Rummenigge - Super Bowl als Vorbild für die Champions League

Bayern-Boss Karlheinz Rummenigge im TV-Interview

Reform der Königsklasse

Rummenigge - Super Bowl als Vorbild für die Champions League

Bayerns Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge wünscht sich eine Veränderung der Champions League, die sich am "Vorbild Super Bowl" orientiert. Aus seiner Sicht muss auch die Gruppenphase wieder spannender werden.

Die Titelentscheidung nach dem "Vorbild Super Bowl" und eine attraktivere Gruppenphase: Die Reformpläne der Europäischen Fußball-Union UEFA für die Champions League sorgen zumindest bei Karl-Heinz Rummenigge für Begeisterung.

"Das wird den Leuten gefallen, davon bin ich überzeugt", sagte der Vorstandsvorsitzende des FC Bayern München im vereinseigenen TV. Was der 65-Jährige "aus Kreisen der UEFA" berichtete, wollte der Kontinentalverband offiziell nicht kommentieren.

Halbfinale und Finale in nur einer Stadt

Die Gedankenspiele existieren aber schon länger. In Anlehnung an das Finalturnier in Lissabon im vergangenen Sommer, das wegen der Corona-Pandemie aus der Not entstanden war, könnten zukünftig stets beide Halbfinale sowie das Endspiel in nur einer Stadt veranstaltet werden.

Eine "Week of Football" (Woche des Fußballs) werde angestrebt, man wolle dabei "ein bisschen nach dem Vorbild Super Bowl" im US-Football gehen, sagte Rummenigge. Zudem solle die Gruppenphase, die aus Sicht des scheidenden Bayern-Chefs anfange, "ein bisschen langweilig zu werden", modifiziert werden.

Gruppenspiele im Liga-Modus

Bereits im Dezember hatte die "Times" berichtet, dass zukünftig im Liga-Modus gespielt werden könnte. Jedes Team würde dann in der Vorrunde gegen zehn Gegner antreten. Die Punkte aus diesen Spielen würden in einer gemeinsamen Tabelle mit allen 32 Teams gelistet, aus der sich die ersten 16 für die K.o.-Phase qualifizieren.

Eine Ausweitung dieser ersten Phase wird vor allem deshalb diskutiert, um dem ewigen Schreckensszenario einer eigenen "Superliga" der Spitzenklubs entgegenzuwirken. Das bedeutet aber, dass es am Anfang sogar mehr Spiele gibt: Netto wären es drei Spiele mehr.

Der bislang bekannte Modus ist vom UEFA-Exekutivkomitee bis 2024 weitgehend festgeschrieben. "Es läuft gerade eine breit angelegte Konsultation mit allen Stakeholdern, es ist noch keine Entscheidung getroffen worden", teilte die UEFA am Donnerstag (14.01.2021) auf Anfrage mit.

Finalturnier in Lissabon gab den Anstoß

Schon im August des vergangenen Jahres hatte sich UEFA-Präsident Aleksander Ceferin kurz nach dem Königsklassen-Triumph der Bayern beim Finalturnier in Lissabon offen für eine Änderung gezeigt. Das System mit einem Duell pro Begegnung erscheine "interessanter", sagte der Slowene. Die UEFA ziehe dies "für die Zukunft in Erwägung".

Im vergangenen Jahr war coronabedingt ein Champions-League-Finalturnier in Portugals Hauptstadt ausgetragen worden. Rummenigge bezeichnete das als "größten Thrill". Dabei wurden ab dem Viertelfinale in Lissabon nur K.o.-Partien ausgetragen. Am Ende krönte sich der FC Bayern zum Sieger.

dpa | Stand: 14.01.2021, 14:30

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