als der eigentliche "Königstransfer" könnte sich allerdings ein anderer entpuppen, und das auch noch um einiges preiswerter. Frenkie de Jong kam für 75 Millionen Euro von Ajax Amsterdam zu Barcelona. Der junge Niederländer ist ein klassischer Spielmacher, der mit seiner Passsicherheit und seiner Spielintelligenz schon jetzt an die ganz großen Denker und Lenker im Barca-Mittelfeld erinnert. Zudem bringt er mehr Tempo mit als Sergio Busquets, sein Mitstreiter im zentralen Mittelfeld.

Felix soll Griezmann vergessen machen

Was die Ablösesumme angeht, hat Atlético Madrid den Vogel abgeschossen. Als Griezmann-Ersatz haben die "Matratzenmacher" für 127 Millionen Euro João Félix von Benifica Lissabon geholt. Der 19-Jährige gilt als Ausnahmetalent und in Madrid als Verheißung. Im jüngsten Testspiel gegen Juventus Turin ließ er sogar den großen Cristiano Ronaldo alt aussehen und machte beim 2:1-Sieg beide Tore. Die Sportzeitung "Marca" bezeichnete den Stürmer mit Zahnspange und Lausbubengesicht als eine "Perle". "Ein Künstler kommt", hieß es auf Seite eins. Das Konkurrenzblatt "AS" schrieb, der junge Mann könne "eine ganze Epoche bei Atlético prägen".

Ansonsten ist Trainer Diego Simeone gefühlt die halbe Abwehr abhandengekommen. So verließen Diego Godín, Lucas Hernández, Juanfran, Filípe Luis und Rodri den Klub. Die neuen Abwehrrecken heißen Mario Hermoso (Espanyol Barcelona),  Kieran Trippier (Tottenham Hotspur), Felipe (FC Porto) und Renan Lodi (Athletico Paranaense).

Joao Felix im Kreis der Super-Transfers - die Rekordtransfers Sportschau 05.07.2019 00:38 Min. Verfügbar bis 05.07.2020 Das Erste

Real mit schlechter Vorbereitung, Kritik an Transferpolitik

Nach dem Weggang von Cristiano Ronaldo 2018 erlebte Real Madrid eine Saison zum Vergessen mit dem Aus im Champions-League-Achtelfinale, dem Pokal-Halbfinale in Spanien und nur Platz drei in der Liga. Besserung ist aktuell nicht in Sicht. Die Vorbereitung war desaströs, negativer Höhepunkt: die 3:7-Klatsche gegen Atlético. "Nach dieser Schande müssen Köpfe rollen. Alarmstufe Rot", schrieb die heimische Sportzeitung "AS". Im Mittelpunkt der Kritik steht das Mittelfeld mit Toni Kroos und Luca Modric, das bei den Sportzeitungen und vielen Fans als verbraucht gilt.

Genau dort, in der Schaltstelle, hat Real auch nicht nachgelegt, Wunschspieler Paul Pogba blieb bei Manchester United. Mit Toptransfer Eden Hazard (100 Millionen Euro vom FC Chelsea) Luca Jovic, Rodrygo, Eder Militao und Ferland Mendy kamen nur Stürmer und Abwehrspieler, zudem wird der Klub Gareth Bale und James Rodríguez bis jetzt einfach nicht los. Zwar legte Real satte 300 Millionen Euro aus, die Zugänge versprechen aber keinen frischen Wind. So blieb Hazard in der Vorbereitung bisher blass. Neymar könnte den Transfersommer retten. Wie auch der FC Barcelona ist Real wild entschlossen, den Brasilianer von Paris zu verpflichten.

Valencia und Sevilla lauern

So kann es gut sein, dass sich nicht allzu viel ändert in der Rangfolge. Barcelona scheint dank seines Supersturms und de Jong besser aufgestellt als Atlético, das auch in diesem Jahr in der Tabelle vor dem Rivalen Real landen könnte. Das muss zusehen, dass es nicht rausrutscht aus den "großen Drei". Vor allem der FC Valencia und der FC Sevilla lauern.

Stand: 15.08.2019, 09:47

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