Tigres UANL - ein Torgarant aus Frankreich wartet auf den FC Bayern

André Pierre Gignac

Gegner im Finale der Klub-WM

Tigres UANL - ein Torgarant aus Frankreich wartet auf den FC Bayern

Der FC Bayern München trifft im Finale der Klub-WM auf Tigres UANL aus Mexiko. Deren Star André-Pierre Gignac hat sein Team fast im Alleingang nach Katar und ins Endspiel geschossen.

Bei der Fußball-EM 2016 in Frankreich hätte André-Pierre Gignac zum Nationalhelden werden können. Im Finale gegen Portugal hatte der französische Stürmer kurz vor dem Ende der regulären Spielzeit den Siegtreffer auf dem Fuß. Er kam am Eck des Fünf-Meter-Raums frei zum Schuss, traf aber nur den Pfosten. Nur drei Minuten später pfiff der Schiedsrichter ab, das Endspiel ging in die Verlängerung - und Portugal siegte am Ende mit 1:0.

Jetzt kann Gignac wieder zum Helden werden. Am Donnerstag (11.02.2021) trifft er im Finale der FIFA-Klub-WM mit den Tigres UANL auf den FC Bayern München. Ein Held ist er aber ohnehin irgendwie schon. Dass der Außenseiter aus Mexiko ins Endspiel eingezogen ist, hat er allein dem 35-Jährigen zu verdanken.

Torgarant trifft und trifft

Denn der trifft wie er will. Im Halbfinale gegen den brasilianischen Favoriten und Rekordmeister Palmeiras Sao Paulo hatte er in der 54. Minute per Foulelfmeter den Siegtreffer für Tigres erzielt. Schon im Viertelfinale gegen Ulsan Hyundai FC war er mit zwei Toren der Matchwinner. Und wer sorgte im Dezember 2020 dafür, dass das Team aus Monterrey erstmals die Champions League Nord- und Zentralamerikas sowie der Karibik (CONCACAF) gewann? Richtig! Es war Gignac. Beim 2:1-Sieg gegen den Los Angeles FC schoss er in der 84. Minute das entscheidende Tor für die Mexikaner. Insgesamt stehen in der aktuellen Spielzeit 17 Treffer in 23 Partien zu Buche.

Flick über Tigres UANL: "Athletische, dynamische Mannschaft" Sportschau 09.02.2021 00:25 Min. Verfügbar bis 09.02.2022 Das Erste

Beim Finale werden wohl nicht nur die Fans der Tigres dem Team die Daumen halten. Sie sind nicht nur das erste mexikanische Team, das das Finale einer Klub-WM erreicht, sie sind auch der erste CONCACAF-Vertreter.

In Frankreich verhöhnt, seit 2015 in Mexiko

Seit 2015 geht Gignac für die Tigres de la Universidad Autónoma de Nuevo León auf Torejagd, gleich in seinem ersten Jahr holte das Team die Meisterschaft. In Frankreich hatte er zuvor für den FC Lorient, den FC Toulouse und Olympique Marseille gespielt. 2009 wurde er Torschützenkönig der französischen Ligue 1 und zum besten Feldspieler des Jahres gewählt. Für die Équipe Tricolore bestritt er 36 Länderspiele und machte sieben Tore. Für den siebenmaligen mexikanischen Meister hat er seit 2015 satte 145 Tore gemacht, hinzu kommen zahlreiche Vorlagen. Drei Mal wurde er Torschützenkönig der heimischen Liga.

In Frankreich hatte er es nicht immer einfach. Wegen seiner zwischenzeitlichen Gewichtsprobleme wurde er immer wieder von den gegnerischen Fans verhöhnt. "Un Big Mac pour Gignac" - "Ein Big Mac für Gignac" schallte es immer wieder von den Tribünen. Sein damaliger Trainer in Marseille, Didier Deschamps, schickte ihn sogar in ein Abnehm-Camp nach Norditalien.

Salcedo mag die Bayern

Der FC Bayern ist trotz Gignac im Finale dennoch haushoher Favorit. Hinter ihm ist Nicoláz López mit sechs Treffern zweitbester Torschütze. Gignac ist der einzige Europäer im Team von Trainer Ricardo Ferretti. In Deutschland bekannt ist Innenverteidiger Carlos Salcedo, der zwischen 2017 und 2019 für Eintracht Frankfurt spielte und mit den Hessen 2018 den DFB-Pokal gegen den FC Bayern gewann. Er stand auch bei der WM im selben Jahr wie sein Tigres-Kollege Hugo Ayala auf dem Platz, als Mexiko Titelverteidiger Deutschland mit den heutigen Bayern-Profis Manuel Neuer, Jérôme Boateng, Joshua Kimmich und Thomas Müller völlig überraschend düpierte (1:0).

Zudem wissen die Bayern ganz genau, dass sie auf Gignac aufpassen müssen. Sollte der dennoch zum Schuss kommen, dann sollte er diesmal nicht den Pfosten treffen.

vdv/sid | Stand: 09.02.2021, 12:20

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