Klub-WM: Enorm viel Geld im Spiel - und die Bayern wohl dabei

Bayern München beim Jubel über den Sieg bei der Club WM 2013.

Qualifikation

Klub-WM: Enorm viel Geld im Spiel - und die Bayern wohl dabei

Nach viel Streit stand fest: Ab 2021 wird die Klub-WM mit 24 Mannschaften ausgetragen. Bayern München hat gute Chancen, mitzuspielen - denn bei der Qualifikation gibt es wohl verschiedene Möglichkeiten. Für die Bayern ist damit ein dreistelliger Millionenbetrag möglich.

Der Modus für die Qualifikation zur Klub-WM steht noch nicht fest, die UEFA darf nach einem Beschluss des FIFA-Rats acht Mannschaften entsenden. Wer diese acht sind, ist noch unklar. Im Oktober war die Rede davon, dass die Gewinner der Champions League sowie der Europa League der Jahre 2018, 2019, 2020 und 2021 die acht Mannschaften stellen sollen - mit möglichen Nachrückern, falls ein Klub mehrfach gewinnt.

Vier Plätze über den Klubkoeffizienten

Nun bevorzugt die UEFA laut ZDF ein anderes Modell: Nur die vier Champions-League-Sieger sollen dabei sein, die anderen vier europäischen Plätze sollen über den Klubkoeffizienten vergeben werden - das ist eine Rangliste, die das europäische Abschneiden der Klubs in den vergangenen fünf Jahren berücksichtigt.

Dort sind die Bayern derzeit Dritter, Spitzenreiter Real Madrid wäre durch den Gewinn der Champions League 2018 aber schon qualifiziert. Die Chance, auch ohne einen eigenen Triumph in der Champions League bei der Klub-WM dabei zu sein, wäre also groß. Borussia Dortmund steht in der Rangliste derzeit auf Rang 14. Eine Einschränkung gibt es: Aus einem Land dürfen maximal zwei Teams teilnehmen.

Bis zu 115 Millionen US-Dollar möglich

Die Frage, ob die Bayern überhaupt dabei sein wollen, ist mittlerweile mit "ja" zu beantworten. Denn der anfängliche Widerstand gegen das vergrößerte Turnier, auch mit dem Hinweis auf eine zusätzliche Belastung der Spieler, ist dem Wunsch nach Geld gewichen.

50 Millionen US-Dollar (46 Millionen Euro) gibt es laut Medienberichten alleine als Antrittsprämie für jeden teilnehmenden Klub, 115 Millionen US-Dollar (106 Millionen Euro) soll der Sieger kassieren. Zum Vergleich: Liverpool bekam für seinen Sieg bei der Klub-WM 2019 den vergleichsweise kleinen Betrag von fünf Millionen Euro.

Rummenigge für Reform

"Ich finde es richtig, dass die FIFA die Klub-WM reformieren wird", sagte Bayern Münchens Vorstandsvorsitzender Karl-Heinz-Rummenigge dem "Kicker". Der Wettbewerb sei in seiner heutigen Form uninteressant: "Der Zeitpunkt kurz vor Weihnachten ist für alle Teilnehmer unpassend. Und auch aus wirtschaftlicher Sicht ist die Klub-WM in ihrer aktuellen Form für die Vereine nicht lukrativ."

Nationale Ligen könnten weiter gespalten werden

Doch die Auswirkungen dieser Beträge dürften enorm sein. Nur wenige Klubs profitieren von dem Wettbewerb, der die wohlhabenden Klubs noch reicher machen wird. In vielen europäischen Ligen spielen nur ein, zwei Klubs um den Titel. Der Abstand zum Rest der nationalen Ligen wird noch größer, als er jetzt schon ist. Javier Tebas, Präsident der spanischen La Liga, kritisierte das jüngst.

Tebas: Eindringling FIFA stört das Gleichgewicht

"Wir hatten ein Gleichgewicht, ein Ökosystem zwischen den verschiedenen Ligen in Europa und anderen Kontinenten, und jetzt haben wir einen Eindringling, der dieses Gleichgewicht stören könnte", sagte Tebas über die FIFA. Er ergänzte: "Wenn die beiden großen Klubs aus Argentinien beispielsweise 50 Millionen US-Dollar bekommen, hat das große Auswirkungen. Wir helfen dem Fußball nicht, wenn der Wohlstand nur an die großen Klubs geht."

Menschenrechtslage in Austragungsorten schlecht

Die Klub-WM 2019 und 2020 fanden beziehungsweise werden in Katar nach dem alten Muster mit sechs Mannschaften stattfinden. Schon bei der WM der Nationalmannschaften 2022 wird die Diskriminierung von Frauen und Homosexuellen, die Ausbeutung von Gastarbeitern oder die mangelnde Pressefreiheit in Katar kritisiert.

2021 wird es bei der Klub-WM in China nicht besser. Der Umgang mit der Minderheit der Uiguren, die Unterdrückung von Protesten in Hongkong, die Konflikte um Taiwan und Tibet, aber auch willkürliche Inhaftierungen, fehlende Pressefreiheit oder die massenhafte Vollstreckung von Todesstrafen in Chinas Diktatur werden von Menschenrechtsorganisationen kritisiert.

Kritik an nicht-öffentlichem Vergabeverfahren

"Human Rights Watch" mahnte im November an, dass es kein öffentliches Vergabeverfahren gegeben und die FIFA damit gegen ihre eigenen Menschenrechtsverpflichtungen verstoßen habe. Darin heißt es beispielsweise, dass die Lage der Menschenrechte bei der Vergabe von Turnieren berücksichtigt werden solle. In der Rangliste der Pressefreiheit von "Reporter ohne Grenzen" liegt China derzeit auf Rang 177 von 180, dahinter befinden sich nur noch Eritrea, Nordkorea und Turkmenistan.

nch | Stand: 14.02.2020, 11:05

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