Kommentar: Messi! Echt jetzt ...?

Virgil van Dijk und Linoel Messi

Virgil van Dijk wäre die bessere Wahl gewesen

Kommentar: Messi! Echt jetzt ...?

Von Christian Hornung

Lionel Messi hat zum sechsten Mal den Ballon d'Or gewonnen. Und das, obwohl er nur der zweitbeste Spieler dieses Kalenderjahres war. Virgil van Dijk hätte den Preis eher verdient - ein Kommentar.

Es geht nun mal nicht um die Lebensleistung. Als Fußballfan kann man sich einfach nur glücklich schätzen, Lionel Messi live spielen zu sehen. Das haben allein die vergangenen fünf Tage wieder gezeigt, als der kleine Gigant in der Champions League erst Borussia Dortmund in seine Einzelteile zerlegte. Und dann am Sonntagabend (01.12.19) nach einem kurzen Doppelpass mit Luis Suárez das Ligaspiel gegen Atlético Madrid entschied. Diese beiden Partien hatten natürlich keinen Einfluss mehr auf die Wahl zum Weltfußballer.

Einen ganzen Verein besser gemacht

Aber auch Virgil van Dijk hat das Wochenende noch einmal genutzt, um auf sich aufmerksam zu machen. Mit zwei praktisch nicht zu verteidigenden Kopfballtreffern entschied er die Partie des FC Liverpool zum 2:1 gegen Brighton & Hove Albion. Aber auf sich aufmerksam zu machen - das hätte der Niederländer nicht mehr nötig gehabt. Sein Fußballjahr war schon vorher grandios.

Das Highlight war natürlich der Gewinn der Champions League im Finale gegen Tottenham Hotspur, ein Erfolg, den Trainer Jürgen Klopp zu einem sehr hohen Anteil van Dijk zuschob. Weil er ein Spieler sei, der seine Kollegen besser mache. Und einen ganzen Verein: Dank der Verpflichtung von van Dijk ist die vor zwei Jahren noch extrem anfällige Abwehr der "Reds" inzwischen eine der besten in Europa.

Seit 13 Jahren kein Verteidiger mehr ganz oben

Doch Abwehrspieler haben es traditionell schwer, Auszeichnungen zu gewinnen, in denen sie gemeinsam mit Stürmern zur Wahl stehen. Den bislang letzten Goldenen Ball für einen Verteidiger gewann Fabio Cannavaro 2006, als Italien Weltmeister wurde. Aber van Dijk verhindert mit seinen 1,93 Metern und seinem herausragenden Zweikampf-Timing und Stellungsspiel nicht nur Tore. Er köpft auch sehr viele, und er ist mit 34,5 Kilometern pro Stunde der schnellste Mann der Premier League.

Spielanalysten haben herausgefunden, dass van Dijk im vergangenen Jahr nicht ein einziges Mal ausgedribbelt wurde. Und er hat auch gegen Messi gespielt: Im Halbfinale der Champions League, als Liverpool nach einem 0:3 im Hinspiel gegen den FC Barcelona mit 4:0 im Rückspiel ein kleines Fußballwunder vollbrachte. Van Dijk war also 2019 nicht nur generell erfolgreicher. Er hat auch den direkten Vergleich mit Messi für sich entschieden.

Der Konkurrenz in England davongezogen

Aktuell sind die "Reds" seit 31 Ligaspielen ungeschlagen und auf dem besten Weg, die Meisterschaft in der Premier League zu gewinnen. Dazu reichten am Ende der Vorsaison unglaubliche 97 Punkte nicht, weil City 98 holte. Dafür gewann Liverpool neben der Champions League aber auch noch den UEFA Supercup.

Zudem führte van Dijk als Kapitän die niederländische Nationalmannschaft ins Finale der Nations League. Messi ist mit Argentinien im Halbfinale der Copa America mit 0:2 an Brasilien gescheitert. Und sein einziger Titel 2019 war der Gewinn der spanischen Meisterschaft.

Stand: 02.12.2019, 20:55

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