Manchester United und Solskjaer - Hoffen auf die letzten Stunden

Ole Gunnar Solskjær schaut grimmig aus der Wäsche

Premier League

Manchester United und Solskjaer - Hoffen auf die letzten Stunden

Bei Manchester United steht schon nach drei Spielen vieles in Frage. Nach einem 1:6 gegen Tottenham Hotspur gibt es vor allem an der Zusammenstellung der Mannschaft Kritik - und damit an Trainer Ole Gunnar Solskjaer und der Klubführung.

Immerhin, nach Ausreden suchte Solskjaer nicht. "Das ist der schlimmste Tag als Trainer oder Spieler von Manchester United", sagte der Trainer nach dem 1:6 (1:4) von Manchester United gegen Tottenham Hotspur. "Wir können solche Leistungen nicht akzeptieren. Ich bin der Trainer und ich bin verantwortlich dafür."

Verantwortlich für die Krise ist der Trainer, aber auch die Klubführung. Viele Fans fordern Transfers - doch am Montag um 23 Uhr Ortszeit schließt auch in England unweigerlich das Transferfenster.

Experte: "Wo ist die Planung? Wo ist die Strategie?"

Ein Reporter der BBC fasste die Lage des Klubs in einem kurzen Fazit zusammen. "Der Umstand, dass United einen Tag vor Schließung des Transferfensters bei der Suche nach neuen Spielern noch immer herumeiert, zeigt perfekt, was mit diesem Klub alles falsch läuft", schrieb der Journalist Ian Dennis. "Wie kann ein Klub von diesem Format 24 Stunden vor dem Ende der Transferperiode in diese Situation geraten? Wo ist die Planung? Wo ist die Strategie? In welche Richtung geht das?"

Im Moment geht die Richtung deutlich nach unten. Dem 1:3 zu Hause gegen Crystal Palace folgte zwar ein 3:2-Sieg in Brighton. Nach dem katastrophalen Spiel gegen Tottenham Hotspur, das United mit 1:6 verlor, findet sich der Rekordmeister auf Platz 16 wieder - knapp vor Burnley und West Bromwich.

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Zwei Spieler sollen kommen - nach dem dritten Spiel

In der Mannschaft hat sich im Sommer nur wenig getan. Der zentrale Mittelfeldspieler Donny van de Beck wechselte für fast 40 Millionen Euro von Ajax Amsterdam nach Manchester. Ansonsten endete höchstens das eine oder andere Leihgeschäft. Nun gibt es mehrere Medienberichte, nach denen Stürmer Edinson Cavani von Paris Saint-Germain kommen soll. Auch Linksverteidiger Alex Telles vom FC Porto ist angeblich in fortgeschrittenen Verhandlungen mit United, einige Medien melden den Transfer als perfekt.

Doch dass die beiden Spieler nach dem dritten Spiel kommen, hinterlässt die Frage, ob ein derart großer Klub seine Aufgaben auf dem Transfermarkt nicht früher hätte erledigen sollen. Auch die für Transfers zuständige Klubführung um Vizepräsident Ed Woodward, Sportdirektor Matt Judge und die Besitzerfamilie Glazer aus den USA stehen in der Kritik. Manchesters Ex-Spieler Patrice Evra sagte in einem Instagram-Video, Judge beantworte nicht mal die Anrufe von anderen Topklubs, Woodward vertraue den falschen Leuten.

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Seinen aktuellen Frust nach dem Spiel gegen Tottenham drückte Evra in einem Vergleich aus. "Gegen Manchester United", sagte er beim britischen Sender "Sky Sports", "sieht jede Mannschaft aus wie Real Madrid, FC Barcelona, Bayern München. Aber ich will jetzt nicht lachen - ich bin wütend."

Solskjaer profitiert auch von der Geschichte

Solskjaer profitiert in Manchester auch von seiner Geschichte. Er bleibt für alle Zeit mit einem der größten Abende der Klubgeschichte verbunden, als er 1999 gegen die Bayern in der Nachspielzeit des Endspiels um die Champions League das 2:1 erzielte, außerdem gewann er sechs Meisterschaften in England. Im Dezember 2018 kehrte er als Interimstrainer zurück, gewann zunächst praktisch jedes Spiel und bekam einen festen Vertrag. 2020 führte er United ins Halbfinale der Europa League und zurück in die Champions League.

Manchesters Zeit als Topadresse des europäischen Fußballs scheint trotzdem vorbei. Gareth Bale ging lieber nach Tottenham, Wunschkandidat Jadon Sancho bleibt wohl in Dortmund. "Wir wollen uns immer verbessern, wenn etwas zum richtigen Preis verfügbar ist", sagte Solskjaer. Es bleibt ein Hoffen auf die letzten Stunden des Transferfensters. Dass zwei neue Spieler nicht alle Probleme lösen werden, ist allerdings auch klar.

nch | Stand: 04.10.2020, 20:58

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