Arsenals Granit Xhaka - wenn Fußballer Briefe schreiben

Granit Xhaka

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Arsenals Granit Xhaka - wenn Fußballer Briefe schreiben

Granit Xhaka, der FC Arsenal und seine Fans, das passt gerade nicht so gut zusammen. Zuletzt kam es zum Eklat, als Xhaka bei seiner Auswechslung ausgebuht wurde. Und jetzt?

Granit Xhaka hat kürzlich ein neues Profilfoto bei Instagram hochgeladen. Nun ist das sicher keine weltbewegende Nachricht, schließlich nutzen viele Menschen die Plattform. Xhaka folgen dort zwei Millionen Menschen. Doch weil im Leben des Fußballers Xhaka gerade sehr wenig normal ist, ist es beinahe logisch, dass auch sein neues Bild für einige Aufregung sorgt.

Man sieht Xhaka auf diesem Bild von hinten. Er trägt das rote Trikot der Schweizer Nationalmannschaft und auf seinem Rücken die Nummer zehn, über den linken Arm hat er die Kapitänsbinde gestreift. Einige Wochen zuvor hatte Xhaka ein anderes Foto präsentiert, das ihn als Kapitän zeigte, doch das Trikot war ein gelbes und die Nummer auf seinem Rücken eine 34. Es war ein Bild, das ihn als Anführer des FC Arsenal zeigte.

Lieber Schweiz als Arsenal?

Man kann nur darüber mutmaßen, ob Xhaka seinen Followern mit dem simplen Tausch eines Fotos etwas mitteilen wollte, ohne etwas zu sagen. Lieber Schweiz als Arsenal, man konnte das schon so deuten. Sicher ist nur, dass das gerade nicht so gut zusammenpasst: Xhaka, der FC Arsenal und seine Fans.

Es geht um den Fußballer Xhaka, dessen selbstbewusstes Auftreten nicht überall gut ankommt, und um Fans, die ihrem Unmut über dessen Auftritte Ausdruck verleihen und dabei mitunter Grenzen überschreiten.

Buhrufe, Beleidigungen und Reaktionen - der Fall Xhaka

Schon im Frühling 2018 kursierte in England ein Video, das Arsenal-Anhänger zeigte, die sich über Xhaka lustig machten. Sie sangen, Xhaka sei ein Spieler, der "immer den Ball hergebe". Keiner wie Patrick Vieira also und auch keiner wie Cesc Fabregas, zwei Arsenal-Helden aus besseren Zeiten. Dabei ist Xhaka ein toller Fußballer, vielleicht Arsenals bester zentraler Mittelfeldspieler derzeit. Doch bei Heimspielen wurde er zuletzt immer öfter ausgepfiffen. Trotzdem machte ihn Trainer Unai Emery Ende September zum Kapitän, auch um seine Wertschätzung für den streitbaren Schweizer zu zeigen.

Am vergangenen Sonntag spielte der FC Arsenal gegen Crystal Palace, es sollte der Nachmittag werden, an dem es endgültig zum Bruch kam zwischen den Anhängern des Klubs aus Nordlondon und Xhaka. Es lief die 61. Spielminute, als Trainer Emery signalisierte, dass er seinen Kapitän Xhaka auswechseln wolle.

Eklat beim Spiel gegen Crystal Palace

Keine Freunde: Granit Xhaka und Fans des FC Arsenal

Keine Freunde: Granit Xhaka und Fans des FC Arsenal

Glücklich sah Xhaka nicht aus, es war schließlich schon das zweite Spiel in Folge, in dem er vorzeitig vom Platz musste. Er hatte es dann auch nicht unbedingt eilig, zumal jetzt auch die Fans reagierten, sie buhten ihn aus. Xhaka applaudierte ironisch zurück, er legte eine Hand ans rechte Ohr, als habe er nichts gehört. Dann warf er seine Kapitänsbinde zu Boden. Es gibt Medien, die berichten, Xhaka habe anschließend noch laut und deutlich "Fuck off" gesagt.

Es sollten für einige Tage Xhakas letzte Worte sein, von denen die Öffentlichkeit hörte. Trainer Emery sagte, Xhaka habe "sich falsch verhalten", man werde intern noch darüber sprechen müssen. Im nächsten Spiel im Liga-Cup gegen Liverpool fehlte Xhaka im Kader. Für das nächste Spiel in der Premier League gegen die Wolverhampton Wanderers kommt er wohl auch nicht in Frage. "Ich glaube nicht, dass er morgen spielen wird", sagte Emery am Freitag. "Wir müssen uns jetzt zu 100 Prozent auf das Spiel konzentrieren. Xhakas Angelegenheit letzte Woche braucht etwas Zeit, damit er sich davon erholt und für ihn und für uns wieder Normalität einkehrt." Der Ex-Nationalspieler Ian Wright sagte der BBC, Xhaka habe ohnehin nur eine "Handvoll guter Spiele" für Arsenal gemacht. Und es gab nicht wenige Fans, die Xhaka in den Kommentarspalten verunglimpften.

Nur Xhaka, der sagte nichts, er änderte nur sein Instagram-Profilbild.

Als Xhaka einen Brief schrieb

Fünf Tage schwieg Xhaka, dann veröffentlichte er auf Instagram einen offenen Brief an die Fans. Arsenal teilte ihn später auf Twitter. Darin schreibt Xhaka, die Szenen rund um seine Auswechslung hätten ihn "tief bewegt" und er habe sicher nicht angemessen reagiert. "In dieser Situation habe ich mich dazu hinreißen lassen, auch die Fans despektierlich zu behandeln, die den Klub, das Team und mich mit positiver Energie unterstützen. Das war nicht meine Intention und es tut mir leid, wenn es das ist, was Leute dachten."

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Xhaka betont aber auch, er sei zuletzt bei Spielen oder in den Sozialen Medien sehr oft beschimpft worden. Ihm sei damit gedroht worden, dass man seine "Frau umbringen" werde, schreibt Xhaka. Als er dann die Ablehnung bei seiner Auswechslung gespürt habe, habe er einen "Siedepunkt" erreicht.

Den defensiven Mittelfeldspieler Lucas Torreira, einen direkten Konkurrenten Xhakas, wird die vorläufige Abwesenheit Xhakas sicher freuen. Als Xhaka am vergangenen Wochenende vom Platz ging, hatte Torreira Tränen in den Augen. Es gibt Bilder von dieser Szene, der Arsenal-Fotograf Stuart McFarlane hat sie gemacht.

Eigentlich habe er die Fotos nicht veröffentlichen wollen, schrieb McFarlane auf Twitter, er habe dann aber doch nicht anders gekonnt. Torreira sei "untröstlich" gewesen und voller "Liebe und Respekt für seinen Kapitän".

red | Stand: 01.11.2019, 15:03

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