Hillsborough-Tragödie - Einsatzleiter plädiert auf "nicht schuldig"

Verwundete werden noch auf dem Feld versorgt

Über 29 Jahre später

Hillsborough-Tragödie - Einsatzleiter plädiert auf "nicht schuldig"

Beim Gerichtsprozess zur Hillsborough-Katastrophe vor 29 Jahren hat David Duckenfield, der Einsatzleiter der Polizei, seine Unschuld beteuert. Das berichtete die britische Nachrichtenagentur "PA" am Montag (10.09.2018) aus dem Gerichtssaal im nordenglischen Preston.

Der 74-Jährige muss sich wegen fahrlässiger Tötung verantworten. Bei der Tragödie im Jahr 1989 im Hillsborough-Stadion von Sheffield waren 95 Menschen im Gedränge einer völlig überfüllten Zuschauertribüne ums Leben gekommen. Ein weiterer Mann starb später an den Folgen seiner Verletzungen. Die meisten Opfer waren Anhänger des FC Liverpool.

Notausgang geöffnet

Unter anderem hatte Duckenfield einen Notausgang öffnen lassen, durch den hunderte Liverpool-Fans über einen schmalen Tunnel auf die bereits vollends überfüllte Stehtribüne strömten. Zäune hinderten die Menschen daran, auf das Spielfeld oder angrenzende Tribünen auszuweichen. Sie wurden von den nachkommenden Fans zu Tode gequetscht.

Jahrzehntelang war die Schuld für die Katastrophe bei den Fans gesucht worden. Eine Untersuchungskommission kam aber vor zwei Jahren zu dem Ergebnis, dass die Polizei die Hauptschuld trug. Neben Duckenfield müssen sich noch vier weitere Männer wegen der Tragödie und der späteren Vertuschung vor Gericht verantworten.

Auch Mackrell plädiert auf unschuldig

Auch der frühere Geschäftsführer des Fußballclubs Sheffield Wednesday, Graham Mackrell, plädierte am Montag auf unschuldig. Ihm wird Missachtung geltender Sicherheitsvorschriften im Stadion vorgeworfen.

dpa | Stand: 10.09.2018, 16:25

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