Niederlande teilen UEFA-Geld solidarischer auf

PSV Eindhoven feiert Gewinn der niederländischen Meisterschaft

Einnahmen aus Champions League und Europa League

Niederlande teilen UEFA-Geld solidarischer auf

Von Chaled Nahar

In vielen Ländern wird die Lücke zwischen Spitzenklubs und restlichen Vereinen immer größer. In den Niederlanden wollen die Klubs nun einen Teil des Geldes aus dem Europapokal solidarischer aufteilen - und ihrer Nationalmannschaft helfen.

Die Klubs der Eredivisie beschlossen am Freitag (23.11.2018), einen Teil der Einnahmen aus den europäischen Klubwettbewerben künftig solidarisch aufzuteilen. Diese Maßnahme ist Teil eines Plans, der den niederländischen Fußball insgesamt nach vorne bringen soll. "Die Klubs haben gezeigt, dass sie Entscheidungen treffen können, die im Interesse der Liga und des niederländischen Fußballs sind, auch wenn sie nicht immer den individuellen Interessen der Klubs entsprechen", verkündete die Liga.

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Nachwuchszentren werden Pflicht

Bislang blieb das Geld, das ein Klub in der Champions League oder der Europa League über Start- und Punktprämien einnahm, bei den Klubs, die dort antraten. Nun wollen die Klubs 5 Prozent der Prämien mit den anderen Vereinen der Liga teilen, 3,75 Prozent sind es in den Runden nach der Gruppenphase.

Auch die Medieneinnahmen der Eredivisie sollen zumindest zu 5 Prozent gleichermaßen und nicht nach Platzierung verteilt werden. Zu einem Teil auch an Zweitligisten, in der laufenden Saison sollen es 4,5 Millionen für das Unterhaus sein. Das Geld soll aber nicht nur in neue Spieler investiert werden. Die Klubs verpflichteten sich, Nachwuchsleistungszentren zu unterstützen. Das soll dem niederländischen Fußball insgesamt und der Nationalmannschaft helfen. Für die WM 2018 war "Oranje" nicht qualifiziert.

Ein weiteres Ziel ist ein achter Platz in der Koeffizientenliste für Verbände der UEFA - also der Fünfjahreswertung. Dort sind die Niederlande mittlerweile auf Platz 13 abgerutscht und haben nicht einen einzigen direkten Startplatz in der Gruppenphase der Champions League. Ajax Amsterdam und PSV Eindhoven mussten sich durch die Qualifikation mühen.

Eine Entscheidung gegen die allgemeine Entwicklung

Die Entscheidung überrascht in einer Zeit, in der die sportliche Lücke zwischen Spitzenklubs und restlichen Vereinen vielerorts in Europa immer größer wird. Die Bayern waren zuletzt sechs Mal in Folge Meister in der Bundesliga. In Italien feierte Juventus Turin den siebten Titel in Serie und in Weißrussland ist die Langeweile unübertroffen groß, weil BATE Borisov 2018 den zwölften Titel in Folge holte.

Zurückzuführen ist das auch auf die große Überfinanzierung der Stammgäste der Champions League und Europa League.

Stand: 23.11.2018, 21:47

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