Kroos ist und bleibt für Löw unverzichtbar

Toni Kroos

Nations League

Kroos ist und bleibt für Löw unverzichtbar

Schlechte WM gespielt, Krise bei Real Madrid: Für Bundestrainer Joachim Löw bleibt Toni Kroos dennoch unverzichtbar - auf und neben dem Platz. Deutlich wird das wieder vor dem Spiel gegen die Niederlande.

"Die Duelle klingen gut im Ohr. Von daher sind wir motiviert und streben sechs Punkte an", sagt Kroos vor den zwei Partien in der Nations League am Samstag (13.10.2018) gegen die Niederlande in Amsterdam und drei Tage später in Paris gegen Weltmeister Frankreich.

Und auf die Frage, ob man die beiden Spiele nach der schlechten WM nicht mit mehr Demut und Bescheidenheit angehen solle, sagt der deutsche Nationalspieler von Real Madrid schlichtweg: "Nö."

Jedes Spiel gewinnen

Das Turnier in Russland habe nichts an seiner Einstellung geändert, jedes Spiel gewinnen zu wollen. "Das bin ich so gewohnt. Wir sind ja auch keine Gurkentruppe. Wenn wir hier sind, haben wir das Ziel zu gewinnen", sagt der 28-Jährige: "Da ändern auch drei Spiele bei der WM nichts, die vielleicht nicht so optimal waren."

Die Gruppe 1 der höchsten Nations League führen die Franzosen, die schon zwei Partien ausgetragen haben, mit vier Punkten vor Deutschland (1) und den Niederlanden (0) an. Der Tabellenerste qualifiziert sich mit den drei weiteren Gruppensiegern für das Finalturnier. Der Gruppenletzte muss in die League B absteigen.

Krise bei Real Madrid

Es sind solche Aussagen, die Kroos für Bundestrainer Löw unverzichtbar machen - neben der sportlichen Leistung natürlich. Daran ändert auch die aktuelle Krise bei Real Madrid nichts. In der Primera Division liegen die "Königlichen" nach acht Spieltagen nur auf Platz vier, auch in der Champions League gab es schon eine Niederlage.

Bei der zeigte auch Kroos ungewohnte Schwächen. Mit einer verunglückten Rückgabe besiegelte er die Pleite bei ZSKA Moskau (0:1). "Ein selbstmörderisches Manöver", nannte die Zeitung "AS" den Aussetzer.

Selbstsicher und angriffslustig

Verunsicherung ist ihm dennoch nicht anzumerken. Gewohnt selbstsicher und angriffslustig präsentiert er sich vor dem Duell mit "Oranje". Er geht als Anführer voran, und das tut er gern: "Mein Anspruch ist es, auf und außerhalb des Platzes einen gewissen Einfluss zu haben. Das wird auch noch ein bisschen so bleiben." Innerhalb des Teams ist er einer der Wortführer. Das wurde auch am Donnerstag deutlich, als er Löw erneut gegen Kritiker verteidigte.

Der hört das alles gerne. Beim Neustart nach dem historischen WM-Debakel fällt Kroos eine Schlüsselrolle zu - sportlich und auch menschlich. Eigentlich hatte der Ex-Münchner angekündigt, dass er sich im Nationalteam auch mal die ein oder andere Auszeit nehmen werde, doch in der schwierigen Phase des Neuaufbaus drückt er sich nicht vor der Verantwortung.

"Nach der WM ist es wichtig, allgemein die Kurve zu bekommen. Da will ich mich zu diesem Zeitpunkt nicht rausnehmen, sondern dabeisein und helfen", sagt Kroos, der allerdings auch betont: "Wir werden in den nächsten zwei Jahren Momente finden, wo es möglich und schlau ist, mal auszusetzen."

"Die können das ausblenden"

Das ist es derzeit nicht. Kroos soll das DFB-Team führen, er soll im Mittelfeld weiterhin den Takt vorgeben. Anders als zuletzt im Verein wird ihm dafür der Rücken freigehalten. Joshua Kimmich gibt den Abfangjäger, was Kroos ausdrücklich befürwortete: Dies sei "für die Zukunft ein sehr, sehr gutes Modell".

An Kroos' Bedeutung für die DFB-Elf ändert auch die heikle Situation bei Real Madrid nichts. "Die Verunsicherung spürt man nicht. Spieler wie Toni Kroos sind weltklasse, die können das ausblenden", sagte Debütant Mark Uth. Wer Kroos in diesen Tagen erlebt hat, kommt zu dem gleichen Schluss.  

sid/red/dpa | Stand: 11.10.2018, 15:29

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