United - So siegt sich Solskjaer zur Dauerlösung

Ole Gunnar Solskjaer

Der Norweger ist bisher nur als Interimslösung eingeplant

United - So siegt sich Solskjaer zur Dauerlösung

Von Christian Hornung

Am schweren Erbe von Sir Alex Ferguson bei Manchester United haben sich vor José Mourinho auch Louis van Gaal und David Moyes verhoben. Nun soll eigentlich ein weiteres Schwergewicht her - doch Ole-Gunnar Solskjaer hat etwas dagegen.

Um Großes zu vollbringen, braucht dieser Mann erstaunlich wenig Zeit. Das weiß man nicht nur in München, seit Solskjaer im Champions-League-Finale 1999 in der 81. Minute für Andy Cole in die Partie kam und in der dritten Minute der Nachspielzeit Manchester United zum Sieg schoss - nach 90 Minuten hatte es noch 1:0 für Bayern gestanden.

Blitzstart zum Vereinrekord

Als Interimstrainer, und das ist immer noch seine offizielle Stellenbeschreibung in Manchester, hat der Norweger auch einen Blitzstart hingelegt: Er brauchte nur drei Wochen, um einen 63 Jahre alten Start-Rekord von Klub-Legende Sir Matt Busby aus den Geschichtsbüchern des Vereins zu löschen: Busby hatte seine ersten fünf Pflichtspiele gewonnen, was nach ihm keinem anderen Trainer mehr gelang. Solskjaer steht inzwischen schon bei acht, sechs davon in der Premier League.

Am Dienstagabend (29.01.2019) winkt gegen Burnley sein siebter Sieg - exakt diese Ausbeute hatte ihm Mourinho bei seiner Entlassung nach dem 17. Spieltag überlassen. Den Rückstand auf einen Champions-League-Platz hat Solskjaer seit seinem Amtsantritt von elf auf drei Punkte reduziert, den Abstand zur Europa League von acht auf null.

Arsenal im FA-Cup ausgeschaltet

Aber auch im FA-Cup, aus dem sich beispielsweise Tottenham Hotspur und der FC Liverpool bereits verabschiedet haben, hat Solskjaer mit United Kurs gehalten und nach dem FC Reading auch den FC Arsenal aus dem Weg geräumt. In der Champions League stehen am 12. Februar und 3. März die Duelle mit Paris St. Germain an, das ohne seinen am Mittelfuß verletzten Superstar Neymar auskommen muss. Auch da ist United keineswegs chancenlos.

Möglicherweise würde der Einzug ins Viertelfinale der Königsklasse die Klubführung in Manchester nachdenklich machen. Konnte man die ersten Siege von Solskjaer noch auf die Erlösung von Mourinho und den durchaus angenehmen Spielplan schieben, dient das inzwischen nicht mehr als Erklärung für den Superlauf: Am 13. Januar löste Solskjaer ein kompliziertes Spiel gegen den Liga-Dritten Tottenham taktisch hervorragend und gewann die Partie mit 1:0.

Pogba und die Youngster wie aufgedreht

Zuvor hatte der Ex-Stürmer eher offensive Akzente gesetzt, was ihm vor allem die unter Mourinho wie gelähmt wirkenden Paul Pogba, Marcus Rashford, Jesse Lingard oder Anthony Martial dankten, die plötzlich wie aufgedreht spielen und die Zuschauer mitreißen. Gegen die "Spurs" zeigte Solskjaer, dass er auch defensiv einen Plan hat.

Dieser Sieg war für seinen weiteren Karriereweg möglichweise auch deshalb ein besonderer, weil auf der Trainerbank des Gegners Mauricio Pochettino saß. Der Argentinier gilt als Favorit der Vereinsbosse für den Trainerjob bei United ab der kommenden Spielzeit, auch Zinédine Zidane wird immer wieder genannt.

Rat vom United-Denkmal

Solange aber keine Entscheidung bekannt gegeben wurde, ist auch Solskjaer nicht chancenlos. Die Fans im Old Trafford hat er als ehemalige United-Ikone ohnehin längst hinter sich. Dazu macht er etwas, was van Gaal und Mourinho nicht mal im Traum eingefallen wäre: Er lässt sich beraten, unter anderem von Sir Alex Ferguson.

Stand: 29.01.2019, 06:00

Darstellung: