Die Wolverhampton Wanderers - portugiesische Oase

Die Portugiesen der Wolverhampton Wanderers feiern den Aufstieg

Premier-League-Aufsteiger

Die Wolverhampton Wanderers - portugiesische Oase

Von Robin Tillenburg

Die Wolverhampton Wanderers sind als Meister der Championship in die Premier League aufgestiegen - nun will man eine Etage höher für Furore sorgen. Das Erfolgsrezept: Portugiesen-Power.

Denn bei den "Wolves" ist nicht nur der Trainer Portugiese. Nuno Espírito Santo ist seit dem Sommer 2017 im Amt und hat dem Fußball-Klub einen Anstrich in seinen Landesfarben verpasst: Sieben Portugiesen stehen in dieser Spielzeit im Kader des Aufsteigers - ein weiterer ist verliehen.

Für 14 Millionen verpflichtet

Diogo Jota war mit 17 Toren und sechs Assists der Topscorer seines Teams in der Aufstiegssaison. Der 21-jährige Portugiese war damals allerdings noch vom spanischen Spitzenklub Atlético Madrid ausgeliehen und wurde nun für 14 Millionen Euro fest verpflichtet. Auch der 2017 ausgeliehene Linksverteidiger Rúben Vinagre, damals noch bei AS Monaco unter Vertrag, ist mit seinen erst 19 Jahren nun fester Bestandteil des Kaders.

Die größten Namen unter den vier "neuen" Portugiesen sind jedoch Torhüter Rui Patrício und Mittelfeldmann Joao Moutinho - beide verdiente Nationalspieler und Europameister. Der Keeper war ablösefrei, für Moutinho überwies man 5,6 Millionen Euro an die AS Monaco.

Dieses Element beinhaltet Daten von Twitter. Sie können die Einbettung auf unserer Datenschutzseite deaktivieren.

Es gibt natürlich auch andere Zugänge aus anderen Nationen, auf die sich die etwa 50 Millionen ausgegebenen Euro verteilen. Abwehrspieler Willy Boly kommt beispielsweise für zwölf Millionen Euro, Stürmer Raul Jiménez kostet drei Millionen Euro Leihgebühr. Ihre vorherigen Arbeitgeber? Die portugiesischen Klubs FC Porto und Benfica Lissabon. Portugal überall.

Neves-Wechsel sorgt für Aufsehen

Angefangen hatte die portugiesische Transferoffensive des Klubs, der seit 2016 von den finanzstarken Chinesen von Fosun International Limited geleitet wird, mit der Verpflichtung von Hélder Costa und danach der des Trainers. So richtig Aufsehen erregte aber erst der Wechsel von Rúben Neves: Eines der größten Talente auf der Sechserposition entschied sich im Sommer 2017 trotz zahlreicher Offerten für einen Transfer vom FC Porto in die englische zweite Liga - für etwa 18 Millionen Euro.

Jota, Vinagre und der inzwischen an Olympiakos Piräus verliehene Roderick Miranda waren die nächsten rot-grünen Bausteine, auf die Santo setzte. Und tatsächlich waren seine Portugiesen wichtige Leistungsträger im Aufstiegsjahr.

Dieses Element beinhaltet Daten von Twitter. Sie können die Einbettung auf unserer Datenschutzseite deaktivieren.

Die disuktable Rolle von "Gestifute" und Jorge Mendes

Mehr als eine Randnotiz: Sieben der acht portugiesischen Akteure im Kader werden von der gleichen Agentur beraten. "Gestifute" sagt auf den ersten Blick noch nicht so viel. Schon eher, wenn man den Gründer und Leiter nennt: Jorge Mendes ist einer der "Big Player" auf dem Beratermarkt - Cristiano Ronaldo, James Rodríguez, oder Ederson sind nur einige der Namen, die bei ihm unter Vertrag stehen. Auch Trainer Santo ist Mendes' Klient.

Spielerberater Jorge Mendes

Wie groß ist sein Einfluss wirklich? Spielerberater Jorge Mendes

Beinahe wäre der prominente Berater der Grund dafür gewesen, dass die "Wolves" echte Probleme bekommen hätten. Denn die engen privaten und eben auch geschäftlichen Beziehungen, die Mendes zu Fosun-Geschäftsführer Jeff Shi haben soll, könnte gegen die Regularien verstoßen. Diverse Klubs sollen nicht mit dieser Konstellation einverstanden gewesen sein.

"Ein Unternehmen mit einer Beteiligung an einem Klub darf keinerlei Beteiligung an den Geschäften eines Vermittlers oder der Organisation eines Vermittlers haben", heißt es beispielsweise in den Regularien des englischen Verbandes FA. Die Liga habe den Fall untersucht und keine Probleme feststellen können, hieß es im April dieses Jahres. Damit ist die Sache wohl erledigt und die Premier League muss sich damit anfreunden, dass eine "Mendes-Auswahl" wohl bald die Liga aufmischt.

Stand: 30.07.2018, 10:06

Darstellung: