FC Basel - mit Schwung in die Krise

Basels Interimstrainer Alexander Frei

Marcel Koller soll als neuer Trainer kommen

FC Basel - mit Schwung in die Krise

Von Olaf Jansen

Jahrelang hat der FC Basel den Schweizer Fußball nach Belieben dominiert und international für Aufsehen gesorgt. Jetzt steckt der Klub in einer tiefen Krise. Hoffnung macht nur noch ein neuer Coach.

Am Schweizer Nationalfeiertag gab es für den FC Basel in diesem Jahr nichts zu feiern. Mit 0:3 ging der FCB am Mittwoch (01.08.18) gegen PAOK Saloniki unter. Es war das Rückspiel in der zweiten Runde der Champions-League-Qualifikation. Nach dem 1:2 im Hinspiel in Griechenland war es das Aus für den erfolgsverwöhnten Schweizer Serienmeister in der Königsklasse 2018/19. Ein schwerer sportlicher Nackenschlag.

Man muss wissen: Der FCB war in der Schweiz jahrelang so dominant wie Bayern München in Deutschland. Acht Meistertitel hatten die Basler bis 2017 in Folge gewonnen, international sorgte der Verein zum Beispiel mit dem Einzug ins Champions-League-Achtelfinale 2011/12 für Furore. Doch dann - im Sommer 2017 - traten Präsident Bernhard Heusler und Sportchef Georg Heitz von ihren Ämtern zurück.

Neue Klubführung lässt Trainerstuhl wackeln

Die Nachfolger Bernhard Burgener (Präsident) und Marco Streller (Sportchef) beschlossen, Trainer Urs Fischer den Laufpass zu geben. Resultat: Zwar erreichte das Team 2017/18 unter dem neuen Trainer Raphael Wicky noch einmal das Champions-League-Achtelfinale, doch der Meistertitel wurde weit verfehlt.

Schlimmer noch: Nach diversen Testspielniederlagen in der Vorbereitung für die Spielzeit 2018/19, einem 1:2 zum Ligaauftakt gegen St. Gallen und der Hinspielniederlage gegen Saloniki wurde Wicky entlassen. Verwaltungsratsmitglied Alex Frei (früher Borussia Dortmund) übernahm den Trainerjob interimsweise, konnte aber den endgültigen K.o.-Schlag gegen die allenfalls durchschnittlichen Griechen nicht verhindern.

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Koller neuer FCB-Trainer

Die Talfahrt muss schnellstmöglich gestoppt werden. Darin ist man sich einig in Basel. Gelingen soll dies Marcel Koller, der als neuer Trainer verpflichtet wurde, wie der Verein am Donnerstag vermeldete. Koller ist neben Lucien Favre international der erfolgreichste Schweizer Trainer der Gegenwart. Mit St. Gallen wurde er schon mal schweizer Meister, mit dem VfL Bochum stieg er in die Bundesliga auf und hielt den Klub drei Jahre oben. Als österreichischer Nationaltrainer erreichte er die EM-Endrunde 2016. Nun also Basel.

Allerdings könnte der FCB für Koller eine ganz schwere Mission werden. Denn es hat sich der Verdacht erhärtet: Das Team könnte einfach nicht mehr gut genug besetzt sein für große Würfe. Unter dem neuen Klubchef Burgener hat der FCB zwar in den vergangenen sechs Monaten 50 Millionen Euro Transfereinnahmen generiert - aber sportlich erheblich an Qualität eingebüßt.

Geld gewonnen, Qualität verloren

Schon im Winter folgte Abwehr-Ass Manuel Akanji dem Lockruf Borussia Dortmunds, im Sommer verließen drei weitere Stammspieler den Verein. Unter anderem schnappte sich Borussia Mönchengladbach den umworbenen Verteidiger Michael Lang. Vor allem in der Abwehr ist der Kader extrem dünn, die Neuverpflichtungen konnten die Abgänge bislang nicht aufwiegen.

Und schon jetzt hat der FCB in der heimischen Liga wieder fünf Punkte Rückstand auf den aktuellen Meister Young Boys Bern. Nicht nur der neue Coach steht vor einer großen Herausforderung.

Stand: 02.08.2018, 11:18

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