Boris Johnson stellt sich gegen die Reformideen von Liverpool und ManCity

Roberto Firmino (hinten) und Virgil van Dijk drehen jubelnd ab

Fußball

Boris Johnson stellt sich gegen die Reformideen von Liverpool und ManCity

Großbritanniens Premierminister Boris Johnson hat sich in die Debatte über Reformen rund um die Premier League eingeschaltet und sich entschieden gegen die bislang bekannten Veränderungspläne ausgesprochen.

"Es sind diese Art von Hinterzimmer-Deals, die das Vertrauen in die Führung des Fußball untergraben", sagte Johnsons Sprecher in Namen des Regierungschefs am Montag (12.10.2020). Am vergangenen Wochenende war das offenbar von Meister FC Liverpool und Rekordchampion Manchester United forcierte Projekt "Big Picture" ("Das große Ganze") zum Umbau der bestehenden Strukturen in der reichsten Liga der Welt und ihres Unterbaus an die Öffentlichkeit gelangt.

Kernpunkt des Papiers ist eine Verkleinerung von derzeit 20 auf 18 Klubs. Außerdem sollen der Ligapokal und der Supercup abgeschafft und die Erstliga-Playoffs mit dem Oberhaus verzahnt werden. Darüber hinaus sind in den Plänen eine Corona-Soforthilfe für die in der English Football League (EFL) zusammengeschlossenen Ligen zwei bis vier von umgerechnet über 275 Millionen Euro sowie eine künftige Beteiligung der EFL-Vereine an den TV-Einnahmen der Eliteklasse von 25 Prozent vorgesehen.

Stärkung der "Big Six"

Der britische Premierminister Boris Johnson

Strategisch zielt das Konzept auf eine Stärkung des Premier-League-Establishments um die "Big Six" mit Liverpool, Manchester United, Manchester City sowie den Londoner Vereinen FC Arsenal, FC Chelsea und Tottenham Hotspur. Wo bislang jeder der 20 Klubs eine Stimme besitzt und wegweisenden Entscheidungen mindestens 14 Vereine zustimmen müssen, sollen die Stimmen der neun dienstältesten Teams prinzipiell mehr Gewicht bekommen und bei Abstimmungen über grundsätzliche Fragen sogar schon sechs Stimmen aus diesem "Ältestenrat" genügen.

Aus Johnsons Sicht soll die betonte Solidarität mit den EFL-Teams alleine als Feigenblatt dienen und die tatsächlichen Absichten der Initiatoren verschleiern. "Für die Unterstützung der EFL haben wir schon Zusicherungen sowohl von der Premier League als auch der EFL selbst, dass sie die EFL-Vereine nicht durch Corona kaputtgehen lassen wollen, und wir wissen, dass sie auch schon im existierenden System über die notwendigen Mittel dazu verfügen", ließ Johnson ausrichten: "Wir appellieren an die Premier League und die EFL, ihre Arbeit konstruktiv zum Nutzen für die ganze Fußball-Familie fortzusetzen."

sid | Stand: 12.10.2020, 19:57

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