Man City wehrt sich gegen UEFA-Ermittlungen

Stadion und Logo von Manchester City

Financial Fairplay

Man City wehrt sich gegen UEFA-Ermittlungen

Manchester City hat gelassen auf die Ermittlungen der Europäischen Fußball-Union (UEFA) wegen Verstöße gegen das Financial Fairplay reagiert. Die Anschuldigungen seien "vollkommen falsch". Doch so einfach ist es nicht.

In schmalen acht Zeilen begrüßte der englische Meister Manchester City die Ermittlungen der UEFA.

Das Ermittlungsverfahren sei "eine Gelegenheit, die Spekulationen, die aus der Veröffentlichung von illegal gehackten und aus dem Zusammenhang gerissenen E-Mails entstanden sind, zu beenden", teilte der Klub mit. Die Anschuldigungen seien "vollkommen falsch", die vom Verein herausgegebenen Bilanzen über jeden Zweifel erhaben.

Verschleierte Finanzströme

Doch damit machen es sich die "Citizens" sehr einfach. Der seit gut einem Jahrzehnt in Besitz von Mansour bin Zayed al-Nahyan aus der Herrscherfamilie Abu Dhabis befindliche Klub ist unter Druck geraten. Die Ermittlungen der UEFA haben zumindest das Potenzial, die gängige Praxis der Scheich-Klubs - der aus Katar finanzierte französische Meister Paris Saint-Germain gehört auch dazu - einzudämmen.

Die Veröffentlichungen der Enthüllungsplattform "Football Leaks" haben gezeigt, wie die Verschleierung der Finanzströme funktioniert. Beispielsweise beim Deal der "Citizens" mit der Fluglinie Etihad. Diese soll als Sponsor lediglich sieben Millionen Euro nach England überwiesen haben, die restlichen im Vertrag vereinbarten 52 Millionen habe die Abu Dhabi United Group (ADUG) bezahlt - jene Holding, über die Scheich Mansour der Klub gehört.

Dasselbe Spiel soll mit weiteren Partnern gelaufen sein. Die UEFA verwies sogar darauf, dass sich die Ermittler im Fall der "Skyblues" auf "mehrere mutmaßliche Verstöße" gegen das Financial Fairplay konzentrieren, die zuletzt "in verschiedenen Medien" veröffentlicht worden waren.

Illegale Zahlungen an Sanchos Berater?

Zuletzt hatte auch der englische Fußball-Verband wegen angeblicher illegaler Zahlungen an den Berater des jetzigen Dortmund--Profis Jadon Sancho Ermittlungen eingeleitet. Das Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" hatte zuvor von den angeblichen Zahlungen berichtet, die Manchester City dazu gedient haben sollen, den damals 14-jährigen Sancho vom FC Watford zu verpflichten.

Sancho stand von 2015 bis 2017 bei City unter Vertrag. Den Enthüllungen von "Football Leaks" zufolge soll der frühere UEFA-Generalsekretär und heutige FIFA-Präsident Gianni Infantino 2014 während der Ermittlungen gegen Paris Saint-Germain und Manchester City wegen Verstößen gegen das Financial Fairplay bislang unbekannte Absprachen mit den Klubs getroffen haben. Am Ende gab es vergleichsweise milde Urteile gegen die aus Katar und Abu Dhabi alimentierten Vereine.

red/dpa | Stand: 08.03.2019, 12:00

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