Eklat in Cagliari - Inters Lukaku rassistisch beleidigt

Romelu Lukaku

Italien, Serie A

Eklat in Cagliari - Inters Lukaku rassistisch beleidigt

Inter Mailands Romelu Lukaku ist beim Spiel gegen Cagliari Calcio Opfer rassistischer Schmähungen geworden. Es ist nicht der erste Vorfall dieser Art in der Serie A. Auch die Fans von Cagliari sind bereits negativ aufgefallen.

Tor erzielt, Spiel gewonnen und dennoch war es für Inter Mailands Romelu Lukaku ein Abend, an den er sich ungern erinnern wird: Beim 2:1 (1:0)-Erfolg von Inter in Cagliari wurde der Belgier Opfer einer rassistischen Attacke von Anhängern der Sarden. Es lief die 73. Spielminute, als Lukaku einen Elfmeter verwandelte.

Schon während des Anlaufs wurde Lukaku von Cagliari-Fans rassistisch beschimpft. Schiedsrichter Fabio Maresca ließ die Partie jedoch trotz der Vorfälle ohne Unterbrechung weiterlaufen.

Lukaku wollte die Ausfälle auf den Rängen nach dem Schlusspfiff nicht kommentieren. Dafür sprach sein Teamkollege Milan Skriniar, der bereits auf dem Platz der Kurve der Cagliari-Fans entgegen getreten war. "Ich habe Dinge gehört, die man im Fußball nie hören sollte. Dinge dieser Art dürften nie passieren", sagte der Slowake. Inter-Coach Antonio Conte gab zwar an, die Affenlaute nicht gehört zu haben, forderte aber: "In Italien muss es mehr Respekt für die Gegner geben." 

Die Serie A und ihr Rassismusproblem

Rasssismus ist in italienischen Stadien ein großes Problem. Immer wieder kam es in der Vergangenheit zu verbalen rassistischen Übergriffen - und es ist nicht das erste Mal, dass Cagliari-Fans daran beteiligt waren. Bereits im April hatten einige von ihnen an gleicher Stelle den damals für Juventus Turin spielenden Stürmer Moise Kean (heute FC Everton) nach einem Tor mit Affenlauten belegt.

Auch der Franzose Blaise Matuidi war in Sardiniens Hauptstadt schon Opfer von rassistischen Aktionen geworden. Lukaku war im Sommer für 65 Millionen Euro von Manchester United zu Inter Mailand gewechselt, das nach dem zweiten Sieg im zweiten Spiel die Tabellenführung in der Serie A übernahm. 

Der italienische Fußballverband (FIGC) hat im vergangenen April eine neue Anti-Rassismus-Regelung erlassen. Ein Polizeifunktionär, der für die öffentliche Sicherheit der Partien zuständig ist, muss seither entscheiden, ob bei rassistischen Chören das Match vorübergehend unter- oder sogar ganz abgebrochen wird. Zur Anwendung kam diese Regelung bislang allerdings noch nicht. Auch nicht bei den Affenlauten am Sonntag.

red/sid | Stand: 02.09.2019, 10:42

Darstellung: