Die Tops und Flops der englischen Premier League

Die Tops und Flops der englischen Premier League

Jetzt ist auch die Saison in der englischen Premier League vorbei. Wer stach heraus, wer enttäuschte? Die Sportschau hat Tops und Flops zusammengetragen.

Top: 30 Jahre musste der FC Liverpool auf die englische Meisterschaft warten, in dieser Saison war es dann endlich wieder soweit. Unter Trainer Jürgen Klopp holten die "Reds" den lang herbeigesehnten Titel. Das Team holte 32 Siege und ging bei drei Unentschieden nur drei Mal als Verlierer vom Platz. Am Ende hatte Liverpool 18 Punkte Vorsprung auf Verfolger Manchester City.

Flop: Mit der Entlassung des Teammanagers Nigel Pearson zwei Spieltage vor dem Saisonende schoss der FC Watford ein klassisches Eigentor. Als Pearson vom Hof gejagt wurde, lagen die "Hornets" auf Platz 18 und hatten drei Punkte Vorsprung auf den ersten Abstiegsplatz. Unter Interimstrainer Hayden Mullins verlor das Team dann die beiden letzten Spiele, und Aston Villa zog in der Tabelle noch vorbei. Mullins war Trainer Nummer vier in Watford, vor Pearson waren schon Javi Gracia und Quique Sánchez Flores gefeuert worden - was Klubbesitzer Gino Pozzo in kein gutes Licht rückt.

Top: Auf Jamie Vardy war Verlass. Der Stürmer von Leicester City sicherte sich mit 23 Treffern die Torschützenkanone der Premier League - und das obwohl er mit seinen 33 Jahren nicht gerade zu den Jungspunden der Liga zählt. Er ist jetzt sogar der älteste Torschützenkönig in der Geschichte der Premier League. Damit hatte Vardy großen Anteil daran, dass sich Leicester am Ende wenigstens noch für die Europa League qualifizierte.

Flop: Mesut Özil geriet beim FC Arsenal komplett aufs Abstellgleis. Der ehemalige deutsche Nationalspieler brachte es in der Liga gerade mal auf 18 Einsätze und ein Tor. Nach der Corona-Pause spielte er unter Trainer Mikel Arteta keine Rolle mehr, was nur teilweise an Rückenbeschwerden lag. Der wohl teuerste Edelreservist der Premier League (350.000 Pfund pro Woche) steht bei den "Gunners" vor dem Aus.

Top: Obwohl Manchester City die Meisterschaft dem FC Liverpool überlassen musste, errreichte der entthronte Champion Magisches. Die Elf von Trainer Pep Guardiola knackte nämlich einmal mehr die 100-Tore-Marke. Am Ende hatte City 102 Treffer auf der Haben-Seite. Toptorschütze war Linksaußen Raheem Sterling, der 20 Mal einnetzte. Den aktuellen Rekord für die meisten geschossenen Tore in einer Saison hält ebenfalls Manchester City. In der Spielzeit 2017/18 traf das Team sogar 106 Mal ins Schwarze. 

Top: Sheffield United legte als Aufsteiger eine spektakuläre Saison hin. Zwischenzeitlich sah es so aus, als könne das Team von Trainer Chris Wilder sogar einen Europapokal-Platz erreichen. Am Ende landeten die "Blades" auf Rang neun, was immer noch höchst respektabel ist. Der Etat ist der kleinste der Liga, die Mannschaft besteht hauptsächlich aus Briten und Iren. Prunktstück war die Abwehr mit nur 39 Gegentoren, nur die Top drei (Liverpool, Manchester City und Manchester United) ließen weniger Treffer zu.

Top: Marcus Rashford wurde in der Corona-Krise zum Vorbild. Der Stürmer von Manchester United engagierte sich gegen Kinderarmut. So forderte er in einem offenen Brief an die britische Regierung, dass ein schon für beendet erklärtes Programm für kostenlose Schulmahlzeiten fortgesetzt wird - mit Erfolg. Dafür erhielt der englische Nationalspieler die Ehrendoktorwürde der Universität Manchester - mit gerade einmal 22 Jahren.

Top: Danny Ings war so etwas wie die Lebensversicherung des FC Southampton. Der Stürmer erzielte 22 von 51 Toren seines Teams und trug maßgeblich dazu bei, dass es am Ende im gesicherten Mittelfeld landete. Ings ist damit sogar einer der Toptransfers der Liga, denn er war erst zu Saisonbeginn fest vom FC Liverpool verpflichtet worden.

Top: Mit der Verpflichtung der Klub-Ikone Frank Lampard ging der FC Chelsea vor der Saison ein Risiko ein. Denn der ehemalige Profi hatte als Coach zuvor nur Zweitligaerfahrung bei Derby County gesammelt. Doch fußballerischen Sachverstand und Führungsqualitäten bewies Lampard auch an der Linie. Seine Debütsaison jedenfalls konnte sich sehen lassen. Er erreichte mit den "Blues" Platz vier und zog in die Champions League ein.

Flop: Tottenham Hotspur blieb weit hinter den Erwartungen zurück. Dabei galt das Team vor der Spielzeit als Mitfavorit auf die Meisterschaft, schließlich hatte man es 2019 bis ins Finale der Champions League geschafft. Doch der Saisonstart misslang, schon im November musste Erfolgstrainer Mauricio Pochettino gehen. Durch die Verpflichtung des Star-Trainers José Mourinho versuchten die "Spurs"-Verantwortlichen, das Ruder herumzureißen. Unter dem Portugiesen erreichte Tottenham erst am letzten Spieltag Platz sechs und damit wenigstens die Europa-League-Qualifikation.

Top: Dass Manchester United am Ende auf Platz drei und in der Champions League landete, hat es vor allem auch Bruno Fernandes zu verdanken. Im Januar wechselte der Portugiese von Sporting Lissabon zu den "Red Devils" und er verlor - man glaubt es kaum - keines seiner 14 Spiele, in denen er immer in der Startelf stand, acht Tore schoss und sieben weitere auflegte.

Flop: Nicolas Pépé war vor der Saison heiß umworben. Das Rennen machte der FC Arsenal. Die Londoner überwiesen dem Vernehmen nach 80 Millionen Euro an den OSC Lille. Damit löste der Ivorer den Ex-Dortmunder Pierre-Emerick Aubameyang als Rekord-Zugang des FC Arsenal ab. Aubameyang war im Winter 2018 für 63,75 Millionen Euro von Borussia Dortmund nach London gewechselt. Da Stürmer bekanntlich an Toren gemessen werden, wurde Pépé eher zur Enttäuschung. In 31 Ligaspielen gelangen ihm gerade mal fünf Treffer.

Stand: 27.07.2020, 10:59 Uhr

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