La Liga - Messi-Theater, Transfers und die üblichen Verdächtigen

Eine Grafik mit dem Logo der Primera Division und den dazugehörigen Teams

Saisonstart in Spanien

La Liga - Messi-Theater, Transfers und die üblichen Verdächtigen

Die spanische Fußball-Liga startet in ihre neue Saison. Auf dem Transfermarkt hielten sich die Klubs noch zurück, die kurze Sommerpause wurde überstrahlt vom Hickhack um Barcelonas Superstar Lionel Messi.  

Der Auftakt kommt unspektakulär daher. CD Eibar und Celta Vigo werden am Samstag (11.09.2020, 16.00 Uhr) die neue Saison eröffnen. Ursprünglich sollten der FC Granada und Athletic Bilbao das Eröffnungsspiel am Freitag (10.09.2020) bestreiten. Doch wegen eines Streits zwischen der Liga und dem spanischen Fußball-Verband (RFEF) wurde der Liga-Auftakt um einen Tag verschoben. Granada spielt nun am Samstagabend (18.30 Uhr) gegen Bilbao, außerdem wurde die für Montag (14.09.2020) angesetzte Begegnung CD Alaves gegen Betis Sevilla auf Sonntag (14.00 Uhr) vorverlegt.

Termin-Gerangel mit Verband

Der Verband besteht darauf, dass auf die bei den Fans unbeliebten Freitags- und Montagsspiele verzichtet wird. Die Liga ging bei der Festlegung der Spieltermine hingegen davon aus, dass die wegen der Corona-Pandemie vereinbarte Sonderregel, dass die Spiele ohne Zuschauer auch an den beiden Arbeitstagen stattfinden können, weiter gültig ist. Ursprünglich hatten die Verantwortlichen gehofft, dass mit dem Beginn der neuen Saison wieder Zuschauer in die Stadien kommen könnten. Wegen der wieder steigenden Corona-Zahlen in Spanien wurde dies aber verworfen.

Zwischen dem Verband und der Liga gibt es schon lange ein Gerangel darum, wer von ihnen Zeit und Ort der Spiele festlegen darf. Der Verband ist gegen die Spiele außerhalb des Wochenendes, die Liga argumentiert mit den höheren Einnahmen aus TV-Übertragungsrechten an vier statt an zwei Wochentagen.

Auftkt ohne Real, Barca, Atletico und Sevilla

Wie in den Jahren zuvor wird an vier Tagen zu unterschiedlichen Anstoßzeiten gespielt. Drei Partien des ersten Spieltags, Real Madrid - Getafe, FC Barcelona - Elche und Atlético Madrid - FC Sevilla wurden auf einen unbestimmten Termin verschoben, um den zuletzt in Champions League und Europa League beteiligten Mannschaften eine längere Pause zu gönnen. Der erste "Clásico" zwischen dem FC Barcelona und Meister Real Madrid steigt am 25. Oktober.

Jede Menge Hickhack in Barcelona

Bestimmt wurde die kurze Sommerpause vom Hickhack um Lionel Messi. Der argentinische Superstar wollte den FC Barcelona verlassen, entschied sich nach einer kurzen Schlammschlacht inklusive Trainingsboykott aber noch einmal um. Nach eigenen Aussagen will Messi eine Auseinandersetzung vor Gericht mit seinem "Herzensklub" vermeiden. Das Verhältnis zu Klub-Boss Josep Maria Bartomeu gilt jedenfalls als zerrüttet.

Ronal Keman soll bei Barca den Umbruch einleiten.

Ronal Keman soll bei Barca den Umbruch einleiten.

Barça bestimmte aber auch noch aus einem anderen Grund die Schlagzeilen. Nach der peinlichen 2:8-Pleite im Viertelfinale der Champions League gegen Bayern München musste Trainer Quique Setién gehen, Nachfolger wurde der Niederländer Ronald Koeman. Der plant einen Neuaufbau und möchte dabei nach eigener Aussage auch nicht vor großen Namen Halt machen. Ivan Rakitic (zum FC Sevilla) ist schon weg, auf der Abschussliste stehen außerdem die Messi-Kumpels Luis Suárez und Arturo Vidal.

