Israels Coach Herzog blamiert seine Österreicher

Andreas Herzog

EM-Qualifikation

Israels Coach Herzog blamiert seine Österreicher

Österreich beim 2:4 (1:2) in Israel mit Austria-Rekordnationalspieler Andreas Herzog auf der Trainerbank bis auf die Knochen blamiert, Vizeweltmeister Kroatien mit 1:2 (1:1) von Ungarn düpiert: Der zweite Spieltag der EM-Qualifikation sparte nicht mit Überraschungen.

Für den früheren Bundesligaprofi Herzog erfüllte sich am Sonntag (24.03.2019) gegen seine Landsleute ein Traum. Der Dreier war für den 50-Jährigen mehr als nur ein Prestigesieg gegen sein Heimatland, das nach dem enttäuschenden Auftakt gegen Polen (0:1) noch auf seinen ersten Punkt in der Gruppe G wartet. Israel hatte zum Start 1:1 gegen Slowenien gespielt und ist ungeschlagen. Held des Spiels war bei den Israelis Dreifachtorschütze Eran Zahavy.

Arnautovic-Tore reichen nicht

In Haifa brachte der frühere Bundesliga-Profi Marko Arnautovic (8. Minute) das Team des deutschen Trainers Franco Foda, der 2017 vom Österreichischen Fußball-Bund den Vorzug vor dem ehemaligen Bremer und Münchner Bundesligastar Herzog erhalten hatte, planmäßig in Führung.

China-Legionär Zahavy (34., 45.) drehte dann noch vor der Pause das Spiel, ehe er mit einem Sonntagschuss in der 55. Minute für die Vorentscheidung sorgte. Munas Dabbur (66.) von Red Bull Salzburg machte auf Vorarbeit von Zahavy die Blamage für die Alpenrepublik perfekt. Der Ex-Bremer Arnautovic (75.) konnte nur noch verkürzen.

"Sahnetag erwischt"

"Ich bin sehr stolz auf meine Mannschaft", sagte Herzog überglücklich nach dem Abpfiff: "Wichtige Spieler in unserem Kader haben einen Sahnetag erwischt." Sein Kollege Foda kündigte Konsequenzen an: "Ich bin verantwortlich. Wir werden Veränderungen vornehmen müssen." Zuvor müsse man das Spiel aber in Ruhe analysieren, um die richtigen Maßnahmen zu ergreifen.

In Martin Hinteregger (Eintracht Frankfurt), Aleksandar Dragovic, Julian Baumgartlinger (beide Bayer Leverkusen), Marcel Sabitzer (RB Leipzig) und Valentino Lazaro (Hertha BSC) standen fünf Bundesligaprofis in der Startelf der Österreicher, die sich nach gutem Beginn und der verdienten Führung von den Hausherren den Schneid abkaufen ließen. Ohne den verletzten Bayern-Verteidiger David Alaba lief nach dem Ausgleich bei den Österreichern nicht mehr viel zusammen.

Szalai trifft gegen Kroatien

Kroatien blamierte sich in Ungarn, nachdem der Favorit zum Auftakt der Gruppe E nur ein mühevolles 2:1 gegen Außenseiter Aserbaidschan gelungen war. Frankfurts Torjäger Ante Rebic (13.) hatte die Kroaten in Führung geschossen, der Hoffenheimer Stürmer Adam Szalai glich in der 34. Minute für den Gastgeber aus. Zuvor waren die Kroaten ein ums andere Mal an Peter Gulacsi von RB Leipzig im ungarischen Tor gescheitert. Mate Patkai gelang in der 76. Minute der Siegtreffer für die Ungarn.

Im zweiten Spiel dieser Gruppe besiegte Wales dank eines frühen Treffers von Daniel James (5.) die Slowakei 1:0 (1:0) und feierte damit einen gelungen Auftakt in die Qualifikation. Für die Slowaken, bei denen die beiden Hertha-Profis Peter Pekarik und Ondrej Duda in der Startelf standen, war es die erste Niederlage, nachdem sie zum Auftakt Ungarn 2:0 geschlagen hatten.

Klarer Sieg für Russland

Russland, Gastgeber der WM 2018, gewann in Astana gegen Gastgeber Kasachstan mit 4:0 (2:0). Zum Auftakt der Gruppe I hatten die Russen 1:3 beim WM-Dritten Belgien verloren. Die Kasachen hatten Schottland zunächst überraschend mit 3:0 bezwungen. Die Schotten gewannen ihr zweites Match bei Fußball-Zwerg San Marino 2:0 (1:0).

Der WM-Dritte Belgien und Polen schafften dann am Abend den zweiten Sieg im zweiten Spiel. Die belgische Mannschaft von Trainer Roberto Martínez setzte sich in Nikosia 2:0 (2:0) gegen Zypern durch. Kapitän Robert Lewandowski erlöste die Polen gegen Lettland spät mit seinem Kopfball zum 1:0 (76. Minute), ehe Kamil Glik zum 2:0 (0:0)-Endstand (84.) traf. Beide Teams führen ihre Gruppen nun mit je sechs Punkten an.

Hazard und Batshuayi treffen

Belgien dagegen hatte gegen den Weltranglisten-87. Zypern von Beginn an keine Probleme. Offensivspieler Eden Hazard vom FC Chelsea (10.) und der Ex-Dortmunder Michy Batshuayi (18.) sorgten mit ihren Toren früh für klare Verhältnisse. Der zweite Sieg im zweiten Spiel der Quali geriet für den Weltranglisten-Ersten zu keiner Zeit in Gefahr.

in der deutschen EM-Qualifikationsgruppe C hat sich Nordirland in Belfast mit 2:1 (1:1) gegen Weißrussland durchgesetzt. Mit sechs Punkten aus zwei Partien stehen die Nordiren damit auf dem ersten Rang der Gruppe. Verteidiger Jonny Evans traf nach einer Ecke per Kopf (30. Minute) zum 1:0, Igor Stasewitsch gelang zunächst der Ausgleich (33.).

Magennis lässt Nordirland jubeln

Der eingewechselte Josh Magennis (87.) machte spät den Sieg der Gastgeber perfekt. Zum Auftakt der Qualifikation zur Fußball-EM 2020 hatten sich die Nordiren 2:0 gegen Estland durchgesetzt. Weißrussland, am 8. Juni nächster Gegner der DFB-Auswahl, kassierte nach dem 0:4 gegen die Niederlande bereits die zweite Quali-Niederlage.

Thema in: Sport aktuell, Deutschlandfunk, 22.50 Uhr, Sonntag, 24.03.19

Stand: 24.03.2019, 23:00

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