Spieler des FC Porto verlässt nach Beleidigungen den Platz

Alex Telles versucht seinen Teamkollegen Moussa Marega zurückzuhalten (R), nachdem dieser rassistisch beleidigt wurde

Rassismus in Portugal

Spieler des FC Porto verlässt nach Beleidigungen den Platz

Der Sieg des FC Porto bei Vitoria Guimarães ist von einem Eklat überschattet worden. Wenige Minuten nach seinem Siegtor zum 2:1 (1:0) in der 60. Minute verließ Torschütze Moussa Marega das Spielfeld und reagierte damit offenbar auf rassistische Beleidigungen, wie die Zeitung "Diario de Noticias" berichtete.

Mitspieler und Profis von Gastgeber Guimarães versuchten, den Fußball-Nationalspieler aus Mali zu beruhigen und offenbar zum Weiterspielen zu bewegen, der aufgebrachte 28-Jährige war jedoch in minutenlangen, erregten Diskussionen nicht umzustimmen.

Marega ließ sich auswechseln und streckte auf dem Weg in die Kabine mit Blick Richtung Tribüne beide Daumen nach unten. Sogar ein Sitz in seine Richtung sei zuvor geflogen, berichteten Medien.

Schiedsrichter wird hart kritisiert

Der in Frankreich geborene Marega schimpfte anschließend in einem wütenden Instagram-Post über die "Idioten, die ins Stadion kommen, um rassistische Parolen zu schreien", "bedankte" sich aber auch bei den Unparteiischen, "dass sie mich nicht verteidigt haben und mir eine Gelbe Karte gegeben haben, weil ich meine Hautfarbe verteidige".

Marega ärgerte auch der Umstand, dass der Schiedsrichter ihn nach dem Tor verwarnte, weil er beim Jubeln einen der Sitze über dem Kopf gehalten hatte, die von Fans auf das Feld geworfen worden waren. Er bezeichnete den Unparteiischen Luis Miguel Godinho als "eine Schande".

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"Wir verdienen Respekt"

Laut Trainer Sérgio Conceição sei Marega seit dem Warmmachen von der Vitoria-Bank aus beleidigt worden. "Wir sind eine Familie, unabhängig von Nationalität, Hautfarbe, Größe, Haarfarbe. Wir sind eine Familie. Wir sind Menschen. Wir verdienen Respekt."

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Vitoria-Präsident widerspricht

Vitoria-Präsident Miguel Pinto Lisboa sagte hingegen, er habe "keine rassistischen Beleidigungen bemerkt" - und griff Marega an. Der Angreifer habe mit "Provokationen die Tribüne in Brand gesteckt", meinte er.

dpa/sid | Stand: 17.02.2020, 09:30

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