Weltmeister, Meister und ein "Fußballgott" - die Deutschen in der MLS

Bastian Schweinsteiger am Ball im Trikot von Chicago Fire

Saisonstart in der MLS

Weltmeister, Meister und ein "Fußballgott" - die Deutschen in der MLS

Von Robin Tillenburg

Die amerikanische Major League Soccer (MLS) startet am Samstag (02.03.2019) in die neue Saison. Neben Superstars wie Zlatan Ibrahimovic oder Wayne Rooney sind auch einige Deutsche am Start - mit unterschiedlichen Rollen und Ambitionen.

Bastian Schweinsteiger (34, Mittelfeld, Chicago Fire): Bastian Schweinsteiger, Weltmeister von 2014, ist der unumstrittene Star bei Chicago Fire. Der Routinier spielt seit 2017 für den Klub und erreichte in seiner ersten Saison dort die Play-offs um die Meisterschaft. In der vergangenen Spielzeit, in der Schweinsteiger teilweise auch in der Defensive eingesetzt wurde, reichte es nicht für die Teilnahme an der Endrunde. Das soll im möglichen letzten Karrierejahr des 121-fachen Nationalspielers noch einmal anders werden.

Julian Gressel (25, Mittelfeld, Atlanta United): Mit Atlanta United hat Julian Gressel in der abgelaufenen Spielzeit die Meisterschaft geholt - als absoluter Leistungsträger im Mittelfeld. 14 Vorlagen gab Gressel im Laufe der Saison und absolvierte 40 von 41 Spielen seines Teams - dabei immer in der Startelf. Atlanta hat in Miguel Almirón (in die Premier League nach Newcastle) einen seiner Stars verloren, Gressel dürfte also noch wichtiger werden bei der "Mission Titelverteidigung". Bevor Gressel in die USA aufs College wechselte, von wo ihn Atlanta schließlich im Jahr 2017 verpflichtete, spielte er in Deutschland in der Bayernliga.

Fabian Herbers (25, Angriff, Chicago Fire): Fabian Herbers hat seit seinem MLS-Debüt 2016 für Philadelphia Union insgesamt 53 Ligaspiele gemacht, vier Tore erzielt und neun weitere vorbereitet. Zwischenzeitlich war er an "Farmteam" Bethlehem Steel ausgeliehen. Inzwischen ist Herbers zu Chicago Fire gewechselt und spielt nun an Schweinsteigers Seite in der "Windy City", wo er "konstante Torgefahr" ausstrahlen soll. Der gebürtige Ahauser ist in Deutschland ziemlich populär und hat bei seinen Fans den Beinamen "Fußballgott". Der Grund: Herbers ist erklärter Publikumsliebling des erfolgreichen Podcasts "Gemischtes Hack".

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Florian Jungwirth (32, Abwehr, San Jose Earthquakes): Florian Jungwirth brachte es für den SV Darmstadt auf insgesamt 35 Bundesligaspiele (dazu 109 Zweitligapartien für Darmstadt, Dresden und Bochum), ehe es ihn über den großen Teich zog. Der U19-Europameister von 2008 ist zuletzt nach gutem Einstieg bei den "Quakes" ein wenig durch ein Tief gegangen: San José war in der abgelaufenen Spielzeit das schlechteste Team der MLS. Nun werden die Karten auch für Jungwirth aber neu gemischt: In Matías Almeyda hat ein neuer Coach übernommen und soll die Mannschaft, die sich unter anderem mit dem Ex-Bremer Francois Affolter verstärkt hat, wieder weiter nach oben führen.

Marc Rzatkowski im Trikot von Red Bull New York

Marc Rzatkowski (28, Mittelfeld, NY Red Bulls): Marc Rzatkowski hat es 2016 nach drei guten Jahren beim FC St. Pauli zunächst zu RB Salzburg gezogen. Dort fasste er aber nie so richtig Fuß und war ab 2018 Teil des "Bruderklubs" New York Red Bulls. Dort lief es besser für den Mittelfeldmann, der zwar kein immer gesetzter Stammspieler, aber doch ein wichtiger Teil des Kaders ist. Im Play-off-Halbfinale war gegen den späteren Champion Atlanta 2018 Schluss, obwohl New York zuvor das beste Team der Regular Season war. In dieser Spielzeit soll es noch eine Runde weiter gehen. Im ersten Spiel der CONCACAF-Champions-League lief es schon mal ganz gut: Der dominikanische Vertreter Atletico Pantoja wurde mit 2:0 besiegt, Rzatkowski spielte durch.

Kevin Kratz (32, Mittelfeld, Atlanta United): Auch Kratz wurde mit Atlanta Meister, kam in den meisten Partien zum Einsatz, war aber fast immer Einwechselspieler. In den Play-offs blieb der Mann aus Eschweiler zumeist draußen. Auch in dieser Saison dürfte der verlässliche und erfahrene Mittelfeldspieler eine ähnliche Rolle übernehmen wie in der verganngenen Spielzeit. 2013 spielte Kratz übrigens in der Bundesliga 14 Mal für Eintracht Braunschweig und erzielte einen Treffer. In der MLS steht er seit seinem Debüt im April 2017 bei 47 Partien, drei Toren und einer Vorlage.

Kai Wagner (22, Abwehr, Philadelphia Union): Kai Wagner absolvierte für die Würzburger Kickers in der aktuellen Drittligasaison 13 Spiele auf der linken Seite. Gegen Ende der Hinserie verlor Wagner dort seinen Stammplatz - und Philadelphia schlug zu. Mit Talent Matthew Real und dem 34-Jährigen Fabinho hat er auf seiner Seite durchaus Konkurrenz, dürfte beim Play-off-Teilnehmer der Vorsaison aber durchaus Einsatzchancen haben.

Gordon Wild (23, Angriff, Atlanta United), Lennart Hein (24, Abwehr, Portland Timbers), Janos Löbe (23, Mittelfeld, NY Red Bulls), Ben Lundt (23, Torwart, FC Cincinnatti): Hein, Löbe und Lundt wurden im diesjährigen Draft ausgewählt und haben noch kein Ligaspiel in der MLS absolviert. Lundt wurde auch zunächst zu Zweitligist Louisville verliehen und wird daher wohl in dieser Saison noch gar nicht für Cincinnatti auf dem Feld stehen. Wild kehrt gerade von einer Leihe aus Charleston zurück zum Meister und wartet noch auf seinen ersten MLS-Einsatz. Für Löbe und Hein sind Einsätze in ihrer Premierensaison durchaus möglich.

Stand: 28.02.2019, 08:30

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