CAS-Urteil signalisiert Narrenfreiheit auf Europas Fußballbühnen

Pep Guardiola, Trainer von Manchester City

Kommentar zum Freispruch für Manchester City

CAS-Urteil signalisiert Narrenfreiheit auf Europas Fußballbühnen

Von Robert Kempe

Das Urteil des internationalen Sportgerichtshofs CAS, die Zwei-Jahres-Sperre von Manchester City aufzuheben, ist ein harter Schlag für die Zukunft des Financial-Fairplay-Reglements der UEFA.

Eigentlich war es Ziel des Financial Fairplays, Ausgewogenheit innerhalb des europäischen Fußballs herzustellen. Die Klubs sollten mehr oder weniger nur das ausgeben, was sie einnehmen. Aber: Große Klubs, wie das aus Katar finanzierte Paris St. Germain, führen die Regeln längst ad absurdum.

Mehr als eine Milliarde Euro in Manchester City investiert

Nun auch Manchester City. 2008 wurde der Klub von Scheich Mansour bin Zayed al Nahyan gekauft. Seitdem investierte das Mitglied der Königsfamilie aus Abu Dhabi mehr als eine eine Milliarde Euro. Manchester City stieg in die europäische Elite auf und ist zum weltweit bekanntesten Werbeinstrument des Emirats avanciert.

Kommentar - Ein herber Schlag für das Financial Fairplay Sportschau 13.07.2020 01:59 Min. Verfügbar bis 13.07.2021 Das Erste Von Robert Kempe

Erst im Februar dieses Jahres sperrte die UEFA Manchester City für zwei Jahre von allen europäischen Wettbewerben. Der Vorwurf: Manchester soll Sponsoreneinnahmen überbewertet haben. Das Geld soll in Wahrheit direkt von seinem Besitzer gekommen sein. Nun also der Freispruch vor dem CAS. In einer ersten Urteilsbegründung heißt es, dass die angeblichen Verstöße von Manchester City nicht festgestellt werden konnten oder verjährt waren. Das lässt massive Zweifel am Agieren der UEFA-Ermittler aufkommen. Und stellt wieder einmal die Frage, inwieweit die UEFA überhaupt in der Lage ist, ihre eigenen Regularien gegenüber den reichsten Klubs Europas durchzusetzen.

Auch Saudi-Arabien will eine Rolle im Fußball spielen

In Saudi-Arabien werden sie das Urteil mit Interesse zur Kenntnis genommen haben. Das Land um seinen Kronprinzen Mohammed bin Salman winkt mit Milliarden an Öl-Geld und will den Premier-League-Klub Newcastle United kaufen.

Die Nachricht, die heute aus der Schweiz gesendet wurde, ist, dass vermögende Eigentümer, Staaten und Hedgefonds weiterhin Narrenfreiheit auf Europas Fußballbühnen genießen.

Financial Fairplay - Sportrechtler mit Kritik an CAS

Sportschau 13.07.2020 02:18 Min. Verfügbar bis 13.07.2021 ARD Von Kilian Medele

Stand: 13.07.2020, 14:52

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