Saisonabbruch im französischen Fußball

Neymar von Paris St. Germain

Entscheidung wegen Corona

Saisonabbruch im französischen Fußball

Die französische Ligue 1 hat wie erwartet als erste der europäischen Topligen die Saison wegen der Coronakrise vorzeitig abgebrochen. Die zweite und dritte Liga sowie die Frauen Division 1 ziehen mit.

Der Ligaverband teilte am Donnerstag (30.04.2020) nach einer stundenlangen Sitzung mit, dass die Spielzeit mit sofortiger Wirkung beendet sei und die Abschlusstabelle anhand des Punktedurchschnitts der einzelnen Teams ermittelt werde. Tabellenführer Paris Saint-Germain mit dem deutschen Trainer Thomas Tuchel wurde entsprechend zum Meister erklärt, mit dem SC Amiens und dem FC Toulouse müssen die beiden letztplatzierten Teams absteigen.

Nur noch Formsache

Der Saisonabbruch im französischen Fußball war seit Dienstag ohnehin nur noch Formsache. Premierminister Edouard Philippe hatte bereits zu diesem Zeitpunkt vor der Nationalversammlung angekündigt, dass die Saison 2019/20 im Profisport nicht wieder aufgenommen werden könne und den erhofften Geisterspielen bis Ende August einen Riegel vorgeschoben. Neben der Ligue 1 werden auch die zweite und dritte Liga bei den Männern abgebrochen, auch die höchste Frauenspielklasse wird vorzeitig beendet.

"Diese Aussage war eindeutig", erklärte Ligapräsidentin Nathalie Boy de la Tour: "Wir mussten deshalb eine feste und endgültige Entscheidung für die aktuelle Spielzeit treffen. Die Saison 2019/20 ist vorbei".

Nimes profitiert: Keine Relegationsspiele

Paris Saint-Germain hatte vor der Verkündung des siebten Meistertitels in acht Jahren bei noch elf ausstehenden Partien zwölf Punkte Vorsprung auf Olympique Marseille, gemeinsam qualifizieren sich die beiden Spitzenteams für die Champions League. "Wir möchten diesen Titel dem Gesundheitspersonal und allen alltäglichen Helden an vorderster Front widmen, deren Engagement und Selbstaufopferung über viele Wochen unsere tiefste Bewunderung verdient haben", sagte PSG-Boss Nasser Al-Khelaifi.

Stade Rennes muss als Drittplatzierter in die Qualifikation zur Königsklasse, der OSC Lille zieht in die Europa League ein. Olympique Nimes darf trotz Relegationsplatz 18 ohne weitere Spiele in der Liga bleiben, nur der FC Lorient und RC Lens werden aus der Ligue 2 aufsteigen.

Olympique Lyon prüft Klage auf Schadenersatz

Widerstand gegen die Entscheidung gab es von Olympique Lyon. Der frühere Serienmeister prüft einen Einspruch gegen den vorzeitigen Abbruch. Zudem behalte sich der Klub vor, Schadenersatz für erwartete Verluste in Höhe von "mehreren zehn Millionen Euro" zu fordern, teilte Lyon mit.

Der Champions-League-Achtelfinalist ist einer der großen Verlierer dieser Entscheidung. Olympique wäre durch den Abbruch und der Wertung nach dem Punktedurchschnitt erstmals seit über 20 Jahren nicht im Europapokal vertreten.

red/dpa | Stand: 30.04.2020, 17:30

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