Liverpool geht angeschlagen ins "Rückspiel" mit Manchester

Liverpools Trainer Jürgen Klopp enttäuscht

FA-Cup - 4. Runde

Liverpool geht angeschlagen ins "Rückspiel" mit Manchester

Von Dorian Aust

Vier Ligaspiele ohne Tor, die erste Heimniederlage seit über drei Jahren und Klopp schreibt den Titel erstmal ab. Liverpool geht schwer angeschlagen ins Pokalduell mit Erzrivale Manchester United.

Wenn man der Niederlage des FC Liverpool gegen Abstiegskandidat FC Burnley am Donnerstagabend (21.01.2021) im heimischen Anfield-Stadium noch irgendetwas gutes abgewinnen wollte, dann dass es die Niederlage nicht schon vier Tage früher setzte. Am Sonntag war nämlich Tabellenführer Manchester United zu Gast. Das drückt zwar die Rivalität der beiden Vereine aus, ist aber gleichzeitig Ausdruck großer Verzweiflung.

Liverpools erste Heimniederlage seit 68 Ligaspielen kam mit Ansage. Seit Wochen schleppt sich Liverpool durch die Premier League, hat seit über einem Monat nicht mehr gewonnen und ist seit dem 27. Dezember ohne Treffer in der Liga. Für Klopp und Liverpool und vor allem die sonst so wirbelnde Offensive ist das eine Ewigkeit.

Klopp rechnet vor

"Ein heftiger Schlag ins Gesicht" sei die Pleite, durch die die "Reds" auf Rang vier zurückgefallen sind. Über die Meisterschaft brauche man aktuell nicht nachdenken so Klopp - vor dem Burnley-Spiel hatte das noch anders geklungen. Der 53-jährige FIFA-Welttrainer nahm die Niederlage auf seine Kappe. Er habe seine Spieler möglicherweise nicht ausreichend vorbereitet. Er stellte sich vor seine Mannschaft und rechnete vor: "90 Prozent von dem, was uns so stark gemacht hat, machen die Jungs weiterhin super. Es fehlen nur die entscheidenden zehn Prozent. Und an den zehn Prozent müssen wir arbeiten."

Und ausgerechnet in die Phase der Aufarbeitung der Burnley-Niederlage fällt jetzt das "Rückspiel" gegen Manchester United. Nach dem 0:0 in Liverpool vor Wochenfrist, stehen sich die beiden Großklubs nun am Sonntagabend (18.00 Uhr) im FA-Cup (4. Runde) gegenüber.

Manchester zurück zu alter Stärke

ManUnited spielt in der laufenden Saison zwar selten spektakulären, aber im Vergleich zu den letzten Jahren durchaus erfolgreichen Fußball. Aus den letzten fünf Ligaspielen holten die "Red Devils" 13 von 15 möglichen Punkten und beim Remis vor einer Woche gegen Liverpool war man drauf und dran, den Dreier mitzunehmen. Vor allen Dingen in der Schlussphase spielte sich die Mannschaft von Ole Gunnar Solskjaer richtig gute Gelegenheiten heraus und scheiterte eher an den eigenen Nerven denn am Gegner.

United ist in der Champions League zwar in der Gruppe mit Leipzig und Paris gescheitert und als Dritter in die Europa League "abgestiegen", aber die Mannschaft zeigt wieder eine Geschlossenheit und einen Siegeswillen wie seit dem Abgang von Trainerlegende Sir Alex Ferguson nicht mehr. Und das ist an sich auch keine Überraschung, ist Solskjaer doch sein einstiger Zögling.

Wenn Solskjaer die Leistungsschwankungen seiner Mannschaft - von einer 1:6-Heimniederlage gegen Tottenham bis zu einem 5:0-Rausch über Leipzig ist alles drin - in den Griff bekommt, ist der Mannschaft um Edeltechniker Bruno Fernandes einiges zuzutrauen. Im FA-Cup-Duell gegen Erzrivale Liverpool sowieso.

Gründe für Liverpools Einbruch

Was aber ist eigentlich in den letzten Wochen mit dem Liverpooler Selbstverständnis passiert? Klar, fast seit Saisonbeginn fehlt der vielleicht beste Innenverteidiger der Welt Virgil van Dijk, der in Liverpool viel mehr als nur ein Defensivkünstler ist.

Selbst wenn van Dijk als Spieleröffner ein wichtiger Baustein in Klopps Spiel sein mag, so hat Liverpool auch ohne ihn bereits überzeugend gespielt. Neben dem fehlenden Tempo und Selbstvertrauen, mit dem sonst die Abwehrriegel geknackt wurden, haben die Offensivkünstler Mané, Firmino und Salah schlichtweg an Torgefahr eingebüßt. Und der Mann, der in der Offensive für mehr Konkurrenz sorgen sollte, ist ebenfalls seit geraumer Zeit verletzt: 45-Millionen-Euro-Neuzugang Diogo Jota.

Transfers Fehlanzeige

Klopp sieht keine großen Mängel im Spiel seiner Mannschaft. Man habe lediglich in den letzten Spielen in den entscheidenden Momenten die falschen Entscheidungen getroffen.

Zwischen den Zeilen war aber auch zu hören, dass Klopp sich durchaus den einen oder anderen Neuzugang in der aktuell laufenden Transferperiode gewünscht hätte. Es sei aber nicht alleine seine Entscheidung, ob Spieler geholt werden könnten. Und so muss Klopp mit dem bestehenden Personal - das im Kern in den vergangenen zwei Jahren die Champions League und Premier League gewonnen hat - die Wende schaffen. Und dafür braucht es zunächst einmal nur eins: Tore.

Ein Banner zum Dank? Rashford rückt Rivalität mit Liverpool zur Seite Sportschau 16.01.2021 02:44 Min. Verfügbar bis 16.01.2022 Das Erste

Stand: 22.01.2021, 15:33

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