FIFA-Skandal: Schweizer Bundesanwalt Lauber hört Ende August auf

FIFA: Chef-Ermittler Lauber tritt zurück Mittagsmagazin 29.07.2020 01:56 Min. Verfügbar bis 29.07.2021 Das Erste Von Henning Winter

Geheimtreffen mit Infantino

FIFA-Skandal: Schweizer Bundesanwalt Lauber hört Ende August auf

Der Schweizer Bundesanwalt Michael Lauber hat seinen Rücktritt eingereicht. Der Hintergrund: Er ermittelte im FIFA-Skandal, traf sich aber im Geheimen mit FIFA-Präsident Gianni Infantino. Das Schweizer Bundesverwaltungsgericht sah seine Amtspflicht verletzt.

Der wegen Geheimtreffen mit FIFA-Präsident Gianni Infantino in der Kritik stehende Schweizer Bundesanwalt Michael Lauber hat seinen Rücktritt für Ende Januar 2021 eingereicht. Dies teilte die Schweizer Bundesanwaltschaft am Mittwoch (29.07.2020) mit. Wegen ausstehender Urlaubsansprüche werde der 54-Jährige seinen Posten allerdings bereits Ende August räumen. Bereits in der vergangenen Woche hatte Lauber seinen Rücktritt angeboten.

In einem in der Vorwoche veröffentlichten Urteil hatte das Schweizer Bundesverwaltungsgericht festgestellt, dass Lauber seine Amts- und Treuepflicht in mehreren Punkten "schwer verletzt" habe. Wie das Gericht urteilte, habe Lauber unter anderem "vorsätzlich die Unwahrheit" gesagt. Dabei geht es um eines von drei Geheimtreffen Laubers mit dem Fußball-Weltverbandspräsidenten Infantino vom 16. Juni 2017, das alle der mutmaßlich fünf Teilnehmer vergessen haben wollen.

"Eine solche Erinnerungslücke bei mehreren Teilnehmern ist nach der allgemeinen Lebenserfahrung als abwegig anzusehen", befand das Gericht in der Vorwoche. Stattdessen habe Lauber das Treffen der Aufsichtsbehörde über die Bundesanwaltschaft (AB-BA) "bewusst" verschwiegen. Lauber hatte zum Zeitpunkt der Treffen mehrere Verfahren im Bereich des Weltfußballs geleitet, darunter auch das im "Sommermärchen"-Skandal um die WM-Vergabe 2006 nach Deutschland, das Ende April wegen Verjährung eingestellt wurde.

sid | Stand: 29.07.2020, 14:45

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