Tottenham gegen Liverpool schon früh unter Druck

Jürgen Klopp (l.) und Mauricio Pochettino

Premier League

Tottenham gegen Liverpool schon früh unter Druck

Von Marco Schyns

Nach der Pleite in Watford geht es für die Tottenham Hotspur im Topspiel gegen Liverpool schon darum, eine Richtung für die Saison zu bestimmen. Anders als geplant kann das noch nicht im neuen Stadion geschehen.

Es hätte eine große Fußballparty im Norden Londons werden sollen. Mit dem Duell gegen den FC Liverpool sollte das neue Stadion der Tottenham Hotspur an der White Hart Lane feierlich eröffnet werden. Daraus wird nichts - wegen Problemen mit den Sicherheitsvorgaben. Das Topspiel des fünften Spieltags in der Premier League steigt also in Wembley. Daran haben sich die "Spurs" mittlerweile gewöhnt.

Statt rund 62.000 Fans in einem der modernsten Stadien der Welt könnten dann rund 90.000 Zuschauer ein Spiel verfolgen, das für die Gastgeber schon die Richtung vorgeben könnte, wohin der Weg in dieser Spielzeit geht. Nach der unerwarteten Pleite zuletzt gegen das überraschend starke Team aus Watford geht es nicht nur um Wiedergutmachung, sondern auch darum, zu zeigen, dass man mit den Besten der Liga mithalten kann.

Liverpool als Favorit nach London

Das aktuell beste Team der Liga ist eben jener FC Liverpool. Das Team von Trainer Jürgen Klopp hat alle seine vier Partien bislang gewonnen - meist sogar überzeugend. Der neue Stammtorhüter Alisson musste erst einmal hinter sich greifen und im Angriff funktioniert das Trio Mohamed Salah, Sadio Mané und Roberto Firmino schon ähnlich gut wie in der Vorsaison. Zusammen kommen die Drei auf sieben Tore und vier Torvorlagen.

Die "Reds" sind eines von nur drei Teams, das alle bisherigen Partien gewonnen hat. Für die Experten auf der Insel gelten sie als größter Herausforderer von Meister Manchester City. Der Champions-League-Finalist hat sich im Vergleich zur Vorsaison punktuell verstärkt - u.a. mit Naby Keita von RB Leipzig, Fabinho vom AS Monaco, Xerdan Shaqiri von Stoke City und dem bereits angesprochenen Torhüter Alisson, der aus Rom kam.

Große Lücke oder Augenhöhe

Tottenham dagegen hat nichts getan auf dem Transfermarkt. In diesem Fall, so überraschend das auch klingt, bedeutet nichts auch wirklich nichts. Keiner kam, keiner ging. Trainer Mauricio Pochettino setzt auf Kontinuität - das Erfolgsmodell der Nordlondoner in den vergangenen Jahren. Meist aber ist ihnen gelungen, das Team weiter zu verstärken - damit irgendwann auch mal ein großer Titel in Angriff genommen werden kann.

Der vergangene Sommer aber war beinahe gespenstig ruhig in Tottenham. Diskussionen gab es, wenn überhaupt, um Abgänge. Pochettino vertraut seinem Kader, der in der ersten Reihe herausragend besetzt ist, dem es aber an Tiefe fehlt. Die Pleite nach Führung in Watford war ein erster Denkzettel. Setzt es gegen Liverpool die nächste Niederlage, würde schon früh in der Saison eine große Lücke klaffen bis zur Tabellenspitze.

Anders herum würde ein Erfolg die hohen Ansprüche von Harry Kane und Co. untermauern und den Konkurrenten das klare Signal geben: Tottenham hat Großes vor. Nicht nur in Sachen Stadion.

Dessen feierliche Eröffnung soll nun Ende Oktober folgen - gegen Meister Manchester City. Wenn es nach den Nordlondonern geht, soll das ein Spiel auf Augenhöhe werden.

Stand: 12.09.2018, 15:00

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