Die üblichen Verdächtigen im Titelkampf

Aufgrund der vielen Baustellen geht der FC Barcelona nicht unbedingt als Topfavorit auf den Meistertitel ins neue Spieljahr. Wie Barça den Umbruch unter Koeman vollzieht und das Sommertheater um seinen Superstar verkraftet, muss sich zeigen. Zudem muss der Klub nach einer Knieoperaton zum Start auf Torwart Marc-André ter Stegen verzichten.

Real Madrid will seinen Titel verteidigen und hat die bessere Ausgangslage als der Erzrivale aus Barcelona. Atlético Madrid und Europa-League-Sieger FC Sevilla haben Außenseiterchancen.

Zurückhaltung auf dem Transfermarkt

In Sachen Transfers hielten sich die Klubs bisher eher zurück. Die 20 Vereine gaben bis zum Dienstag (08.09.2020) für 249 Spieler rund 288 Millionen Euro aus (Quelle: Transfermarkt.de). Auch bei den Topklubs tat sich bislang wenig. Real Madrid verpflichtete noch keinen neuen Akteur, dafür kehren etliche Leihspieler zu den "Königlichen" zurück. Topzugang des FC Barcelona ist der defensive Mittelfeldmann Miralem Pjanic, der für 60 Millionen Euro von Juventus Turin kommt. Zudem stößt vom SC Braga Rechtsaußen Trincao (31 Millionen Euro) zum Klub aus Katalonien, auch Philippe Coutinho (ausgeliehen an den FC Bayern) ist wieder dabei.

Als weitere Neuzugänge sind Memphis Depay (Olympique Lyon) und Georginio Wijnaldum (FC Liverpool) im Gespräch, die Koeman zuletzt bei der niederländischen Nationalmannschaft trainiert hat.

Atlético Madrid holte für 56 Millionen Euro Mittelstürmer Alvaro Morata vom FC Chelsea, der FC Sevilla leistete sich für 24 Millionen Euro Rechtsaußen Suso vom AC Mailand. Zudem kehrt Ivan Rakitic vom FC Barcelona zurück (1,5 Millionen). Ein Schnäppchen machte Real Sociedad San Sebastián: David Silva kommt ablösefrei von Manchester City. Es ist jedoch damit zu rechnen, dass sich noch einiges tun wird auf dem Transfermarkt. Das Transferfenster in Spanien schließt erst am 5. Oktober.

Elche, Cadiz und Huesca neu dabei

Der FC Elche kehrt nach fünf Jahren in die Primera División zurück. Das Team aus der Region Valencia gewann nach einem 0:0 im Hinspiel das Aufstiegs-Rückspiel beim FC Girona durch ein Tor in der 96. Minute mit 1:0. Noch länger musste der FC Cadiz auf die Rückkehr in Spaniens höchste Liga warten. Die Andalusier sind erstmals seit 2006 wieder dabei, wobei sie zwischenzeitlich sogar in die dritte Liga abgerutscht waren. SD Huesca gelang nach dem Abstieg 2019 der direkte Wiederaufstieg.

Weiter ohne Fans

Die Klubs müssen zum Start weiterhin ohne Fans in den Stadien auskommen. Wann die wieder zugelassen werden, ist unklar. Spanien ist weiterhin sehr stark vom Coronavirus betroffen, die Zahl der Neuinfektionen ist in den vergangenen Wochen erneut stark angestiegen. Das Zentrum der zweiten Welle der Pandemie ist die Hauptstadt Madrid, von der deutschen Bundesregierung wurde Spanien erst kürzlich zum Risikogebiet für Reisende erklärt.

vdv/sid/dpa | Stand: 09.09.2020, 07:00

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