Georginio Wijnaldum - niederländische Speerspitze im Mittelfeld

Georginio Wijnaldum feiert sein Tor gegen die Niederlande

EM-Qualifikation, 2. Spieltag

Georginio Wijnaldum - niederländische Speerspitze im Mittelfeld

Von Robin Tillenburg

Beim FC Liverpool und in der niederländischen Nationalmannschaft hat sich Georginio Wijnaldum im Mittelfeld unverzichtbar gemacht - trotz unterschiedlicher Rollen.

Von 144 möglichen Spielen hat Wijnaldum seit seinem Wechsel von Newcastle United im Sommer 2017 an die Anfield Road 128 bestritten. Obwohl Trainer Jürgen Klopp im Mittelfeld gerne rotiert, ist der 28-Jährige beinahe nie ein "Opfer" dieses Wechselspiels, an dem James Milner, Jordan Henderson, Fabinho und Naby Keita beteiligt sind.

In Orange offensiver als in Rot

In diesen 128 Partien hat er bisher zehn Tore erzielt. Das ist nicht auffällig viel für einen Mittelfeldakteur. Nachdem er bei Newcastle in 40 Spielen elfmal getroffen hatte, sah Klopp in ihm (noch) andere Qualitäten als die des klassichen Zehners. In Liverpool ist er Achter oder auch mal Sechser. Er hat viele Defensivaufgaben, ist elementarer Teil des Pressings, soll Räume zulaufen und ordnen.

Dass er aber eben auch die andere, gerne "feine Klinge" genannte Saite spielen kann, sieht man bei den Niederländern etwas häufiger als im Klub. In seinen vergangenen vier von inzwischen 54 Länderspielen hat er drei Tore erzielt und einen Elfmeter herausgeholt. Insgesamt bringt er es dort auf elf Treffer.

Vielseitig einsetzbar

Beim 4:0-Sieg im EM-Qualifikationsspiel gegen Weißrussland gelang ihm das 2:0 und anhand dieses Treffers lässt sich gut erkennen, was den Mann aus Rotterdam ausmacht: Im Mittelfeld behauptete Wijnaldum den Ball, setzte seinen Körper geschickt ein und hatte dann den Blick für den Mitspieler. Er spielte den Ball auf den rechten Flügel und startete sofort durch. Einen 30-Meter-Sprint in den Strafraum später bekam er die Kugel zurück und vollendete sicher.

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Während "Gini" in Liverpool meist Defensivaufgaben hat und vor ihm das Offensivtrio aus Mohamed Salah, Roberto Firmino und Sadio Mané spielt, ist er bei der "Elftal" die Speerspitze des zentralen Mittelfelds. Nicht ganz Zehner, aber doch ein offensiver Achter. Mit Marten de Roon und Frenkie de Jong sind seine Kollegen im Dreiermittelfeld noch ein bisschen mehr mit Defensivarbeit betraut als er. Geht einer von ihnen nach vorn, sichert er aber ab.

Wijnaldum ist das, was Lucien Favre einen "polyvalenten" Spieler nennen würde. Ein bisschen Axel Witsel mit mehr Geschwindigkeit und etwas weniger Kopfball. Oder wie ein etwas dynamischerer Ilkay Gündogan, dem der Ball beim Hochhalten etwas früher herunter fallen würde.

Den Deutschen bestens bekannt

Deutschland wird sich in der Vorbereitung auf seinen Qualifikationsauftakt am Sonntag (24.03.2019) gegen die Niederlande (ab 20.30 Uhr im Live-Ticker auf sportschau.de) auch mit Wijnaldum auseinandersetzen müssen.

Was auf das Team zukommen kann, hat es schon bei der 0:3-Pleite in der Nations League erleben dürfen, als Wijnaldum beim dritten Treffer zwei Gegenspieler aussteigen ließ und den Ball dann im Tor unterbrachte. Als er mit Liverpool jüngst auf die Bayern traf, war er in der Zentrale einer der entscheidenden Gründe, warum sich die Münchener nicht entfalten konnten.

Stand: 23.03.2019, 06:00

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