SSC Neapel beschwert sich über Rassismus

Kalidou Koulibaly (m) nach seinem Platzverweis neben Trainer Carlo Ancelotti (r)

Italien, Serie A

SSC Neapel beschwert sich über Rassismus

Kalidou Koulibaly vom SSC Neapel hat sich nach seinem Platzverweis im Spiel bei Inter Mailand über wiederholte rassistische Beleidigungen beschwert. Trainer Carlo Ancelotti kritisierte den Schiedsrichter, dass die Partie nicht unterbrochen worden sei.

"Ich entschuldige mich für die Niederlage und vor allem dafür, dass ich meine Brüder im Stich gelassen habe. Aber ich bin stolz auf meine Hautfarbe, darauf, dass ich ein Senegalese bin, ein Franzose, Neapolitaner: ein Mann", twitterte Koulibaly (Foto, M.) am Mittwoch (26.12.2018) nach der 0:1-Niederlage im Topspiel, die ein Tor des eingewechselten Lautaro Martinez in der Nachspielzeit besiegelt hatte.

Zwei "Geisterspiele" Strafe für Inter

Am Donnerstagnachmittag bestrafte die italienische Liga Inter. Der Traditionsklub muss zwei Heimspiele ohne Zuschauer austragen. In einer weiteren Partie muss die Fankurve im Giuseppe-Meazza-Stadion leer bleiben.

Ancelotti empört

Auch Neapels Trainer Carlo Ancelotti (Foto, r.) hatte sich empört gezeigt. Die Beleidigungen aus den Reihen der Inter-Fans seien der Grund, weshalb Koulibaly in der 81. Minute vom Platz gestellt worden sei. Er hatte nach einer Gelben Karte dem Schiedsrichter applaudiert. "Koulibaly war einfach gereizt", sagte Ancelotti.

Dreimal habe er den Schiedsrichter aufgefordert, das Match wegen Beleidigungen zu unterbrechen. "Es gab zwar einige Durchsagen, die offenkundig nicht genügt haben. Beim nächsten Mal werden wir das Spielfeld verlassen, auch wenn wir verlieren", so der frühere Bayern-Trainer.

Mailands Bürgermeister Giuseppe Sala verurteilte die Beleidigungen ebenfalls und beschrieb sie in einem Facebook-Post als "schandvolle Tat gegenüber einem wahren Athleten, der seine Hautfarbe mit Stolz trägt". Er entschuldigte sich bei Koulibaly, auch im Namen der Bürger Mailands.

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Das Spitzenspiel der Serie A wurde zudem von einem Toten und Verletzten überschattet. Ein 35 Jahre alter Fan von Inter wurde nach dem Abpfiff in der Nähe des Giuseppe-Meazza-Stadions von einem Van überfahren. Er erlag später im Krankenhaus seinen Verletzungen. Am Steuer des Unfallwagens habe ein Anhänger von Napoli gesessen, teilten die Behörden mit. Nach dem Fahrer werde noch gesucht.

Italiens Innenminister Matteo Salvini bezeichnete den Todesfall als nicht hinnehmbar. Er kündigte ein Treffen mit dem Management beider Klubs und den Chefs der Fangemeinschaften an.

Verletzte durch Messerstiche

Bei Zusammenstößen rivalisierender Fans im Anschluss an die Partie wurden zudem vier Neapel-Anhänger durch Messerstiche verletzt. In die Krawalle, die rund um das Stadion in San Siro ausbrachen, waren nach Medienberichten etwa 50 Personen verwickelt. Die Sicherheitskräfte hätten Schlimmeres verhindert. Am Donnerstag nahm die Polizei drei Männer fest, die offenbar an den Ausschreitungen beteiligt waren.

Ronaldo rettet Juventus einen Punkt

Tabellenführer Juventus Turin rettete durch Cristiano Ronaldos Ausgleichstor in Unterzahl ein 2:2 (1:1) bei Atalanta Bergamo. Für den eingewechselten portugiesischen Europameister war es im 18. Saisonspiel bereits der zwölfte Treffer.

Die Gäste mit Emre Can und Sami Khedira, der in der 65. Minute Platz für Superstar Ronaldo machen musste, gingen dabei durch ein Eigentor von Berat Djimsiti schon in der zweiten Minute in Führung.

Der Kolumbianer Duvan Zapata (24. Minute/56.), der nun die vergangenen acht Treffer für Bergamo erzielt hat, sorgte für die Wende. Drei Minuten vor Atalantas Führung sah Juves Rodrigo Betancur die Gelb-Rote Karte. Ronaldo bescherte Juve in numerischer Unterlegenheit zumindest noch einen Punkt. Neapel weist als Tabellenzweiter nun neun Punkte Rückstand auf Juventus auf.

Enttäuschung für AC Mailand

Eine erneute Enttäuschung erlebte der AC Mailand mit dem 0:0 beim Tabellenvorletzten Frosinone. Milan ist nur Sechster hinter Lazio Rom und Sampdoria Genua.

Thema in: Sport aktuell, Deutschlandfunk, Donnerstag, 27.12.18, ab 22.50 Uhr

sid/dpa/red | Stand: 27.12.2018, 16:20

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