Fulham-Trainer Parker: Mehr London geht nicht

Fulham-Trainer Scott Parker

Playoff-Finale um den Aufstieg in die Premier League

Fulham-Trainer Parker: Mehr London geht nicht

Von Dirk Burkhardt

Mit dem FC Fulham kann Trainer Scott Parker im Playoff-Finale der zweiten englischen Fußballliga gegen Brentford die Rückkehr in die Premier League perfekt machen. Für den gebürtigen Londoner würde sich damit die Geschichte in "seiner" Stadt fortsetzen.

Wer Scott Parker sagt, muss eigentlich auch London sagen. Im Stadtteil Lambeth wurde der heute 39-Jährige geboren. Seine 20-jährige Profikarriere verbrachte er als unermüdlicher Mittelfeldarbeiter bis auf kurze Abstecher nach Newcastle und Norwich bei Londoner Klubs wie Charlton, West Ham, Chelsea, Tottenham und Fulham.

Seine Frau hat er in der englischen Hauptstadt kennengelernt. Die vier Söhne wurden dort geboren. Und auch sein größter Erfolg als Trainer kann in der Millionen-Metropole an der Themse wahr werden.

London gegen London in London

Im Playoff-Finale um den Aufstieg in die Premiere League kann Parker am Dienstag (04.08.2020) im Londoner Wembleystadion als Trainer des West-Londoner Klubs FC Fulham gegen den Londoner Rivalen FC Brentford die direkte Rückkehr in die erste englische Liga perfekt machen. Mehr London geht nicht.

Sein Weg bei den "Cottagers" begann so richtig im Frühjahr 2019. Damals wurde Parker vom Co- zum Interimstrainer befördert. Zehn Spieltage vor Saisonende stand Fulham bei zehn Punkten Rückstand auf das rettende Ufer praktisch schon als Absteiger aus der Premier League fest.

Stationen Scott Parker
von ... bisVerein
SPIELER
1997-2004Charlton Athletic
2000Norwich City (Leihe)
2004-2005FC Chelsea
2005-2007Newcastle United
2007-2011West Ham United
2011-2013Tottenham Hotspur
2013-2017FC Fulham
TRAINER
2017-2018Tottenham Hotspur (U18)
2018-2019FC Fulham (Co-Trainer)
seit Februar 2019FC Fulham (Cheftrainer)

Pragmatisch, erfolgreich

Parker übernahm vom großen Claudio Ranieri einen Klub, den er selbst später als "großes Durcheinander" beschrieb. Damit war aber schnell Schluss. Parker verordnete dem Team einen abwartenden, pragmatischen Stil. Den Klassenerhalt schaffte er damit nicht mehr.

Aber Parker sammelte Punkte und Sympathien, so dass der milliardenschwere pakistanische Klubeigner Shaid Khan dem Teammanager im Sommer 2019 einen Zweijahresvertrag gab, verbunden mit dem Auftrag, in die Premier League zurückzukehren. "Ich bin fest überzeugt, dass Scott Parker der Aufgabe gewachsen ist", so Khan damals.

Die Chance im "Millionenspiel"

Jetzt ist Parker mit Fulham fast am Ziel. Die direkten Aufstiegsplätze musste er zwar Leeds United und West Bromwich Albion überlassen. Nach dem Erfolg im Playoff-Halbfinale gegen Cardiff City gibt es aber jetzt noch dieses eine Spiel, das bei Erfolg dank der riesigen Geldtöpfe der Premier League den Etat für die kommende Saison um knapp 170 Millionen Euro und bei Klassenerhalt über die kommenden Jahre sogar bis zu 300 Millionen Euro aufpumpen kann.

Das interessiert Parker allerdings nicht. Er schaut lieber auf das Spiel, ganz pragmatisch. "Wir sind komplett", lautete seine schlichte Aussage vor dem Duell mit Brentford: "Jetzt ist es an mir, den richtigen Plan zu entwickeln." Das wird auch nötig sein. Die beiden Ligaspiele gegen den Londoner Nachbarn verlor sein Team (0:1, 0:2).

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Aufstieg als "London-Garantie"

Ein Erfolg in Wembley würde Parker wohl mindestens ein weiteres Jahr London garantieren. Den Plan wird er vielleicht entwickeln. Wie sich ein Aufstieg anfühlt, weiß Parker aber noch nicht.

Als der heutige Kapitän Tom Cairney Fulham 2018 mit seinem Tor gegen Aston Villa zuletzt in einem Playoff-Finale nach oben schoss, war Parker noch Nachwuchstrainer - natürlich in London, bei Tottenham Hotspur.

Stand: 03.08.2020, 20:00

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