WM-Qualifikation: Brisantes Duell zwischen Nord- und Südkorea

Die Nationalfalggen von Nordkorea und Südkorea

Asiatische WM-Qualifikation

WM-Qualifikation: Brisantes Duell zwischen Nord- und Südkorea

Die südkoreanische Fußball-Nationalmannschaft ist zum WM-Qualifikationsspiel nach Nordkorea aufgebrochen. Am Dienstag (15.10.2019) treten die "Taeguk Warriors" in Pjöngjang im politisch höchst brisanten Duell gegen den Bruderstaat an.

Die Begegnung im Kim-Il-Sung-Stadion ist seit 29 Jahren das erste Wettbewerbsspiel beider Länder, die sich offiziell immer noch im Kriegszustand miteinander befinden und um eine politische Annäherung ringen. Nordkoreanische Waffentests belasten immer wieder das Verhältnis auf der koreanischen Halbinsel, auch die Bemühungen von US-Präsident Donald Trump, der Nordkoreas Machthaber Kim Jong-Un schon mehrmals persönlich getroffen hatte, brachten bislang nicht den erhofften Erfolg.

Logistische Vorbereitung nicht möglich

Im Vorfeld der Begegnung weigerte sich Nordkorea, Gespräche über die logistische Vorbereitung der Partie zu führen. Südkoreanische Fans und Journalisten erhielten kein Visum für die Begegnung. Die fehlende Unterstützung durch die eigenen Anhänger sehen die Südkoreaner allerdings locker. "Es ist immer besser, in einem komplett gefüllten anstatt in einem leeren Stadion zu spielen. Ich glaube, wir können ein gutes Spiel abliefern, wenn wir das als Motivation ansehen", sagte Südkoreas Abwehrspieler Kim Min-Jae vor dem Abflug nach Pjöngjang von Peking aus.

Die südkoreanische Delegation umfasst insgesamt 55 Personen, bestehend ausschließlich aus Spielern, Trainern und Betreuern. Bei dem brisanten Spiel müssen die südkoreanischen Fans auf Livebilder aus Pjöngjang verzichten. Die Bemühungen um eine Direktübertragung der Partie der zweiten Runde der Asien-Qualifikation für die Fußball-Weltmeisterschaft 2022 seien gescheitert, teilten die Sender KBS, MBC und SBS mit. Es habe bis zum Montag von Nordkorea keine Antwort gegeben.

Keine TV-Übertragung

Die Probleme mit der TV-Übertragung und den Reisemöglichkeiten für südkoreanische Fans hatten sich bereits in den vergangenen Wochen abgezeichnet. Das Vereinigungsministerium in Seoul hatte zuletzt seine Enttäuschung darüber geäußert, dass es zu organisatorischen Fragen praktisch keine Kommunikation zwischen beiden Seiten gebe.

Ob Nordkorea Strafen des Weltverbands FIFA drohen, war zunächst unklar. Jeder Besuch von Südkoreanern im abgeschotteten Norden der koreanischen Halbinsel muss von der Regierung genehmigt werden. Beide Staaten befinden sich völkerrechtlich seit dem Korea-Krieg (1950-53) noch im Kriegszustand. Trotz der Annäherung seit Anfang des vergangenen Jahres stagniert der Austausch derzeit wieder.

Über Peking nach Pjöngjang

Die Nationalmannschaft Südkoreas um ihren Superstar Heung-Min Son von Tottenham Hotspur war am Sonntag zunächst nach Peking gereist, um von dort aus weiter nach Pjöngjang zu fliegen. Nach zwei Siegen in zwei Spielen führen derzeit beide koreanische Mannschaften die Tabelle in der Gruppe H vor den Teams aus Turkmenistan, dem Libanon und Sri Lanka an. Die Erstplatzierten der acht Asiengruppen sowie die vier besten Zweiten qualifizieren sich für die nächste Runde.

sid/dpa | Stand: 14.10.2019, 14:58

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