"Ein Verbrechen" - ManCity mit zwei Spielen in 48 Stunden

Pep Guardiola

Premier League, 19. Spieltag

"Ein Verbrechen" - ManCity mit zwei Spielen in 48 Stunden

Liverpool ist enteilt, sein Co-Trainer ist weg. Pep Guardiola durchlebt eine schwierige Zeit bei Manchester City. Ausgerechnet jetzt stehen in der Premier League zwei Spiele binnen 48 Stunden an. Selbst für Jürgen Klopp "ein Verbrechen", Guardiola reagiert süffisant.

Kurz vor Heiligabend schrieb Pep Guardiola einen Brief. Allerdings ging es darin nicht um Geschenkwünsche zum Weihnachtsfest, sondern er machte gegenüber dem englischen Fußballverband FA seinem Ärger Luft.

Der Hintergrund: Der Fußball-Wahnsinn um die Weihnachtstage und den Jahreswechsel nimmt für Manchester City in diesem Jahr eine ganz neue Dimension an. Innerhalb von nicht einmal 48 Stunden muss der vom FC Liverpool abgehängte Meister gegen die Wolverhampton Wanderers (27.12.19 um 20.45 Uhr) und Sheffield United (29.12.19 um 19 Uhr) antreten.

Training an Heiligabend bei ManCity

"Ich habe mich nur bedankt", sagte Guardiola auf sein Schreiben angesprochen mit einer gehörigen Portion Süffisanz: "Ich weiß eines ganz genau: Weniger als 48 Stunden zwischen zwei Spielen zu haben, ist nicht das perfekte Timing."

So hatte das Weihnachtsprogramm der "Citizens" auch nicht viel mit Besinnlichkeit zu tun. Training am 23. und 24. Dezember, frei am 25. Dezember, Training am 26. Dezember, Spiele am 27. und 29. Dezember. Dazu kommt das Duell am Neujahrstag gegen den FC Everton.

Klopp springt Guardiola zur Seite

Ausgerechnet sein sportlich größter Konkurrent, Jürgen Klopp, sprang Guardiola dieser Tage zur Seite. "Das ist absolut nicht in Ordnung", sagte der ehemalige Dortmunder Meistercoach: "Kein Trainer hat Probleme damit, am Boxing Day zu spielen. Aber am 27. und 29. zu spielen, das ist ein Verbrechen. Jedes Jahr ist es dasselbe, aber wir können sagen, was wir wollen - es interessiert niemanden."

Mit der Terminhatz kennt sich Klopp aus. Einen Tag vor dem Halbfinale der Klub-WM musste der FC Liverpool im League Cup antreten, dort verlor eine bessere Nachwuchself 0:5 bei Aston Villa.

Auch Guardiolas Co-Trainer ist weg

Zu solchen Mitteln muss Guardiola nicht greifen, dennoch hat auch der Spanier einiges neuzuordnen. Sein langjähriger Assistent Mikel Arteta heuerte am vergangenen Samstag beim Ligakonkurrenten FC Arsenal um Ex-Nationalspieler Mesut Özil an. Man habe zwar bereits das jüngste Spiel weitgehend ohne ihn vorbereitet, aber das verbleibende Trainerteam "müsse jetzt das mitmachen, was er gemacht hat", sagte Guardiola. Arteta hatte seinem einstigen Teamkollegen beim FC Barcelona seit 2016 assistiert.

"Wir müssen jetzt alle ein bisschen mehr arbeiten", sagte Guardiola. Bei City war Arteta vor allem im individuellen Training mit den Stars involviert. Auch dem deutschen Nationalspieler Leroy Sané half Arteta nach dessen anfänglichen Problemen in Manchester in die Spur - und hinterlässt bei den "Citizens" nun eine Lücke. 

Thema in: Sport aktuell, Deutschlandfunk, 27.12.19, 22.50 Uhr

sid/msc | Stand: 27.12.2019, 08:30

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