Copa Libertadores - River Plate erkämpft sich ein Remis

River Plate's Lucas Martinez im Duell mit Sebastian Villa von den Boca Juniors

Derby der Klubs aus Buenos Aires

Copa Libertadores - River Plate erkämpft sich ein Remis

Von Jörg Strohschein

Im Hinspiel des Finales der Copa Libertadores kamen die Boca Juniors nicht über ein Unentschieden gegen River Plate hinaus. In einer intensiven Partie hatten sich die Gäste aufgrund ihrer mutigen Herangehensweise das Unentschieden verdient.

River Plate dürfte mit einem guten Gefühl in das Rückspiel des argentinischen Stadtderbys, das eigentlich das Finale der Copa Libertadores ist, gehen. Das Team von Trainer Marcelo Gallardo erkämpfte sich am Sonntagabend (11.11.2018) im Hinspiel bei den Boca Juniors im traditionsreichen Stadion La Bombonera in Buenos Aires ein 2:2 (2:1).

In zwei Wochen, am 24. November, wird dann im Rückspiel im River-Plate-Stadion El Monumental der Sieger ermittelt. Allerdings helfen die beiden Auswärtstore River Plate nicht zusätzlich, weil sie in diesem Finale keiner gesonderten Regelung unterliegen.

Diese gute Ausgangslage hatte sich River Plate verdient, weil es mutig in die Partie gegangen war. Die Gäste nahmen vor allem in der ersten halben Stunde das Heft in die Hand. River Plate versuchte früh, einen Treffer zu erzielen. Und Chancen dafür hatte sich das Team gleich mehrfach verschafft.

Boca Juniors mit Startschwierigkeiten

Bereits nach sechs Minuten hatte Gonzalo Nicolas Martinez die Führung auf dem Fuß. Seinen brachialen Schuss von der rechten Strafraumecke konnte Torhüter Augustin Daniel Rossi aber noch spektakulär aus dem Torwinkel kratzen. Bereits in der nächsten Minute hatte River-Plate-Innenverteidiger Lucas Martinez Quarta eine große Kopfballchance, verfehlte aber das gegnerische Tor. Und auch Rafael Santos Borrré machte es nach 16 Minuten nicht besser, als er seinen Kopfball nicht genau genug platzierte und Torhüter Martinez abwehren konnte.

Die Boca Juniors brauchten - unterstützt von enthusiastischen Anhängern - sehr lange, bis sie in die Partie hinein fanden. Und dann mussten sie noch eine zusätzliche Hiobsbotschaft hinnehmen. Angreifer Cristian Pavon verletzte sich nach 26 Minuten am hinteren Oberschenkel und musste das Spielfeld verlassen.

Unerwartete Führung

Es ging wie erwartet hitzig zwischen den Nachbarn zur Sache, einige Rangeleien prägten das Bild. Vor allem Boca wirkte in der ersten Hälfte lange frustriert, weil sie sich keine Tormöglichkeiten erspielen konnten. Doch nach 33 Minuten war alles anders.

Mittelstürmer Ramon Abila kam aus zehn Metern frei zum Schuss. River-Plate-Torhüter Franco Armani konnte zunächst noch abwehren, aber der Ball fiel Abila erneut vor die Füße und der Boca-Stürmer fackelte nicht lange und verwandelte zum 1:0. Und es ging spektakulär weiter: Nur zwölf Sekunden danach vollendete Lucas Pratto im direkten Gegenzug gegen die noch gänzlich ungeordnete Boca-Abwehr zum 1:1 (34.).

Nach 40 Minuten hatten dann erst Martinez per Direktabnahme und auch Borré - alleine vor Torhüter Rossi - die Chance, die Führung zu erzielen. Beide zielten aber zu ungenau. Und erneut gab es eine unerwartete Entwicklung zugunsten der Boca Juniors. In der Nachspielzeit traf der für Pavon eingewechselte Dario Ismael Benedetto per Kopf zur erneut überraschenden Führung (45+3).

Tevez zielt nicht genau genug

Im zweiten Durchgang hatte Boca die Partie zunächst besser im Griff. River Plate versuchte zwar immer wieder, den zweiten Treffer zu erzielen, aber Bocas Defensive wirkte robuster. Doch nach 60 Minuten war es ein Eigentor von Carlos Izquierdoz, der per Kopf eine lange Hereingabe zum 2:2-Ausgleich in die eigenen Maschen verlängerte, der Boca schockierte.

In der Folge entwickelte sich ein ausgeglichenes Spiel, in dem beide Teams ihre Chance suchten. Der spät eingewechselte, ehemalige Weltklassestürmer Carlos Tevez hatte dann noch eine Schusschance, aber er verfehlte das Tor nur um Zentimeter. Und auch Benedetto scheiterte in der Nachspielzeit alleine vor Torhüter Armani. Die Erfolgschancen für die Boca Juniors haben sich für das Rückspiel damit nicht gerade verbessert.

sid/dpa | Stand: 11.11.2018, 21:56

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