Medien: UEFA sucht neutrale Spielorte für die Champions League

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Medien: UEFA sucht neutrale Spielorte für die Champions League

Mit Paris Saint-Germain hat ein erster Champions-League-Klub von der Regierung die Gewissheit bekommen, nicht mehr zu Hause spielen zu dürfen. Die UEFA braucht nun Alternativen: Eine könnten neutrale Spielorte sein.

Die Niederlande haben ihre Saison abgebrochen, Belgien steht Anfang Mai ebenfalls vor dieser Entscheidung. Frankreich wird bald folgen müssen - und damit rückt das Problem immer näher an die UEFA. Die hat nicht nur mittelfristig den Druck, rechtssicher die Teilnehmer an der Champions League und der Europa League 2020/21 bestimmen zu müssen. Kurzfristig muss sie die Europapokalwettbewerbe 2019/20 retten. Denn es geht um sagenhaft viel Geld.

Mehr als drei Milliarden Euro im Spiel

Neben der Fußball-Europameisterschaft, die sportlich und damit auch finanziell bereits verschoben worden ist, sind die Klubwettbewerbe Champions League und Europa League die Goldesel der UEFA. Von 2015 bis 2018 nahm die UEFA pro Jahr 2,5 Milliarden damit ein, in der vergangenen Saison waren es sogar 3,2 Milliarden Euro. Ein ähnlicher Betrag sollten Champions League und Europa League 2019/20 einspielen - doch dann kam das Coronavirus.

Um die Verträge mit Medienpartnern und Sponsoren zu erfüllen, will die UEFA den Wettbewerb unbedingt zu Ende bringen. Sie nimmt im Kalender bislang Rücksicht auf die nationalen Ligen und will die beiden Europapokal-Wettbewerbe erst im August zu Ende bringen. Bleibt es bei dem bisherigen Format, müssten Spiele in Frankreich, Spanien, Deutschland, Italien, England, Schweiz, Dänemark, sowie Ukraine plus möglicherweise Griechenland und Österreich ausgetragen werden.

"Nicht so einfach" - Münchens OB über möglichen CL-Spielort Sportschau 01.05.2020 00:23 Min. Verfügbar bis 01.05.2021 Das Erste

Findet die UEFA in zehn unterschiedlichen Ländern dieselben Bedingungen und staatlichen Maßgaben vor, um Spiele auszutragen? Aus heutiger Sicht dürfte das undenkbar sein.

Guardian berichtet über "neutrale Spielorte"

Die Ankündigung der französischen Regierung, dass bis Ende August keine Sport-Großveranstaltungen stattfinden dürfen und bis Ende Juli auch keine unter Zuschauerausschluss, wird in Frankreich wohl zu einem Abbruch der Saison führen. Paris Saint-Germain ist damit der erste Teilnehmer in einem der Europapokal-Wettbewerbe, der in seinem Land keine Spiele austragen darf. Die UEFA braucht dafür eine Lösung.

Und das könnten nach einem Bericht des "Guardian" neutrale Spielorte sein. Die UEFA erwägt demzufolge ein Vorgehen, das den Plänen der DFL ähnlich ist: Keine Zuschauer, nur wenige anwesende Personen, engmaschige Tests von Spielern und Personal. In welchem Land die UEFA solche Spielorte suchen wird, ist allerdings nicht bekannt.

"Wir planen für die Champions League, wann immer und wo immer sie auch gespielt wird", sagte PSG-Präsident Nasser al-Khelaifi, der auch als einer der Klubvertreter im UEFA-Exekutivkomitee sitzt. "Wenn es nicht möglich ist, in Frankreich zu spielen, dann werden wir im Ausland spielen."

Was passiert mit dem Heimrecht und der Auswärtstorregel?

Für die UEFA heißt es dann aber auch, flexibel beim Format zu werden. Das Achtelfinale ist in beiden Wettbewerben unvollständig. Einige Begegnungen sind komplett, einige haben ein Spiel hinter sich, andere noch gar keins. Sobald dafür eine Lösung gefunden ist, bleibt für den restlichen Wettbewerb eine Fülle an Fragen offen: Für wen gilt wann wo Heimrecht? Was passiert mit der Auswärtstorregel? Ist angesichts der Krise der Modus mit Hin- und Rückspiel überhaupt durchführbar?

Die UEFA hat den nationalen Ligen eine Frist bis zum 25. Mai gesetzt, ihre weiteres Vorgehen bekannt zu geben. Im Gegensatz zu vorherigen Drohungen sind Saisonabbrüche in den Ligen unter bestimmten Bedingungen für die UEFA neuerdings akzeptabel. Für sich selbst hat die UEFA das noch nicht geregelt.

nch | Stand: 29.04.2020, 15:53

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