Coronavirus - UEFA bestätigt "Pläne für alles"

UEFA-Präsident Aleksander Ceferin und Generalsekretär Theodore Theodoridis

EM 2020

Coronavirus - UEFA bestätigt "Pläne für alles"

Von Chaled Nahar

Das Coronavirus wirft immer mehr Fragen auf - auch die, ob die Fußball-EM 2020 in zwölf verschiedenen Ländern stattfinden kann. UEFA-Generalsekretär Theodore Theodoridis bestätigte nun, dass sich die UEFA auf den Ernstfall vorbereite.

Der wichtigste Satz beim UEFA-Kongress fiel bei der anschließenden Pressekonferenz. "Ich kann versichern: Ja, es gibt Pläne für alles." UEFA-Generalsekretär Theodore Theodoridis sagte ihn. Am Ende standen Fragen ohne Antworten im Raum: Fällt die Fußball-EM 2020 aus? Wird sie verlegt? Oder anders gestaltet?

"Wir haben jede Menge Spiele, die in ein paar Wochen beginnen. Erlauben Sie uns, dass wir uns darum zuerst kümmern", sagte Theodoridis mit Blick auf die Halbfinalspiele der Playoffs am 26. März. "Es gibt verschiedene Möglichkeiten. Über die Details können wir jetzt nicht sprechen." Man wolle nicht spekulieren. UEFA-Präsident Aleksander Ceferin sprach von "Optimismus, den man sich erhalten wolle".

Theodoridis: "Wir haben Pläne für alles" Sportschau 03.03.2020 00:44 Min. Verfügbar bis 03.03.2021 Das Erste

Italien, Deutschland und Spanien sind allesamt Gastgeberländer der EM. Neben Frankreich sind es die drei Länder mit den bislang höchsten Infektionszahlen in Europa. Das Eröffnungsspiel findet in Rom statt, zahlreiche Partien sind in Spanien und Deutschland vorgesehen.

Schottlands Trainer bleibt Auslosung fern

Die Sorge vor den Kontakten mit anderen Menschen zeigte sich schon bei den heutigen Veranstaltungen der UEFA. Schottlands Nationaltrainer Steve Clarke blieb der Auslosung der Nations League fern - aus Angst vor dem Virus.

Die aktuelle Argumentationslinie: "keine Panik"

Auch die vorderste Riege der Funktionärswelt kam nicht um das Thema herum. FIFA-Präsident Gianni Infantino, traditionell Gast beim UEFA-Kongress, nahm das Coronavirus in seiner Rede in den Blick. "Jeder Veranstalter von Wettbewerben muss das untersuchen und Entscheidungen treffen - immer in Zusammenarbeit mit den Behörden, das ist wichtig", sagte er. "Aber man darf natürlich nicht in Panik geraten."

Infantino: "Corona? Nicht in Panik geraten" Sportschau 03.03.2020 00:46 Min. Verfügbar bis 03.03.2021 Das Erste

Nicht in Panik geraten - das ist derzeit anscheinend die Argumentationslinie. Am Vorabend des Kongresses tagte das UEFA-Exekutivkomitee. UEFA-Präsident Ceferin wurde laut Medien wie folgt zitiert: "Die Panik könnte schlimmer sein als das Virus selbst." Doch Panik könnte bald bei der UEFA ausbrechen - eben mit Blick auf die EM, bei der man sich 2,1 Milliarden Euro als Einnahmeziel gesteckt hat.

Hilferuf aus der Schweiz

Einen Hilferuf gab es beim Kongress von Dominique Blanc, Präsident des Schweizerischen Fußballverbandes. "Wegen des Coronavirus sind wir in einer Situation, die für einige von uns die Grundfesten im professionellen Fußball erschüttern kann", sagte er. Sein Verband hat alle Spiele in der 1. und 2. Liga bis 23. März absagen müssen. Bei den Nachholterminen könne man im Gegensatz zu anderen Zeiten keine Rücksicht auf den Europapokal nehmen, sagte Blanc. Und dann müsse man auch bald über Geld sprechen, über "finanzielle Hilfen".

Corona - Schweiz bittet UEFA um Hilfe Sportschau 03.03.2020 02:06 Min. Verfügbar bis 03.03.2021 Das Erste

Nicht nur die Schweiz hat Probleme. Vor allem in Italien wurden Spiele abgesagt und teilweise oder vollständig ohne Zuschauer gespielt. Auch in Frankreich wurden Einschränkungen erlassen. UEFA-Generalsekretär Theodoridis wimmelte das Anliegen aus der Schweiz mit dem Hinweis auf eine frisch gegründete Arbeitsgruppe ab. Doch das Problem der Schweiz ist auch das der UEFA. Denn der Terminkalender bis zur EURO ist eng.

Playoffs rücken näher

Nur drei Tage, nachdem der Ausstand in der Schweiz zumindest nach aktuellen Planungen endet, stehen die Halbfinalspiele der Playoffs an, die Theodoridis ansprach. Glück für die UEFA: Die Infektionszahlen in den Ländern der Heimmannschaften Island, Bulgarien, Bosnien, Slowakei, Schottland, Norwegen, Georgien und Nordmazedonien sind nach Angaben der Johns-Hopkins-Universität in Baltimore derzeit gering, auch die Finalorte sind bislang kaum betroffen.

Doch auch das kann sich bis zum 26. März ändern. Sollten Spiele der Playoffs ausfallen, hätte die UEFA nur wenig Möglichkeiten, sie neu anzusetzen und rechtzeitig vor dem Turnier zu Ende zu bringen.

Stand: 03.03.2020, 13:27

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