Der "König" von Liverpool bekommt seine Krone

Jürgen Klopp in Gedanken

Premier League

Der "König" von Liverpool bekommt seine Krone

Von Robin Tillenburg

Am Mittwochabend bekommt der FC Liverpool im Rahmen des Spiels gegen den FC Chelsea die Premier-League-Trophäe überreicht. Für Jürgen Klopp ist das der nächste Höhepunkt einer Ära, die noch nicht zu Ende sein soll.

Es sind eigentlich genügend Loblieder auf Jürgen Klopp und vor allem seine Arbeit beim FC Liverpool geschrieben worden. Deshalb ein eher faktenorientierter Rückblick

Noch einige von "damals" im Kader

Als Klopp am 8. Oktober 2015 die Geschicke bei den "Reds" übernahm, stand der Klub auf Rang zehn der Premier League. Meister war Liverpool zuletzt 1990, in der K.o.-Runde der Champions League stand man zuletzt 2009. Der einst so glorreiche FC Liverpool gehörte nicht mehr konstant zu den absoluten Spitzenklubs in England, geschweige denn zu denen im internationalen Fußball.

Klopp übernahm und machte die Mannschaft besser, verordnete ihr den als "Heavy-Metal-Fußball" bekannt gewordenen Spielstil mit viel Pressing, noch mehr Laufarbeit und geradlinigem Angriffsspiel. Er krempelte den Kader dafür zwar auch um, aber nicht so heftig, wie es in der Öffentlichkeit angesichts der augenscheinlich so großen Verwandlung oft wahrgenommen wurde. Dejan Lovren, Joe Gomez, Jordan Henderson, James Milner, Roberto Firmino, Divock Origi und Adam Lallana waren beispielsweise allesamt schon Teil des Teams, bevor Klopp sein Amt antrat, und sind jetzt eben auch Teil der Meistermannschaft.

Liverpool setzt sich die Krone auf - eine Saison der Superlative Sportschau 26.06.2020 01:42 Min. Verfügbar bis 26.06.2021 Das Erste

Transferbilanz besser als bei Bayern und City

Ein gerade in sozialen Medien gern formulierter Kritikpunkt an Klopps Arbeit, die ja auch im Champions-League-Triumph 2019 bereits einen großen Titel hervorgebracht hat: "Wenn man so viel Geld ausgeben kann, muss man ja große Titel holen." Natürlich muss Klopp bei den "Reds" nicht jeden Penny zweimal umdrehen, aber mit seiner Transferbilanz von etwa -90 Millionen Euro steht er im Vergleich zum FC Bayern München (etwa -118 Mio) oder "Paradebeispiel" Manchester City (etwa -524 Mio) noch relativ sparsam da.

Meisterschaft als "einer der größten Tage"

Genug geschrieben worden ist eigentlich auch schon über die lange Meisterschafts-Durststrecke, und wie sehr sie den Fans in der Stadt an der Mersey in den vergangenen Jahren zugesetzt hat. Man denke nur an Steven Gerrards als "The Slip" berühmt gewordenen Ausrutscher im Jahr 2014, in dem man eine komfortable Situation noch verspielte, und der sich wohl in die Netzhaut der meisten Liverpooler bis heute eingebrannt hat.

Jürgen Klopp: "Einer der größten Tage in meinem Leben"

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Jedenfalls war der Tenor im Umfeld nach dem Champions-League-Titel 2019, dass das eine wunderbare, eine faszinierende und großartige Sache sei. Dass man nun mit diesem hervorragenden Trainer aber auch bitte die noch zumindest dort noch etwas prestigeträchtigere englische Meisterschaft holen solle.

Ein Jahr später ist es schon soweit. Klopp, der in Sachen Beliebtheit schon lange der "König" von Liverpool war, ist es nun endgültig auch sportlich. Die Verleihung des Meisterschaftspokals, den er "noch nie berührt" habe, sei für ihn "wie Weihnachten" und "einer der größten Tage meines Lebens", erklärte der 53-Jährige jüngst. Doch der König denkt nicht daran, sich nach der Krönung zurückzulehnen: "Es ist ein sehr wichtiger Tag, aber nicht der letzte für uns."

Stand: 22.07.2020, 07:00

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