Premier League setzt auf unbestimmte Zeit aus

Das leere Stadion von Leicester City

30 Prozent Gehaltsverzicht von den Spielern gefordert

Premier League setzt auf unbestimmte Zeit aus

Ein Ende der Fußball-Pause ist auch in der englischen Premier League vorerst nicht in Sicht. Die 20 Klubs einigten sich am Freitag (03.04.2020) darauf, den Spielbetrieb wegen der Coronavirus-Krise auf unbestimmte Zeit ruhen zu lassen.

Zudem kündigten die Vereine an, ihren Spielern eine Gehaltskürzung von 30 Prozent vorzuschlagen. Dazu ist am Samstag ein Meeting mit den Spieler- und Trainergewerkschaften geplant. Auch an finanzieller Hilfe für die unteren Ligen arbeite man, hieß es. Konkrete Maßnahmen wurden aber noch nicht genannt. Eine Fortsetzung der Saison im Mai, wie es zunächst angedacht war, halten die Verantwortlichen der Vereine nicht für machbar.

"Integrität jedes Wettbewerbs wahren"

"Die Saison 2019/20 wird erst fortgesetzt, wenn es sicher und angemessen ist", teilte die Premier League mit. Das gemeinsame Ziel sei es aber, "alle nationalen Liga- und Pokalspiele zu spielen, damit die Integrität jedes Wettbewerbs gewahrt bleibt."

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Zuvor hatten britische Medien von Überlegungen berichtet, die Saison im Sommer an ausgewählten Orten in England ohne Publikum zu Ende zu spielen. Alle ausstehenden Partien würden im Fernsehen übertragen. Ähnlich wie bei einer Weltmeisterschaft würden Mannschaften, Trainer und Mitarbeiter jedes Klubs für zwei Monate ein eigenes Teamquartier beziehen, das von der Außenwelt isoliert ist, um die Gefahr einer Ansteckung mit dem Sars-CoV-2-Virus soweit wie möglich zu minimieren.

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Sportschau 03.04.2020 00:50 Min. Verfügbar bis 03.04.2021 ARD Von Thomas Spickenhofen

Spieler planen angeblich Hilfsinitiativen

Anders als in Deutschland, Spanien und Italien hatten sich die Fußballprofis in England noch nicht zum Gehaltsverzicht bekannt. Gespräche zwischen der Liga und den Gewerkschaften waren am Donnerstag erfolglos verlaufen. Die Spielergewerkschaft PFA monierte, Spieler sollten auf Gelder verzichten, während die Anteilseigner der Klubs verlustfrei durch die Coronavirus-Krise kämen und von dem Verzicht profitieren könnten.

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Wie die "Times" berichtet, sollen Hilfsinitiativen der Spieler allerdings in Planung sein. Demnach stehe Jordan Henderson, Kapitän des FC Liverpool, bereits seit einigen Tagen mit den Spielführern anderer Premier-League-Klubs in Kontakt, um einen Krisenfonds ins Leben zu rufen. Mit dem Geld solle das britische Gesundheitssystem unterstützt werden. Weitere Gespräche über diese Hilfsmaßnahme seien am Freitag positiv verlaufen.

Stand: 03.04.2020, 18:21

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