Ghanas Verbandspräsident zurückgetreten

Ahmad Ahmad (links) und Kwasi Nyantakyi

TV-Film entlarvt Korruption

Ghanas Verbandspräsident zurückgetreten

Die Regierung Ghanas hat angesichts eines Bestechungsskandals die Auflösung des Fußballverbands angeordnet. Eine TV-Dokumentation hatte die grobe Misswirtschaft von Verbandspräsident Kwesi Nyantakyi publik gemacht. Der Beschuldigte ist mittlerweile zurückgetreten.

Im Zentrum der Anklage steht Ghanas Verbandspräsident Kwesi Nyantakyi, der auch Mitglied des FIFA-Councils ist. Am Freitag (08.06.2018) trat Nyantakyi mit sofortiger Wirkung von seinem Amt zurück. Das teilte der Verband GFA auf seiner Homepage mit.

In einem Statement entschuldigte sich Nyantakyi auf der Verbandswebseite "uneingeschränkt" für "eine Reihe von Fehlern und Indiskretionen". Zuvor hatte die FIFA-Ethikkommission Nyantakyi für 90 Tage provisorisch gesperrt. Die Sperre kann um 45 Tage verlängert werden.

Sofortige Auflösung des Verbandes angeordnet

Die Staatsführung sei "schockiert und empört", teilte Informationsminister Mustapha Abdul-Hami am späten Donnerstagabend (07.06.2018) mit. Die Polizei müsse nun alles unternehmen, um die Anschuldigungen möglichst schnell zu untersuchen und die Verantwortlichen zur Rechenschaft zu ziehen, forderte der Minister.

"Der Dokumentarfilm demonstriert die grobe Misswirtschaft des ghanaischen Fußballverbandes, charakterisiert durch weitreichenden Betrug, Korruption und Bestechung", sagte Abdul-Hami. Da die Vorwürfe sich gegen Funktionäre, Teammanager und auch Schiedsrichter richteten, sei die sofortige Auflösung des Verbandes angeordnet worden. "Die Regierung wird dafür sorgen, dass die nötigen Reformen mit aller Dringlichkeit durchgeführt werden, um die Verwaltung des Fußballs in diesem Land wieder aufzuräumen."

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In der zweistündigen Reportage war unter anderem zu sehen, wie Schiedsrichter umgerechnet 85 Euro für das Verschieben eines Spiels annahmen. GFA-Präsident Nyantakyi wurde dabei gefilmt, wie er von Investoren 9,3 Millionen Euro für angebliche Verträge mit der Regierung einforderte. Bei den Investoren handelte es sich in Wahrheit um Journalisten.

Bestechung und Korruption

Der inzwischen festgenommene Funktionär Nyantakyi ist in der Doku zu sehen, wie er verspricht, gegen hohe Zahlungen Einfluss auf Politiker nehmen zu können. Eine andere Szene zeigt ihn bei der Annahme einer Bargeldzahlung von umgerechnet 60.000 Euro.

Man nehme die Anschuldigungen sehr ernst und werde sofort Maßnahmen einleiten, teilte der ghanaische Verband mit. Es werde keinen Versuch der Vertuschung geben, heißt es in einer von Generalsekretär Isaac Addo unterzeichneten Stellungnahme. "Der Verband möchte versichern, dass er als Institution keinerlei korrupte Praktiken duldet."

red/dpa/sid | Stand: 08.06.2018, 11:24

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