Reals Probleme bei der Ronaldo-Nachfolge

Cristian Ronaldo

Nach dem Abgang des Superstars zu Juventus Turin

Reals Probleme bei der Ronaldo-Nachfolge

Mit Cristiano Ronaldo verliert Real Madrid nicht nur einen Fußballer, sondern eine Marke und Marketingmaschine. Kurzfristig ist kein adäquater Nachfolger in Sicht - vielleicht hilft eine Übergangslösung.

Trainer Zinédine Zidane hat Real Madrid nach drei Champions-League-Siegen in Folge verlassen, der fünfmalige Weltfußballer Ronaldo wechselt für eine Ablösesumme von etwas mehr als 100 Millionen Euro zu Juventus Turin. Der spanische Rekordmeister steht vor dem Beginn einer neuen Ära. Aber wie wird diese aussehen? Auf welchen Star werden die "Königlichen" sich nach dem Weggang ihres Erfolgsgaranten Ronaldo stützen?

Mbappé und Neymar vorerst nicht zu haben

Auf diese Fragen gibt es in Madrid offenbar noch keine Antwort. Bisher war in der spanischen Sportpresse spekuliert worden, dass Real seinen Torjäger erst ziehen lassen würde, wenn der Klub einen einigermaßen gleichwertigen Ersatz in der Hinterhand hätte. Diese Annahme erwies sich jedoch als falsch. Nichts deutet darauf hin, dass die Madrilenen in den kommenden Tagen einen neuen Superstar an Land ziehen werden.

Dabei ist ziemlich unumstritten, wer die Favoriten der Real-Führung sind. Ganz oben auf der Wunschliste stehen Kylian Mbappé und Neymar. Bei beiden Spielern hat eine Verpflichtung jedoch einen Haken: Ein Transfer scheint ein praktisch unmögliches Unterfangen zu sein. Der 19-jährige Franzose und der 26 Jahre alte Brasilianer stehen bei Paris Saint-Germain unter Vertrag. Der finanzstarke katarische Boss Nasser Al-Khelaifi wird sich kaum dazu bewegen lassen, einen seiner Stars abzugeben, die PSG zum ersehnten Champions-League-Sieg verhelfen sollen. Dies dürfte ganz besonders für Mbappé gelten, der am Sonntag (15.07.2018) mit Frankreich im WM-Finale steht.

Paulo Dybala oder Eden Hazard

Paulo Dybala

Paulo Dybala

Für Neymar könnte nach spanischen Medienberichten eine Ablösesumme in einer Größenordnung von 250 bis 300 Millionen Euro fällig werden. Zudem müsste der Brasilianer PSG unter Druck setzen, ihn ziehen zu lassen. Da also wahrscheinlich weder Mbappé noch Neymar sofort zu haben sein werden, sind andere Denkmodelle gefordert. Um die verwöhnten und durch Ronaldos Abgang enttäuschten Real-Fans jetzt zu beruhigen, muss schon zur kommenden Saison ein Spieler kommen, der sportlich in die erste Elf passt, der sich aber auch vermarkten lässt und Trikotverkäufe garantiert.

Sadio Mané vom FC Liverpool ist eine denkbare Lösung, noch wahrscheinlicher sind ein Argentinier und ein Belgier: Paulo Dybala von Juventus Turin und Eden Hazard vom FC Chelsea. Ein solcher "Plan B" hätte den Vorteil, dass er deutlich billiger wäre. Chelsea gäbe den 27-Jährigen, der eine glänzende WM spielt, womöglich für weniger als 100 Millionen Euro ab. Gegen eine Verpflichtung des Belgiers spricht allerdings, dass dessen Position im offensiven Mittelfeld bei Real mit den Nationalspielern Isco und Marco Asensio bereits bestens besetzt ist.

Lopetegui kann Spieler formen

Dybala hingegen kann auch im Zentrum agieren, wo Karim Benzema ebenfalls seit langem umstritten ist - obwohl er zuletzt in der Champions League mit seinen Toren gegen den FC Bayern und den FC Liverpool half, den dritten Titel zu erobern.

Von einem Interesse der Madrilenen am FC-Bayern-Torjäger Robert Lewandowski ist in Spanien derzeit keine Rede mehr. Es ist auch nicht völlig auszuschließen, dass Real-Boss Florentino Pérez in diesem Sommer überhaupt keinen Superstar neu unter Vertrag nehmen wird. Der Zidane-Nachfolger Julen Lopetegui hatte als Trainer der spanischen U-21-Auswahl und der Nationalmannschaft gezeigt, dass er aus jungen Talenten erfolgreiche Mannschaften formen kann. Der Coach scheint fest entschlossen, den 26-jährigen Isco und den 22 Jahre alten Asensio zu wichtigen Stützen des neuen Real-Teams zu machen.

Wichtigere Rolle für Bale

Zudem könnte Gareth Bale nach dem Weggang Ronaldos eine wichtigere Rolle übernehmen. Der Waliser war vor fünf Jahren für die damalige Rekordablösesumme von 94 Millionen Euro zu Real gewechselt, konnte in Madrid aber nie aus dem Schatten von CR7 heraustreten. Der 28-Jährige hatte sich darüber beklagt, dass er bei Real nicht häufig genug zum Einsatz käme.

Bale steht nun vor einer neuen Chance und vor einem besonders wichtigen Jahr: Wenn Real jetzt keinen Mega-Transfer realisiert, sich entweder mit jüngeren Spielern oder Profis der Kategorie Dybala, Hazard oder Mané behilft und dieser Plan nicht aufgeht - dann bekommt Bale spätestens im Sommer 2019 garantiert wieder einen Superstar vor die Nase gesetzt.

Cristiano Ronaldo wechselt zu Juventus Turin

Sportschau | 10.07.2018 | 01:05 Min.

horni/dpa | Stand: 12.07.2018, 14:46

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