FA Cup - Schlüsselspiel für Sarri und Solskjaer

Maurizio Sarri und Gunnar Solskjaer

England, FA Cup

FA Cup - Schlüsselspiel für Sarri und Solskjaer

Von Marco Schyns

Chelsea kriselt und Manchester United muss die erste Pleite unter Ole Gunnar Solskjaer verkraften. Beim FA-Cup-Duell am Montagabend stehen die Trainer im Fokus - auf komplett unterschiedliche Art und Weise.

Das Spiel gegen Paris St. Germain war gerade einmal wenige Minuten vorbei, da bilanzierte Manchester Uniteds Trainer Ole Gunnar Solskjaer die Niederlage in der Champions League äußerst sachlich: "Wir werden jetzt nicht in Panik geraten, weil wir ein Spiel verloren haben. Es verändert nicht unsere Ausrichtung. Wir müssen weiter an dem Fußball arbeiten, den wir spielen wollen."

Die nächste Gelegenheit dazu hat das Team am Montagabend (18.02.2019). Sehr viel leichter dürfte die Aufgabe allerdings nicht werden, im FA-Cup-Achtelfinale geht es gegen den FC Chelsea. Für Manchester United steht einiges auf dem Spiel, denn sollte auch das zweite Cup-Spiel binnen weniger Tage verloren gehen, wäre die letzte Titelchance wohl verspielt.

Nächstes Schlüsselspiel für Solskjaer

Auch für Solskjaer selbst ist das Duell an der Stamford Bridge daher richtungsweisend. Ein mögliches Ausscheiden in der Königsklasse gegen PSG hätte bei der Auslosung im Dezember noch jeder erwartet, dass es nun Realität werden könnte, ist nur schwer an ihm festzumachen. Vielmehr hat der Norweger es geschafft, in seiner kurzen Zeit - seit Mitte Dezember - United in der Liga wieder klar auf Kurs Champions League zu bringen.

Zehn Siege aus elf Spielen holte Solskjaer bis zum Paris-Spiel. Darunter war auch ein 3:1-Erfolg im FA Cup beim FC Arsenal. Jetzt soll der nächste Sieg bei einem Londoner Rivalen im Pokal gelingen. Anthony Martial und Jesse Lingard, die gegen PSG verletzungsbedingt ausgewechselt werden mussten, werden nicht mithelfen können. Der seit Monaten formschwache Alexis Sanchez könnte also die nächte Chance erhalten. Auch der zuletzt eher als Joker eingesetzte Romelu Lukaku ist eine Option.

Hudson-Odoi könnte wichtige Rolle spielen

Chelseas Trainer Maurizio Sarri hatte vor allem im Pokal zuletzt auf die Dienste des vom FC Bayern München umworbenen Talents Callum Hudson-Odoi gesetzt. Der Engländer war vergangenene Woche beim peinlichen 0:6 gegen Manchester City nicht im Kader, kam auch am Donnerstag in der Europa League nur zu einem Kurzeinsatz.

Die Fans erhoffen sich von Hudson-Odoi die Impulse, die Superstar Eden Hazard zuletzt nicht liefern konnte. Seit Wochen befindet sich Belgiens WM-Star im Formtief. Er steht sinnbildlich für die aktuelle Krise bei den "Blues", trotz eines guten Spiels vor zwei Wochen gegen Huddersfield Town, als er zwei Treffer erzielte. Trotz dieses Doppelpacks gelangen Hazard in den jüngsten 17 Premier-League-Spielen nur fünf Treffer. In den acht Partien zu Saisonbeginn waren es sieben gewesen.

Was Chelsea Mut machen dürfte, ist die Tatsache, dass es ein Heimspiel hat. Denn vor allem als Gast ist die Bilanz zuletzt katastrophal gewesen: drei Ligaspiele, 0:12 Tore. Als die englischen Zeitungen nach dem 0:4 bei Bournemouth Ende Januar von einem Tiefpunkt sprachen, war das Desaster gegen City noch in weiter Ferne.

Sarri und Solskjaer - unterschiedliche Ausgangslagen

Sarri braucht dringend ein Erfolgserlebnis, sonst dreht sich die Abwärtsspirale, in der Chelsea gerade steckt, weiter. Nicht ausgeschlossen, dass er dafür den Kopf hinhalten müsste. Sein Gegenüber Solskjaer dagegen sitzt fest im Sattel. Die Trainer-Leihgabe von Molde FK wird mindestens diese Saison zu Ende bringen - unabhängig vom Ergebnis am Montagabend. Und doch kann das Spiel entscheidend werden für seine Zukunft.

Denn ob Solskjaer auch kommende Saison als Trainer an die Stamford Bridge reisen darf, wissen momentan wohl nicht einmal die United-Bosse. Schaltet er mit seinem Team aber nach dem FC Arsenal den nächsten Londoner Rivalen im Pokal aus, liefert er den nächsten Grund für eine Weiterbeschäftigung.

Stand: 18.02.2019, 10:11

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