Watford - wird Pearsons Entlassung zum Eigentor?

Nigel Pearson

Premier League

Watford - wird Pearsons Entlassung zum Eigentor?

Der abstiegsgefährdete FC Watford hat sich zwei Spieltage vor dem Saisonende in der englischen Premier League von Teammanager Nigel Pearson getrennt. Das ist bemerkenswert, denn die Sache könnte nach hinten losgehen. Spiel eins ohne Pearson endete mit einem 0:4 gegen Man City.

Die Nachricht kam überraschend und vielleicht geschah Pearsons Rausschmiss ein wenig aus dem Affekt heraus. Nach dem 1:3 gegen West Ham United am Freitag (17.07.2020) soll sich der Trainer ein Wortgefecht mit Klubbesitzer Gino Pozzo geliefert haben. Zwei Tage später vermeldete der Premier-League-Klub dann die Trennung.

Die Pleite gegen West Ham war enorm bitter, denn mit einem Sieg hätten die "Hornets" vorzeitig den Klassenerhalt perfekt machen können. Jetzt müssen sie noch zittern, und der Trainerwechsel zwei Spieltage vor Schluss könnte am Ende zum Eigentor werden.

Schweres Restprogramm

Das fürchten wohl auch die Fans, von denen sich offenbar viele auf Pearsons Seite geschlagen haben. "Ich war überwältigt von den guten Wünschen, die ich von Watford-Anhängern und der Fußballgemeinschaft erhalten habe. Vielen Dank für Ihre freundlichen Nachrichten", schrieb der Coach beim Kurznachrichtendienst Twitter.

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Einen Spieltag vor Schluss liegt Watford auf Platz 18, dem ersten Abstiegsplatz. Aston Villa ist punktgleich, hat aber die um ein Tor bessere Tordifferenz. Doch Watford muss noch beim FC Arsenal antreten. Der bisherige U23-Trainer Hayden Mullins betreut das Team. Und gegen Manchester City setzte es am vorletzten Spieltag eine herbe 0:4-Heimklatsche.

Schon die dritte Entlassung in dieser Saison

Sollte Watford gegen Arsenal keinen Punkt holen, muss es auf Schützenhilfe hoffen. Wenn es schlecht läuft, steigt Watford am Ende der Saison ab. Sogar Bournemouth, der Vorletzte, könnte im Schlussspurt mit einem Sieg in Everton noch an Watford vorbeiziehen. In Sachen Torverhältnis liegt das Team gerade mal drei Treffer vor den Konkurrenten.

Rechtfertigen muss sich dann wohl vor allem Klubbesitzer Gino Pozzo. Doch das muss er ohnehin. Pearson ist schon der dritte Trainer, der in dieser Saison bei den "Hornets" gehen musste. Zuvor waren Javi Gracia und Quique Sanchez Flores gefeuert worden.

Sieg gegen Liverpool der Höhepunkt

Der 56 Jahre alte Pearson hatte den Verein erst im Dezember 2019 auf dem letzten Tabellenplatz übernommen und auf Platz 17 geführt. Ende Februar sorgte Watford unter Pearson mit einem 3:0-Sieg für die erste Saison-Niederlage von Meister FC Liverpool und Trainer Jürgen Klopp. Vor der Niederlage gegen West Ham hatte es zwei Siege gegeben, und alles schien gutzugehen. Doch dann kam der Rückschlag, der Pozzo offenbar so dermaßen auf die Palme brachte, dass er sich von Pearson trennte.

Der Trainerstuhl in Watford gilt als Schleudersitz. Der bisher letzte Coach, der es dort mal zwei Jahre aushielt, war der Schotte Malky Mackay, der im Juni 2011 entlassen wurde. Seitdem hat der FC 14 Trainer in neun Jahren verschlissen. Klar ist jetzt schon, dass U23-Coach Mullins nicht bleiben darf. Für die neue Spielzeit ist Watford bereits auf der Suche nach einem neuen Übungsleiter.

vdv/sid/dpa | Stand: 21.07.2020, 11:00

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