"Full English" - Alle Finalisten kommen von der Insel

Internationale Tageszeitungen

Pressestimmen zur englischen Dominanz in Europas Klubfußball

"Full English" - Alle Finalisten kommen von der Insel

Nach Liverpool und Tottenham in der Champions League jetzt Chelsea und Arsenal in der Europa League: England dominiert die europäischen Klubwettbewerbe. Die internationale Presse sieht den Trend für die Zukunft.

Englands Tageszeitung "Daily Mail" fasst den Triumph der Premier League ganz gut zusammen: "Full English! Alle vier europäischen Finalisten kommen aus der Premier League. England ist das erste Land, das im selben Jahr alle vier Endspielteilnehmer des UEFA-Flaggschiff-Klubwettbewerbs stellt. London ist zudem die erste Stadt, die drei Teams im selben Jahr im Finale hat."

Natürlich: Die Briten jubeln, endlich hat sich die zunehmende finanzielle Überlegenheit der englischen Klubs auch im sportlichen Ergebnis wiedergespiegelt. Also schreibt der "Daily Mirror" ganz zu Recht: "Arsenal und Chelsea haben das Full House der Dominanz der Premier League in Europa komplett gemacht."

Ausreißer wie Ajax als Ausnahme

Der europäische Klubfußball hat eine deutliche Richtung eingeschlagen: Während die finanzkräftigsten Teams aus der englischen Premier League und Spanien künftig wahrscheinlich die Wettbewerbe dominieren werden, dürften "Ausreißer" wie Ajax Amsterdams Vordringen ins Halbfinale künftig eher die Ausnahme bleiben. Ebenso Eintracht Frankfurts Husarenritt in der Europa League. Spaniens "El Mundo" schreibt: "Die tapfere Eintracht Frankfurt hätte die neue Ära der britischen Dominanz fast verhindert. Aber es war nicht ihr Tag, sondern der Tag von Torhüter Kepa."

Spaniens "El Pais" konstatiert dazu nüchtern: "In mehr als 60 Jahren europäischer Fußballwettbewerbe ist es noch nie passiert, dass ein Land beide Endspiele besetzt. Bis jetzt. Zum Finale in der Champions League zwischen Liverpool und Tottenham kommt das Endspiel in der Europa League zwischen Arsenal und Chelsea hinzu. Im Jahr des Brexits spielen vier englische Teams um die kontinentalen Titel. So etwas hat man noch nie gesehen."

"Dominierendes Bild der Premier League"

Wie Deutschland hat auch Italien derzeit in Europas Fußball-Entscheidungen keine Aktien. "La Repubblica" kann sich daher auch nur auf das Unvermeidliche beschränken: "Wie in der Champions League gibt es auch in der Europa League ein rein englisches Finale. Im Elfmeterschießen haben Sarris Männer den Widerstand der Eintracht gebrochen. Es ist das erste Mal, dass sich vier Teams aus demselben Land für das Endspiel der beiden Europapokale qualifiziert haben." Und der "Corriere dello Sport" schreibt nach Chelseas Sieg über Frankfurt: "Chelsea hat die Träume der Eintracht zunichte gemacht und Sarri das erste europäische Finale seiner Karriere geschenkt. Der Club rundet damit das dominierende Bild der Premier League in Europa ab."

Österreich: Konzentration auf Hinteregger

Und was bleibt den noch kleineren Fußball-Ländern? Die müssen sich in ihrer Berichterstattung dann eher auf einzelne Akteure aus ihrem Land konzentrieren, wenn es in Europa in Richtung Finalspiele geht. Der österreichische "Kurier" tut dies in der Betrachtung Martin Hintereggers: "Auch in der Europa League gibt es ein rein englisches Finale. Während sich Arsenal gegen Valencia im Halbfinale souverän durchsetzte und dem 3:1-Heimsieg ein 4:2 in Spanien folgen ließ, musste bei Chelsea gegen Eintracht Frankfurt nach zwei 1:1-Remis das Elferschießen entscheiden. Die Londoner gewannen daheim mit 4:3. Für Frankfurt scheiterte ÖFB-Nationalspieler Martin Hinteregger nach einer starken Partie mit dem vierten Penalty, danach vergab auch noch Goncalo Paciencia für die Deutschen, ehe der Belgier Eden Hazard Chelsea jubeln ließ."

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red/sid/dpa | Stand: 10.05.2019, 09:16

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