EURO 2020 - neue und ungewohnte Qualifikation

EURO 2020

Europaweites Turnier

EURO 2020 - neue und ungewohnte Qualifikation

Von Chaled Nahar

Die UEFA hat die Bedingungen zur Qualifikation zur EURO 2020 beschlossen. Die Endrunde findet bekanntlich in ganz Europa statt - aber auch in der Qualifikation wird einiges ungewohnt sein.

Am 2. Dezember 2018 werden in Irlands Hauptstadt Dublin die Gruppen der EM-Qualifikation ausgelost. Da es bei der EM kein Gastgeberland gibt, müssen sich alle 24 Mannschaften für die Endrunde qualifizieren.

55 Mannschaften, zehn Gruppen

Die 55 gemeldeten Mannschaften - alle UEFA-Mitgliedsverbände nehmen also teil - werden laut des am Donnerstag (27.09.2018) beschlossenen Reglements in sieben Lostöpfe eingeteilt. Entscheidend bei der Setzliste ist das Abschneiden in der neuen UEFA Nations League, in die Deutschland mit einem 0:0 gegen Frankreich in die Liga A gestartet ist.

Aus den sieben Lostöpfen werden zehn Gruppen gelost, von denen fünf Gruppen fünf Mannschaften beinhalten und fünf sechs Teams. Jede Mannschaft hat gegen jedes andere Team je ein Heim- und ein Auswärtsspiel. Die zehn Gruppensieger und die zehn Gruppenzweiten sind allesamt qualifiziert und nehmen 20 der 24 Plätze bei der europaweit ausgetragenen EURO 2020 ein.

Nations League bringt vier weitere Teilnehmer

Die weiteren vier Plätze gehen an die vier Sieger in den vier Ligen der neuen UEFA Nations League. Dabei spielen die Ligen A, B, C und D jeweils einen Teilnehmer aus.

Mannschaften, die die Qualifikation verpasst haben, erhalten hier also eine zweite Chance. Klar ist aber auch, dass die Liga D, in der zurzeit Mazedonien, Luxemburg und Georgien verlustpunktfrei auftrumpfen, auf jeden Fall einen Teilnehmer an der Endrunde stellen wird.

Neue Einschränkungen: Konflikte, Wetter und Entfernungen

Die UEFA hat einige Einschränkungen in die Auslosung eingebaut. Aufgrund von politischen Spannungen oder gar bewaffneten Konflikten dürfen folgende Mannschaften jeweils nicht in eine Gruppe gelost werden:

  • Armenien und Aserbaidschan
  • Gibraltar und Spanien
  • Kosovo und Bosnien-Herzegowina
  • Kosovo und Serbien
  • Ukraine und Russland

Bei der Auslosung der Qualifikation zur EURO 2016 in Frankreich standen nur die beiden erstgenannten Paare unter dieser Regelung.

Zehn Länder haben derweil nach Ansicht der UEFA im Winter durch mögliche schlechte Wetterbedingungen ein zu hohes Risiko, dass Spiele dadurch beeinflusst werden oder gar abgesagt werden müssen. Deshalb dürfen unter den folgenden Ländern maximal zwei in die selbe Gruppe gelost werden:

  • Weißrussland
  • Estland
  • Färöer
  • Finnland
  • Island
  • Lettland
  • Litauen
  • Norwegen
  • Russland
  • Ukraine

Hinzu kommen große Reisedistanzen, die beispielsweise zwischen Portugal und Kasachstan extrem hoch sind. Aus 13 Ländern, die besonders westlich liegen, darf nur eines mit Kasachstan in eine Gruppe gelost werden. Das gilt für drei weitere westliche Länder in Bezug auf Aserbaidschan. Vier besonders östlich liegenden Ländern soll andersherum weitgehend der lange Weg nach Island erspart bleiben.

Für die deutsche Nationalmannschaft gelten keinerlei Einschränkungen bei den Reisen.

Die Endrunde - Regel der besten Gruppendritten greift erneut

Die 24 qualifizierten Teams spielen dann wie 2016 in Frankreich in sechs Gruppen á vier Mannschaften. Neben den Gruppenersten und -zweiten werden laut des Reglements für die EURO 2020 wie 2016 die vier besten Gruppendritten weiterkommen, damit ein Achtelfinale gebildet werden kann.

Stand: 27.09.2018, 14:27

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