WM mit 48 Teams in Katar vorerst vom Tisch

Kameltreiber mit ihren Dromedaren kommen auf dem Weg zur Rennbahn an einem Plakaten mit dem Emir von Kata vorbei

FIFA-Kongress

WM mit 48 Teams in Katar vorerst vom Tisch

Die Aufstockung der Fußball-WM 2022 in Katar auf 48 Teilnehmer ist vorerst vom Tisch.

Über den vom südamerikanischen Kontinentalverband eingereichten Antrag zur Durchführung einer Machbarkeitsstudie werde am Mittwoch (13.06.2018) beim FIFA-Kongress nicht abgestimmt, sagte Infantino am Sonntag (10.06.2018). Stand jetzt treten deshalb auch in vier Jahren 32 Mannschaften an.

Infantino galt als Unterstützer, wenn nicht sogar als Initiator des Antrags. Mehr Teilnehmer bereits in Katar würden für die FIFA höhere Einnahmen bedeuten. Das Geld benötigt Infantino, um seine Wahlversprechen einzulösen. "Jede Idee, die neu oder visionär ist, hat am Anfang Gegner", sagte der etwas bemüht lächelnde Infantino im Anschluss an die Council-Sitzung.

Allerdings ist sehr fraglich, ob das Emirat die logistische Herausforderung mit 48 Mannschaften überhaupt stemmen könnte. Eine gemeinsame Ausrichtung mit Nachbarländern erscheint derzeit wegen der politischen Krise am Persischen Golf unwahrscheinlich.

Marokkos Bewerbung zugelassen

FIFA Council lehnt vorgezogene Mega-WM ab und lässt Marokko zur Wahl zu

Sportschau | 10.06.2018

Die Aufstockung für das Turnier 2026 ist allerdings beschlossene Sache. Um die Ausrichtung der ersten "Mega-WM" beworben haben sich Marokko sowie in einer gemeinsamen Kampagne die USA, Kanada und Mexiko. Die Entscheidung soll am Mittwoch durch den Kongress fallen.

Bis zuletzt war spekuliert worden, dass das FIFA-Council die Zulassung ablehnen könnte. Die Prüfer sahen besondere Risiken in den Bereichen Stadionbau, Transport und Hotels.Die FIFA-Spitze um Infantino gilt als Befürworter einer WM in Nordamerika. Die von den USA angeführte Bewerbung für das Turnier mit 48 Teilnehmern rechnet mit rund 14 Milliarden Dollar Einnahmen - fast doppelt so viel wie die Organisatoren aus Marokko.

Der Dreierbund geht als Favorit in die Abstimmung, allerdings werden Marokko aufgrund der Politik von US-Präsident Donald Trump Außenseiterchancen eingeräumt. Der FIFA-Wahlmodus sieht vor, dass jedes nicht kandidierende Mitgliedsland eine Stimme hat. 207 Stimmen sind somit zu vergeben. Der Deutsche Fußball-Bund hat noch keine Wahlaussage getroffen.

Thema in: Sport aktuell, Deutschlandfunk, 10.06., ab 22.50 Uhr

sid | Stand: 10.06.2018, 15:53

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