Führt Mesut Özil den FC Arsenal aus der Krise?

Arsenals Mesut Özil in Aktion

Premier League

Führt Mesut Özil den FC Arsenal aus der Krise?

Der FC Arsenal steckt in der Premier League trotz des neuen Cheftrainers Mikel Arteta weiter in der Krise. Der spanische Coach hofft nun auf einen seiner Spieler, der zu Beginn der Saison schon ausgemustert war: Mesut Özil.

Nach dem sehr unglücklichen 1:2 (1:0) gegen den FC Chelsea am 20. Spieltag hat der FC Arsenal nur noch sechs Zähler Vorsprung auf den ersten Abstiegsplatz. Die Situation ist alarmierend, vor allem im eigenen Stadion geht gar nichts. Vier Heimniederlagen setzte es zuletzt wettbewerbsübergreifend in Serie.

Dennoch herrscht vorsichtige Hoffnung bei den "Gunners". Der eine Grund ist die Leistung, die die Mannschaft gegen Chelsea, immerhin Tabellenvierter, bot. Die hätte nämlich mindestens mit einem Punkt belohnt werden müssen, doch unter anderem ein individueller Patzer von Keeper Bernd Leno verhinderte das.

Arteta kennt Özil gut

Ein anderer Grund ist der neue Trainer, der nach Unai Emery und dem Gespann Fredrik Ljungberg und Per Mertesacker nun endlich die bisher verkorkste Saison retten soll. Der dritte Grund ist die sich andeutende Renaissance eines "Unterschiedsspielers", der schon länger keiner mehr war. Mesut Özil zeigte sich gegen Chelsea stark verbessert und ließ immer wieder Andeutungen der Klasse aufblitzen, mit der er es in der Premier-League-Saison 2015/16 beispielsweise auf 19 Torvorlagen und sechs Treffer brachte.

Von den sonst so kritischen englischen Medien wird er ausdrücklich gelobt, von Arteta immer wieder hervorgehoben. Er habe zuletzt "unglaublich" trainiert. Ob das stimmt oder nicht: Arteta, der drei Jahre noch gemeinsam mit Özil im zentralen Mittelfeld der Londoner die Fäden zog, weiß offenbar, wie er mit dem Weltmeister von 2014 umgehen muss. "Ich weiß, wie er tickt und was er dem Team geben kann", sagte der Arsenal-Coach und ergänzte: "Ich hoffe, dass er dieses Level alle paar Tage abrufen kann."

Führungsqualitäten eher spielerisch als mental?

Mesut Özil vom FC Arsenal

Körpersprache nicht immer positiv: Mesut Özil

Özil galt unter Emery bereits als Kandidat für einen Wechsel, kam in den ersten zehn Ligaspielen nur einmal zum Einsatz. Jetzt soll er in einem kriselnden Gesamtkonstrukt die Kohlen aus dem Feuer holen. Eine Fähigkeit, die dem früheren Nationalspieler oft abgesprochen wurde. Er funktioniere nur, wenn die Mannschaft ohnehin gut spiele, er lasse die Schultern hängen, wenn es nicht gut laufe - zwei der Kritikpunkte, mit denen der heute 31-Jährige immer wieder konfrontiert wurde, obwohl seine Statistiken eigentlich immer stimmten.

Der Vorwurf der Körpersprache lässt sich nicht ganz von der Hand weisen, ein breitschultriger Lautsprecher war der Regisseur auf dem Platz aber noch nie. Das weiß sicher auch Arteta, der sich vor allem spielerische Impulse erhofft. Denn die sind es, die dem Team verloren gegangen sind. In den vergangenen Jahren gehörte die Offensive des FC Arsenal immer zu den besten der Liga. In der Spielzeit 2018/19 gelangen in 38 Spielen 73 eigene Treffer, diesmal sind es nach über der Hälfte (20 Spieltagen) nur 26.

Gute Zahlen

Da wäre es hilfreich, wenn ein Spieler, der im Schnitt in mehr als jedem zweiten Ligaspiel, das er für die "Gunners" absolviert hat, eine Torbeteiligung beisteuern konnte, wieder in Topform agieren würde. Am besten schon im Spiel am Neujahrsabend gegen Manchester United, das mit sieben Punkten Vorsprung immerhin Tabellenfünfter ist. Wenn Özil gegen die "Red Devils" in der Startelf stand, hat er übrigens in seiner Laufbahn von zwölf Partien nur drei verloren. Aber seine Zahlen stimmten ja schon immer.

rt/sid | Stand: 31.12.2019, 12:23

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