Nations League - Russland nimmt den Schwung mit

Jubel beim russischen Team beim Spiel in der Türkei

Spiel gegen Schweden

Nations League - Russland nimmt den Schwung mit

Bei der WM im eigenen Land feierte Russland unerwartete Erfolge. Jetzt schickt sich das Team von Trainer Stanislaw Tschertschessow an, auch in der Nations League für Furore zu sorgen. Der Aufstieg winkt.

Der Erfolg kam unerwartet: Vor der Fußball-WM 2018 in Russland hatte niemand einen Pfifferling gewettet auf die Gastgeber. Das Team von Trainer Tschertschessow könne froh sein, die Vorrunde zu überstehen - so hieß es selbst in Russland.  

Doch dann schaffte es die "Sbornaja" nach einem Sieg gegen Spanien bis ins Viertelfinale, wo sie erst am späteren Vizeweltmeister Kroatien scheiterte - und das auch noch sehr unglücklich nach Elfmeterschießen.

Beste Aussichten

Wer dachte, die Russen würden nach der WM im eigenen Land wieder zurückfallen in den alten Trott aus Niederlagen und biederen Auftritten, den sie vor dem Turnier an den Tag gelegt hatten, der sieht sich getäuscht.

Vor dem dritten Spieltag in der Nations League B führt das Team die Tabelle der Gruppe 2 an. Und jetzt stehen zwei Heimspiele in Folge an. Mit Erfolgen gegen Schweden am Donnerstag (11.10.2018) in Kaliningrad und drei Tage später gegen die Türkei in Sotschi könnte es schon einen großen Schritt tun in Richtung Gruppensieg.

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Aufstieg winkt

Und der würde dann den Aufstieg in Division A bedeuten. Dann wäre Russland wieder mittendrin im Konzert der Großen - gemeinsam mit Fußball-Nationen wie Frankreich, Spanien, England oder Deutschland. Dort gehört es dem eigenen Befinden nach auch hin. Geholfen hat den Russen in der engen Dreiergruppe dabei der 3:2-Sieg der Türkei in Schweden.

Zum Auftakt der neu erschaffenen Nations League gab es einen 2:1-Sieg in der Türkei. wo sich die Russen auch von den frenetischen türkischen Fans nicht aus der Ruhe bringen ließen. Danach feierte Tschertschessows Team einen klaren 5:1-Erfolg im Test gegen Tschechien. Es läuft im russischen Fußball. Das zeigt sich auch in der Champions League. Da führt ZSKA Moskau nach dem jüngsten Sieg gegen Real Madrid überraschend die Tabelle der Gruppe G an.

Die Stimmung ist prächtig. Beim Training sieht man gelöste Spieler, die Fans stehen wie bei der WM hinter dem Team und belagern die Spieler vor dem Mannschaftshotel. Die geben sich volksnah.

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Elf WM-Fahrer zuletzt nicht dabei

Der Erfolg des Nationalteams verwundert dennoch ein wenig. Denn gegen die Türkei und Tschechien waren elf Spieler aus dem erfolgreichen WM-Kader überhaupt nicht dabei. So fehlten zum Beispiel Torwart Igor Akinfejew und Topstürmer Fjodor Smolow. Mit dabei waren stattdessen die ehemaligen Bundesligaprofis Roman Neustädter, der kurz vor der WM noch aus dem Kader gestrichen worden war, und Konstantin Rausch.

Doch Tschertschessow ist es gelungen, trotz vieler Ausfälle den Schwung der WM und das dort wieder gefundene Selbstbewusstsein hinüberzutragen in die Nations League.  "Wir hoffen, dass in Russland eine neue Epoche beginnt. Alle wollen Fußball spielen", sagte der frühere Bundesligaprofi von Dynamo Dresden nach der WM: "Jetzt ist die Frage, wie wir den Fußball weiterentwickeln." Die Spieler habe er ermutigt: "Ihr müsst euer sportliches Niveau versuchen zu halten." Das tun sie offenbar.

Vertrag verlängert

Da verwundert es nicht, dass der nationale Verband RFS den Vertrag mit dem Trainer zuletzt vorzeitig bis 2020 verlängert hat. Der neue Kontrakt beinhaltet auch eine Option auf eine Ausweitung um zwei weitere Jahre. Dann steht die EM an, für die sich die Russen unbedingt qualifizieren wollen.

red/sid/dpa | Stand: 11.10.2018, 09:47

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