Liverpool kann City abhängen - Fakten zum Topspiel

Jubel beim FC Liverpool

Premier League, 21. Spieltag

Liverpool kann City abhängen - Fakten zum Topspiel

Von Marco Schyns

Es ist der große Showdown auf der Insel: Tabellenführer FC Liverpool tritt bei Verfolger Manchester City an. Die Form und die Bilanz in direkten Duellen spricht für die "Reds", aber City braucht unbedingt einen Sieg.

Das erste große Fußball-Highlight im neuen Jahr steht gleich Anfang Januar an: Manchester City empfängt am Donnerstagabend (03.01.2019) den FC Liverpool. Der Meister ist aktuell nur Dritter und braucht dringend einen Sieg, um die "Reds" im Titelrennen noch einmal angreifen zu können. Auf der Insel sprechen viele Experten von einem vorentscheidenden Spiel, selbst City-Coach Pep Guardiola.

Ausgangslage und Form

Schon seit dem Spätherbst gelten diese beiden Teams als Favoriten auf den Kampf um die Meisterschaft. Lange sah es so aus, als wäre das Duell am 3. Januar vor allem ein Härtetest für Liverpool. Nach dem Motto: Dort könnt ihr zeigen, ob ihr mit City Schritt halten könnt. Diese Situation hat sich inzwischen komplett gedreht. Ausgerechnet im geschäftigen Dezember schwächelte der Meister und kassierte drei Niederlagen in sieben Spielen, zwei binnen vier Tagen um Weihnachten herum.

City gegen Liverpool - das Duell um die englische Meisterschaft

Sportschau | 02.01.2019 | 01:37 Min.

Liverpool dagegen präsentiert sich dieser Tage souveräner denn je. Die Bilanz der jüngsten neun Premier-League-Spiele: Sieg, Sieg, Sieg, Sieg, Sieg, Sieg, Sieg, Sieg, Sieg. Den bislang letzten Punktverlust gab es Anfang November bei Arsenal (1:1). Überhaupt hat das Klopp-Team erst drei Mal nicht gewonnen in 20 Spielen. Nicht wenige Experten trauen ihm zu, ungeschlagen durch die Saison zu gehen. Die "Reds" sind das Team der Stunde, sie gilt es zu schlagen. Nicht umgekehrt.

Personal

Es ist das Duell der besten Offensive (54 Tore von ManCity) gegen die beste Defensive (Acht Gegentore für Liverpool). Sergio Agüero, Raheem Sterling (je neun Tore), Leroy Sané, David Silva (je sechs Tore) und Bernardo Silva (fünf Tore) sind allesamt fit. Fraglich ist aber Spielmacher Kevin de Bruyne, der schon zuletzt beim 3:1-Sieg in Southampton gefehlt hatte. Neuzugang Riyad Mahrez, der im Hinspiel bei Liverpool einen Elfmeter verschoss, könnte aus der Startelf rutschen und durch Sané ersetzt werden. Glück für Guardiola: Mittelfeld-Chef Fernandinho ist zurück - er hatte bei beiden Pleiten um Weihnachten herum gefehlt.

Bei den Gästen sind ebenfalls fast alle Mann an Bord. Das einzige Fragezeichen steht hinter dem Einsatz von Kapitän James Milner, der noch an einer Oberschenkelverletzung leidet. Die Kapitänsbinde wird dann erneut Abwehrchef Virgil van Dijk tragen. Es gilt als unwahrscheinlich, dass Klopp eine ähnliche offensive Ausrichtung wie zuletzt gegen Arsenal (5:1) wählt. Da kam neben dem Top-Sturm Mohamed Salah (13 Tore), Sadio Mané (acht Tore) und Roberto Firmino (sieben Tore) auch Xerdan Shaqiri (vier Tore) zum Einsatz. Der Schweizer könnte durch einen weiteren zentralen Mittelfeldspieler, zum Beispiel Naby Keita oder Jordan Henderson, ersetzt werden.

Direkter Vergleich

Das Hinspiel Anfang Oktober an der Anfield Road endete torlos. Wie bereits erwähnt, vergab Mahrez die große Chance auf den Sieg, als er fünf Minuten vor Schluss einen Elfmeter in den Liverpooler Nachthimmel jagte. Es war ein leistungsgerechtes Unentschieden, mit dem City zu jenem Zeitpunkt besser leben konnte - es war Gast und weiterhin Tabellenführer. Diese Situation hat sich dramatisch verändert.

Was City gebrauchen könnte, wäre ein Erfolg wie vor gut 15 Monaten, als man Liverpool mit 5:0 aus dem Stadion schoss - auch weil die Gäste über eine Halbzeit lang zu zehnt spielten. Doch so beeindruckend dieser Erfolg damals war, es war der einzige gegen die "Reds" in den vergangenen elf Duellen. Liverpool gewann sieben Mal im gleichen Zeitraum, zuletzt sogar auswärts mit 2:1 im Champions-League-Viertelfinale.

Auch Klopps Bilanz gegen Guardiola kann sich sehen lassen: In 15 Duellen gab es für den gebürtigen Stuttgarter acht Siege und nur fünf Pleiten. In seiner gesamten Trainerkarriere traf Klopp nur auf zwei Trainer häufiger: Dieter Hecking (21 Duelle) und Thomas Schaaf (19).

Das sagen die Trainer

Klopp lehnt vor dem Spiel die Favoritenrolle ab. "Der Gegner ist für mich immer noch das beste Team in der Welt. Das bleibt so, weil sie die Qualität haben, auch wenn sie es vielleicht nicht immer zeigen", sagte Klopp auf der Pressekonferenz am Mittwoch.

Guardiola weiß, dass ihm nur ein Sieg weiterhilft: "Der Abstand ist groß. Lassen wir Punkte liegen, ist es vorbei. Wir kämpfen gegen das momentan beste Team von Europa."

Stand: 03.01.2019, 08:29

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