Champions League - Videobeweis kommt schon im Achtelfinale

Vorgezogene Einführung

Champions League - Videobeweis kommt schon im Achtelfinale

Der Videobeweis wird in der Champions League schon ab dem Achtelfinale der laufenden Saison zum Einsatz kommen.

Felix Brych im Einsatz als Videoschiedsrichter

Das beschloss das Exekutivkomitee der UEFA bei seiner Sitzung am Montag (03.12.2018) in Dublin. Die ersten Spiele der Champions League mit Videobeweis werden damit vom 12. Februar bis zum 13. März 2019 ausgetragen.

Vorgezogener Start durch mehr Vertrauen

Eigentlich sollte der Video-Assistent in der Champions League erst mit Beginn der Saison 2019/20 eingeführt werden. "Wir sind bereit, den VAR früher als geplant zu nutzen. Das wird dem Wettbewerb zugute kommen und helfen, falsche Entscheidungen zu reduzieren", sagte UEFA-Chef Aleksander Ceferin.

Profitieren wird die UEFA davon, dass die Stadien der "üblichen Verdächtigen" in der K.o.-Runde der Königsklasse aus den Top-Ligen Spanien, England, Deutschland und Italien bereits mit entsprechenden Kamerasystemen ausgerüstet sind. Das gilt auch für die Arena von Atletico Madrid, wo am 1. Juni 2019 das Finale angepfiffen wird.

Guardiola ist ein Befürworter

Die UEFA hatte sich lange gegen die Einführung gesperrt. Als beispielsweise in Deutschland und in Italien schon Testphasen liefen, winkte UEFA-Präsident Ceferin noch ab. Ende September aber kündigte die UEFA nach den positiven Erfahrungen bei der WM in Russland die Einführung in der Champions League 2019 an. Ceferin sagte: "Wir sind überzeugt, dass wir jetzt genug Zeit haben, um den Video-Assistenten effizient und erfolgreich einzuführen."

Unter anderem Manchester Citys Teammanager Pep Guardiola hatte sich zuletzt vehement für den Einsatz dieser Hilfe ausgesprochen. Immer wieder war es in der Champions League zu teils eklatanten Fehlentscheidungen der Schiedsrichter gekommen, die mit dem Videobeweis wahrscheinlich hätten verhindert werden können.

Einführung auf breiter Ebene

Die UEFA entschied sich nun zum großen Wurf. Der Videobeweis wird außerdem beim Endspiel der Europa League 2019 in Baku, bei der Endrunde der Nations League 2019 in Portugal und bei der Endrunde der U21-Europameisterschaft 2019 in Italien eingesetzt.

Die UEFA plant weiterhin, das VAR-System bei der in zwölf europäischen Städten verteilten EM 2020, in der Europa League 2020/21 (ab der Gruppenphase) sowie in der Endphase der Nations League 2021 anzuwenden.

Reaktion auf krasse Fehler

Schon die Ankündigung der Einführung war eine Kehrtwende, die Vorverlegung des Starts wirkt nun wie eine Reaktion auf einige krasse Fehler im Halbfinale der Champions League 2017/18 sowie zuletzt in der Gruppenphase 2018/19.

Manchester Citys Raheem Sterling war beim 6:0 seiner Mannschaft gegen Schachtjor Donezk über seine eigenen Füße gestolpert - und bekam dafür einen Elfmeter. Auch eine umstrittene Rote Karte gegen Cristiano Ronaldo von Juventus Turin sorgte für Diskussionen.

nch, dpa, sid | Stand: 02.12.2018, 20:38

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